(vo) Leitsatz beim vorliegenden Projekt ist, das Bewährte und Gesunde aus der jahrhundertelangen Erfahrung im Bau zu übernehmen und es mit den positiven Annehmlichkeiten, welche die heutige Zeit bietet (Elektrizität > Waschmaschinen, immissionsloses Heizen, Radio/TV, Internet usw.) optimal zu verbinden ohne den heutzutage üblichen Sünden im Bau (Verwenden von Mineralwolle, Polystyrol, PVC, Spanplatten, Silikon, giftigen Holzschutzmitteln, Kunststoffwänden, Tapeten, Kathon-Farben, Pyrethroid-Teppichen usw.) zu verfallen. Ziel ist ein nach bestem Wissen und Gewissen kompromisslos auf "gesund" ausgelegtes kleines Haus, das speziell Chemikaliensensiblen und -geschädigten (MCSlern), Allergikern, Neurodermitikern, Lungenkranken und anderen sensiblen Personen ein Zuhause bietet, in dem sie sich geborgen und wohl fühlen.
Vorbemerkung
Nachfolgend finden Sie die Baubeschreibung zum MCS-Haus Schwyz
(Vorentwurf Variante 01). Es muss deutlich gemacht werden, dass wir
von Vorentwürfen reden, dass die Beschreibung zu redigieren ist
und dass Änderungen und Ergänzungen vorbehalten bleiben, da
sie aufgrund des Projektstandes unumgänglich sind.
Wichtig:
Das 3-Säulen-Modell des
richtigen Bauens
I) Richtige
Bauweise
MASSIV, AUS STEIN, MONOLITHISCH (EIN-Stein im Gegensatz zur heutigen
Schichtbauweise):
Speichervermögen (ein dickes Mauerwerk in traditioneller
Bauweise bietet das!)
Sorptionsvorgänge (Gebäude muss atmen
können)
Beständigkeit (kein Leichtbau für 20 Jahre)
Wärmeschutz (TAV) > kein Barackenklima im Sommer
Schallschutz (zum in Ruhe arbeiten und erholen)
Brandschutz (Stein statt behandeltes Holz und Kunststoffe)
chemiefrei (keine schädlichen Ausdünstungen, PCB,
PCP, Holzschutzmittel etc.)
Allergiker- und MCS-gerecht (und das
kompromisslos!)
II) Richtiges Heizkonzept
STRAHLUNGSWÄRME
WÄRMESTRAHLUNG
Behaglichkeit
Hüllflächentemperierung
Konvektionsfrei
Energieeinsparung je 1°C ca. 4
6% (!)
Gleichmäßigkeit: keine Strahlungssenken
zugluftfrei
III) Richtige
Energetik
ENERGIE EINSPAREN OHNE
DÄMMUNG!
Membranwirkung
ungehinderte Sorption
beständige Kapillarität
Entfeuchten auf Ausgleichsfeuchte
a - Filterung
solare Gewinne (Winter)
Hitzeschild (Sommer)
Die Idee
Es sollte ein schadstofffreies Haus für MCS-Leidende
(geeignet auch für Allergiker, Neurodermitiker, Lungenkranke)
entwickelt und gebaut werden. Noch dazu soll es möglichst
preiswert sein, evtl. auch in Eigenleistung erstellt werden
können.
Dipl.-Ing. Paul Bossert wendet ein, dass ein Eigenbau praktisch
"unmöglich" und die Herstellung durch Profis auch
ökonomischer sei.
Zu berücksichtigen ist, dass die meisten MCSler gesundheitlich
stark beeinträchtigt sind und ihnen in der Regel auch das
bautechnische/handwerkliche Fachwissen fehlt. Dem spricht wiederum
entgegen, dass man nie aufhören sollte, zu lernen! Und wenn
jeder selber Hand anlegt, weiss er später auch, was er gemacht
hat!
Hier müssen die Betroffenen mitreden. Wir können den Grad
der Leistungsfähigkeit nicht einschätzen. Aber vielleicht
motiviert das die Leute und baut sie auf? Wir werden sehen, was die
Beteiligung bringt.
In Deutschland werden viele Gebäude als Selbstbauhaus
errichtet - warum soll das nicht auch in der Schweiz gehen?
Natürlich gibt es fachliche Grenzen, aber Eigenleistungen sind
ein bedeutender Einsparfaktor, wenn nur Material- und Nebenkosten zu
bezahlen
sind.
Es soll ein 1-Personen-Häuschen (max. 2 Personen) sein, das ggf.
in Serie in einer speziellen Siedlung errichtet wird. Die Idee soll
über das Konzept und die Planung zur Ausführungsreife
gebracht werden, wobei die Mitarbeit Betroffener wie z.B. der
MCS-Liga Schweiz, MCS Deutschland u.a. erwünscht ist.
Chemikaliensensibilität ist eine Erkrankung, die keine
Kompromisse duldet. Genauso kompromisslos muss deshalb der Wohnraum
sein. Es soll das nach
heutigem baubiologischen und umweltmedizinischem Stand
fortschrittlichste Haus seiner Art sein.
Gesund und natürlich -
ohne Kompromisse.

|
01 Ansicht Norden. (1. Modell, gezeichnet von Dipl.-Ing. Matthias G. Bumann.) |
So ein Projekt schießt man nicht in 14 Tagen
aus der Hüfte, das braucht ein paar Monate sorgfältiger
Arbeit und Überlegungen - auch wenn es nur kleine Häuschen
sind.
Und nicht vergessen, wir kommen nur sinnvoll voran, wenn wir von
Anfang an die MCS-Betroffene einbinden und im Dialog das Projekt nach
vorn bringen. Wir sind auf die Vorschläge und Hinweise gespannt.
Dipl.-Ing. Matthias G. Bumann, E-Mail: info@dimagb.de,
Urs Beeler, E-Mail: beeler@mythen-post.ch
Link zur MCS-Liga Schweiz: http://www.mcs-liga.ch/
Kommentar einer MCS-Betroffenen
vom 25. April 2004: "Ihren Entwurf für ein MCS-Haus
finde ich ausgesprochen interessant. Wir haben bereits
begonnen darüber zu diskutieren und ich werde Ihnen
bestimmt meine Gedanken/Anregungen/Kritiken dazu
mitteilen."
Franziska Brunner (E-Mail: franziska.brunner@freesurf.ch)
Gesundheitsprophylaxe
Im heutigen Schweizer Gesundheitswesen ist es mit irgend einer
anderen Krankheit problemlos möglich, sich via Arzt mit
Medikamenten und "Therapien" in der Höhe von zehntausenden von
Franken eindecken zu lassen (Nebenwirkungen inklusive, die auch
wieder "therapiert" werden können). Bei MCS nützt das rein
gar nichts!
Was wirklich etwas bringt, ist
Prophylaxe vor den
MCS-auslösenden Substanzen.
Nötig ist eine einfache, aber schöne (>Psyche und
Wohlbefinden!) baubiologische Behausungen aus Stein (Massivbau!), in
denen sich Betroffene gut aufgehoben fühlen und sich ihr
Immunsystem in einer gesunden Umgebung regenerieren kann. Nur so
können die körpereigenen Selbstheilungskräfte zum Zug
kommen. (im heutzutage üblichen Parfüm- und Chemikalienmix
eines "normalen" Wohnhauses muss das Immunsystem eines MCSler einen
permanenten Abwehrkrieg gegen Schadstoffe führen. Eine
Verbesserung des Gesundheitszustandes ist so
unmöglich!)
Warum ist ein Pionierprojekt
nötig?
Weil die Schweizer Schul- und Alternativmedizin von Umweltmedizin
praktisch keine Ahnung hat, wird heutzutage MCS (Multiple Chemical
Sensitivity) noch immer allzu oft psychiatrisch gedeutet.
[Anmerkung der Mythen-Post: Es ist wirklich bedenklich, wenn
manche Mediziner eine Immunsystemerkrankung nicht von einer Psychose
unterscheiden können!] Letzteres ist unwissenschaftlich,
medizinisch unhaltbar und unfair gegenüber den Betroffenen. Frau
Dr. Ingeborg Cernay hat in ihrem Buch "Grundlos krank?" auf die
herrschenden Missstände deutlich hingewiesen. Interessant ist
z.B. die Feststellung, dass Psychopharmaka, die heutzutage
bedenkenlos vor allem in Allgemeinpraxen abgesetzt werden, bei MCS
rein gar nichts nützen, sondern die Symptome nur
verstärken. Ähnliche Resultate liefert oft auch die
Dermatologie/Allergologie: sie schadet bei MCS mit ihre
Medikamentenangebot meistens mehr als sie nützt.
(allergieauslösende Cremen und Salben, Antihistaminika mit
Nebenwirkungen usw.)
Umweltmedizinische Fakten (z.B. Wirkung von chemischen Schadstoffen
auf das Immunsystem, die Haut und das Nervenkostüm) lassen sich
nicht aus der Welt reden. Dass MCS heutzutage noch nicht in einer
wissenschaftlich objektiven Form erkannt wird, liegt u.a. daran, dass
die aktuelle Gesellschaft und mit ihr die Medizin an
Ursachenerkennung kein grosses Interesse hat. Geld verdient wird nur
mit Symptombekämpfung und "Therapie".
Eine "Marktlücke"
Es gibt bis jetzt in
der Schweiz keine geeigneten Behausungen für MCS-Betroffene. DAS
ist neben verträglichen parfümfreien Produkten (Wasch-,
Putz- und Reingiungsmittel) ein Hauptproblem, das dringend
gelöst werden muss!
Warum ist das MCS-Haus ein 1-Personen-Haus?
(auch für zwei Personen möglich)
Weil es sich bei MCS um eine Immunsystemerkrankung handelt, hilft
nur der Expositionsstopp.
Aus diesem Grund kann ein
echter MCSler nicht mit anderen Leuten zusammenleben, weil er den
Chemikaliencocktail eines heutigen Durchschnittshaushaltes
schlichtweg (speziell in Mehrfamilienhäusern) nicht
erträgt. Sein Immunsystem
funktioniert wie ein hochempfindlicher Radar. Damit ein
erträgliches Leben mit der Krankheit möglich ist, hilft nur
der Expositionsstopp!
Dass sich MCS-Betroffene zwangsläufig (aufgrund ihrer
Immunsystemerkrankung) anders = prophylaktisch verhalten
(müssen) als andere ist nur logisch. Dieses Verhalten dann
(mangels umweltmedizinischem Wissen) psychiatrisch deuten zu wollen,
ist absurd, geschieht heute aber leider immer noch allzu
häufig.
Psychologisches zu MCS
Zusammen mit der MCS-Liga Schweiz und Betroffenen überlegte sich
seinerzeit Urs Beeler die Vermietung der Alten Brauerei in Schwyz als
"MCS-Haus". Der Plan scheiterte jedoch, da "jeder für sich" sein
will.
In der angeblichen "Isolation" (Prof. Dr. med. Brunello
Wüthrich, Zürich) ein Problem sehen zu wollen, ist im
Zeitalter von Telefon und E-Mail fehl am Platz.
Das Wichtigste für
MCS-Betroffene sind - wie immer wieder gesagt -
immunsystemverträgliche Produkte, eine MCS-gerechte
schadstofflose Behausung und eine Umgebung, in der sich Betroffene
wohl fühlen können.
Die Stadt Zürich hatte
MCS-Betroffenen vor einiger Zeit ein Haus zum gemeinsamen Wohnen zur
Verfügung gestellt. Diese "Wohngemeinschaft" funktionierte
jedoch nicht, da MCS-Betroffene in der Regel allein leben wollen.
Ob eine baubiologische Bungalow-Siedlung für MCS-Betroffene je
möglich sein wird, ist offen, da die meisten - laut Auskunft von
Christian Schifferle von der MCS-Liga Schweiz - ferner an ihrem
angestammten Platz bleiben wollen. Wenn dieser schadstoffbelastet
ist, wäre der Umzug in ein MCS-Haus jedoch eine positive
Alternative.
Warum ist MCS noch ein Tabuthema?
Weil das Schweizer Staatsfernsehen und Privatsender
Millionenbeträge von Multis wie Procter & Gamble, Henkel,
Johnson & Johnson, Loréal etc. kassieren, darf in
(Gesundheits)Sendungen nicht Klartext z.B. betr. Wasch-, Putz- und
Reinigungsmitteln gesprochen werden. Ebenso dürfen
Sondermüllproduzenten namentlich nicht kritisiert werden
(Stichwort "unlauterer Wettbewerb"). PCB, PCP, Lindan, Pyrethroide,
KMFs usw. müssen offenbar jahrelang "legal" unter die Menschheit
gebracht werden, damit man hinterher medizinisch "Therapie" betreiben
kann.
In der Praxis herrscht heutzutage wirtschaftliche Medien-Zensur
(Schere im Kopf des Journalisten). Ärzte stellen sich als
Gefälligkeitsgutachter in den Dienst der Industrie (vgl. z.B.
Prof. Dr. Ulrich F. Gruber als Fürsprecher der KMF-Industrie!
Dermatologen als "Unbedenklichkeitsaussteller" für
parfümierte, allergie- und MCS-auslösende Waschmittel von
Procter & Gamble und Konsorten.)
Unser System läuft heute ganz nach dem Motto: Zuerst die
Menschen künstlich krank machen und dann via Schul- oder
Alternativmedizin - chemisch oder via Homöopathie etc. -
"heilen"... So ist das "Gesundheitswesen" beschäftigt und der
wirtschaftliche Kreislauf geschlossen. DAS IST ABER NICHT NUR FALSCH,
sondern ethisch und moralisch nicht zu rechtfertigen!
Baubiologisch allein genügt nicht - die
konsequente gesunde Lebensführung ist wichtig!
Sämtliche verwendeten Materialien müssen allergie- und
MCS-konform sein. Das Immunsystem eines MCSlers verträgt keine
faulen Kompromisse.
Es hat auch keinen Sinn, ein absolut baubiologisch richtiges Haus zu
bauen, wenn nachher im Innern resp. Betrieb mit der chemischen Keule
zugeschlagen wird. Echte MCSler werden sich, wenn sie auf ihr
Immunsystem hören, automatisch richtig verhalten.
In ein MCS-Haus gehören automatisch:
keine
parfümierten Waschmittel, keine parfümierten
Weichspüler, keine parfümierten Putz- und
Reinigungsmittel, keine parfümierten WC-Steine,
keine parfümierten WC-Reiniger, keine
parfümierten Körperpflegeprodukte (zum Duschen, Waschen,
Haarewaschen), kein parfümierter Rasierschaum,
keine parfümierten Deos, Cremen usw. Ebensowenig werden
übelriechende Oeko-Waschmittel verwendet, die nach Hersteller
angeblich duftstofffrei sind, in Wirklichkeit aber übel riechen.
Es werden keine Kerzen, keine ätherischen
Öle, keine Lufterfrischer (Luftverschmutzer, z.B.
Airwick) etc. eingesetzt. Ebenso keine Elektroverdampfer,
keine Raumfluftsprays usw. Es wird auf jegliche unnützen,
gesundheitsschädigenden chemischen (oder auch
"natürlichen") Stoffe verzichtet. Ebenso wird auf Insektizide,
Herbizide, Fungizide etc. verzichtet.
Es wird im Gegensatz dazu eine Liste von
MCS-verträglichen
Haushalt- und Körperpflegeprodukten erstellt, z.B. EUBOS Blau
flüssig, EUBOS Blau fest, OMO Sensitive usw. (Diese Liste muss
von Betroffenen laufend auf ihre Gültigkeit hin
überprüft und nötigenfalls - z.B. bei
Formulierunsänderungen - korrigiert werden.)
Gleichzeitig sollen von solchen
MCS-Stützpunkten aus Kampagnen für gute unparfümierte,
allergie- und MCS-verträgliche Produkte geführt werden.
Denn es nützt nicht viel, wenn MCS-Betroffene auf spezielle
duftstofffreie Produkte ausweichen und in speziellen Behausungen
leben, der Rest der Bevölkerung aber via Grossverteiler mit
zwangsparfümierten und anderen schädlichen Produkten
eingedeckt wird. Genau diese Situation führt nämlich dazu,
dass Allergie- und MCS-Erkrankungen zunehmen - wie schon hundertmal
gesagt: heute noch mit ausdrücklichem Kopfnicken der
Dermatologischen/Allergologischen Unikliniken und dem grossartigen
Bundesamt für Krankheit, pardon Gesundheit, in Bern.
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01 Grundriss Erdgeschoss (Vorstudie).
Stellt sich die Frage, ob durch die grossen
Terrasseneingänge (Glastüren) nicht zu viel
Innenwärme erzeugt wird. Die Wohnflächen scheinen
etwas knapp geraten. Daraus stellt sich wiederum die Frage,
ob man Wohnen 1 und 2 nicht besser gleich zusammenlegen
sollte. |
Die Vorgabe
Wichtig ist eine möglichst hohe Autonomie,
Zuverlässigkeit und vor allem,
dass der gesamte Bau
möglichst KEINE Ausdünstungen aufweist, d.h.
SCHADSTOFFFREI und GERUCHSNEUTRAL
ist. Dafür ist eine konsequent
chemiefreie Bauweise erforderlich.
Die Erzielung eines
hervorragenden Raumklimas (Luft wie am Meer) ist das A und
O. Die Räume sollten deshalb so
gestaltet sein, dass man "frei atmen" kann - dass sich aber auch
keiner "isoliert" oder "verloren" vorkommt. Eine
großzügige Raumhöhe (Vorschlag: Mindestens 2,80 m)
wirkt positiv. Neben dem streng baubiologischen Denken muss das Haus
auch Wohnlichkeit bieten und ausstrahlen (darf emotional nicht kalt
sein). Das ist sehr wichtig für das seelische Wohlbefinden! Wir
bitten daher auch Psychologen (aber keine angepassten Scharlatane,
sondern ehrliche mit Wissen und Rückgrat) ihr Wissen betr.
Wirkung von Farben und Formen, Materialien etc. einfliessen zu
lassen.
Das Konzept
Das Projekt ist als planerische Einheit von Grundriss,
Gebäudegeometrie, Konstruktion und Haustechnik zu verstehen. Der
Lösungsansatz liegt in der ganzheitlichen Betrachtung,
die auf gesundes Wohnen abzielt. Dies beginnt mit der Auswahl
der Baustoffe und endet mit Konzepten zur Entsorgung. Eine
Leichtbauweise mit Schäumen, Fasern und Pampen ist von
vornherein ungeeignet.
Es ist, will man gewissenhaft arbeiten, eine Negativliste zu
erarbeiten, die für Herstellung, Lieferung und Verarbeitung als
garantierte Vertragsgrundlage dienen wird. Hier ist aufgelistet, was
verboten sein wird. Das wird etwas dauern, Arbeit machen und
sinnvollerweise nur in Kooperation mit der MCS-Liga/Betroffenen zu
bewerkstelligen sein.
Teilen Sie uns als
MCS-Betroffene, Allergiker, Neurodermitiker etc. bitte mit, welche
Stoffe/Materialien Sie nicht vertragen:
Dipl.-Ing. Matthias G. Bumann, E-Mail: info@dimagb.de,
Urs Beeler, E-Mail: beeler@mythen-post.ch
Die Errichtung
Sinnvoll wäre eine Baugruppe, wo Bauherren sich
zusammenschließen und sich sozusagen die Häuser
gegenseitig gemeinsam bauen. [Anmerkung der Mythen-Post: In
der Praxis dürfte dies aus den bereits erwähnten
Gründen sehr schwierig sein.] Die fachkundige Anleitung
und Beaufsichtigung des Planers sichert die Einhaltung der
Qualitätsstandards. Die Konstruktion ist so angelegt, dass fast
alles in Eigenleistung errichtet werden kann. Unabhängig davon
sollen ein hoher Grad an Vorfertigung und eine simple, auf
Funktionalität ausgerichtete, Konstruktion eine leichte
Umsetzung bei vertretbaren Kosten sicherstellen.
Das Exklusivrecht
Was Texte und Bilder betrifft, besitzt die Mythen-Post das
Exklusivrecht zur Veröffentlichung und Verwertung. Urs Beeler
darf nach außen hin auch darstellen, dass er mit der Idee
gekommen ist und sie weiterentwickeln will. Dazu erhält er die
fachliche Unterstützung von Dip.-Ing. Matthias G. Bumann,
Berlin.
Beim MCS-Projekt handelt es sich um ein Pionierprojekt, das es
in der Art bis jetzt nicht gegeben hat. Der grosse kommerzielle
Erfolg ist heute (2004) kaum zu erwarten, weil das Projekt der Zeit
voraus ist. "Ruhm und Ehre" können aber auch ein
Akquisitionserfolg sein!
Aufgrund der weiter zunehmenden Umweltverschmutzung und
Uneinsichtigkeit der Masse, ist davon auszugehen, dass die Zahl der
MCSler, Allergiker, Neurodermitiker etc. weiter ansteigen wird. So
gesehen dürfte durchaus ein Markt für das MCS-Haus
entstehen.
Die Finanzierung
Allein in der Schweiz gibt es 120'000 (!) Millionärshaushalte
(nach Prof. Dr. Ueli Mäder, Soziologe). Da müsste eine
Finanzierung für ein MCS-Projekt via Sponsoring zu schaffen
sein! (Wobei: In der Schweiz sind heutzutage Krankheiten jedoch nur
dann "interessant", wenn Medizin und Pharmaindustrie daran Geld
verdienen können, vgl. Krebs, AIDS etc. Tragisch!)
Selbst wenn das Projekt scheitern würde, könnte man der
Nachwelt zumindest positive Pläne und Gedanken betr. dem
gesunden Bauen hinterlassen. Das wäre schon wertvoll! Bis heute
existieren - wie erwähnt - nämlich noch keine Pläne
von einem nach streng baubiologischen Kriterien gebauten
kompromisslosen MCS-Haus.
(1) Konstruktion und
Hülle
Fundamente, Sohle (Idee von Dipl.-Ing.
Matthias G. Bumann)
Streifenfundamente dienen als Frostschürze. Die Sohle aus
Stahlbeton wird mit Matten bewehrt. Vor dem Betonieren kontrolliert
der Bauüberwacher die richtige Ausführung. Bei
entsprechender Anlagengröße wird sich der Einsatz von SVB
(selbst verdichtender Beton) als wirtschaftlich erweisen.
Auch die Variante mit einem Keller kann überprüft werden.
Ein Keller kostet ca. 15.000 ¤ mehr, was natürlich auch
Vorteile hat. Das muss man abwägen.
Wir bitten an dieser Stelle, Baubiologen, verantwortungsbewusste und
erfahrene Bauunternehmer ihr Know How miteinzubringen: Dipl.-Ing.
Matthias G. Bumann, E-Mail: info@dimagb.de,
Urs Beeler, E-Mail: beeler@mythen-post.ch
Außenwände
Es ist ein monolithischer Aufbau: Ziegel, innen und außen
geputzt. Die Wände werden in 49 cm Stärke ausgeführt,
was ein hervorragendes Temperatur-Amplituden-Verhältnis
respektive gute Phasenverschiebung bringt. Dies ist wichtig für
den sommerlichen Wärmeschutz und gut gespeichert ist schon halb
gedämmt.
Die Konstruktion ist garantiert tauwasserfrei, Schimmel hat hier
keine Chance zu entstehen so wie bei Leichtbaukonstruktionen
(Fertigbau, Fertighäuser). Es kommt keine Wärmedämmung
an die Fassade. Da die Ziegelindustrie im deutschen EnEV- bzw. im
schweizerischen Minergie-Wahn ja nun fast schon Dämmstoffe statt
Ziegel herstellt, wird die Einhaltung dieser unsinnigen Forderungen
leicht möglich sein. Man nimmt Poroton Kleinformater (2 DF und 6
DF). Dadurch erhält man ein Fugenbild, was einen rissefreien
Putz möglich macht.
Außen kommt ein Kalk-Zement-Putz dran, besser ein Kalkputz.
Innen werden die Außenwände geputzt mit Gipsputz, Lehmputz
oder Kalk-Zement-Putz, je nach Gusto. Wir bitten an dieser Stelle,
Baubiologen, verantwortungsbewusste und erfahrene Bauunternehmer,
MCSler und Allergiker mit Erfahrung ihr Know How miteinzubringen:
Dipl.-Ing. Matthias G. Bumann, E-Mail: info@dimagb.de,
Urs Beeler, E-Mail: beeler@mythen-post.ch
Man kann auch eine zweischalige Wand bauen, wo innen eine Schale mit
Kalksandsteinen oder mit Klinkern kommt, welche nur verfugt werden.
Klinker können auch außen sein. Das ist zwar alles teurer,
dafür muss man innerhalb von 100 Jahren nur hin und wieder
einige verwitterte Fugenstellen ausbessern.
Tapeten (Leim!) kommen nicht an die Wände. Weiterhin sollte man
sich die Frage stellen, ob Farbe an die Wände muss. Wenn ja,
dann wird Lehm- oder Kalkfarbe genommen.
Die Mauerarbeiten kann die Bauherrengruppe u.U. selbst
ausführen. Man muss in einem solchen Fall die
Herstelleranweisungen genau befolgen, das Material bekommt man
komplett je Haus in den berechneten Formaten und Formstücken.
Der Grad der Vorfertigung hängt von der Größe des
Projektes ab, Kleinserien sind oft unwirtschaftlich.
Fenster
Die Fenster erhalten - mindestens auf der Süd- und der
Westseite - hölzerne Fensterläden, die im Sommer zu
schließen sind, damit die Hitze gar nicht erst hinein kommt. Im
Winter gibt es solare Gewinne bei geöffneten Läden.
Bei den Holzfenstern werden keine Kompromisse gemacht; sie werden so
in Auftrag geben, dass sie zum vornherein "clean" sind, d.h. kein
Gummi etc. aufweisen. Traditionelle Schreinereien sollte solche
schönen, wohnlichen Fenster noch herstellen können.
(Für das Aussehen der Fenster hat Urs Beeler sehr schöne
Modelle aus den 60er und 70er Jahren, die man als Vorlage verwenden
kann).
Nochmals: Die Fenster müssen ohne Dichtungen bzw. kunststofffrei
sein. Mittels Nullpassung bekommt man den richtigen Fugenbeiwert hin.
Fensterscheiben kann man kitten, um kein Silikon einsetzen zu
müssen. [Anmerkung der Mythen-Post: Im ganzen Haus muss
auf Silikon verzichtet werden.]
Das Holz darf nur mit etwas behandelt werden, das absolut allergie-
resp. MCS-verträglich ist. [Anmerkung der Mythen-Post:
Wachse und ätherische Öle sind absolut unverträglich.
Es wird abzuklären sein, ob es auch verträgliche Farben
gibt. Das Haus sollte möglichst hell und freundlich sein. Farbe
als positives psychologisches Element ist sehr wichtig!] Es
gibt also keine Lacke und/oder Silikone. Die Anschlüsse
an das Bauwerk erfolgen mittels Moosgummi auf geputztem Untergrund.
Bei Kalkputz kann man einputzen wie früher auch. Bitte mailen
Sie uns als Betroffene Ihre positiven/negativen Erfahrungen mit
Farben, Lacken etc. zur Auswertung: Dipl.-Ing. Matthias G. Bumann,
E-Mail: info@dimagb.de,
Urs Beeler, E-Mail: beeler@mythen-post.ch
Hübsche helle (z.B. weisse) Holz-Fensterläden für den
Sonnenschutz sehen nett aus.
Hat man jedes Fenster mit Fensterläden
versehen, kann - wer will - auf (Nacht)vorhänge (schön und
gemütlich, aber leider auch Staubfänger) verzichten. In
solchen Fällen kann jeder selber abwägen, was für ihn
wichtig resp. richtig ist.
Decke, Dach
Das EG schließt mit einer massiven Decke ab. Darauf kommt
eine Dämmstofflage auf Folie. Dipl.-Ing. Bumann schlägt
Dämmstoffe auf Zellulose- oder z.B. Flachsbasis vor. Eine
Zellulosedämmung enthält Leime (vom Papier her), ev.
Borsalze etc. Stellt sich die Frage, ob man - falls möglich -
nicht den streng traditionellen Weg gehen sollte (> wie man vor
hundert Jahren baute!). Teilen Sie uns bitte mit, wie Sie als
Fachmann oder Kenner der Baugeschichte das Problem lösen
würden: Dipl.-Ing. Matthias G. Bumann, E-Mail: info@dimagb.de,
Urs Beeler, E-Mail: beeler@mythen-post.ch
Das Dach ist als begehbares Warmdach auszubilden, stattdessen kann
man aber auch das Prinzip des hinterlüfteten Kaltdaches
anwenden: Balkenlage mit Schalung und Abdichtung über der
gedämmten Massivdecke. Man nimmt eine Handmontagedecke aus
Ziegelelementen, wo man nach dem Auflegen nur noch etwas Beton drauf
gießt. Vor dem Betonieren kontrolliert der Bauüberwacher
die richtige Ausführung.
Urs Beeler ist gegen ein Schrägdach, weil dies seiner Meinung
nach zuviel Platz verbraucht. Eine Schräge wirkt (falls sie
bewohnt wird) auch beengend. MCSler leiden oft auch an Depressionen.
Beeler schlägt deshalb ein Flachdach als Terrasse mit
Geländer vor > in der Art eines "Wohnturms". Im Sommer
könnte da jeder Hausbewohner ein Liegestuhl und Sonnenschirm mit
aufs Dach nehmen.
Bei der Hausvariante mit Flachdach und Außentreppe kommt eine
Dämmlage in eine abgehängte Decke.
Natürlich kann die Treppe auch innen liegen. Es gibt
baurechtliche Mindestmaße für Breite, Auftritt und
Steigung. Das Problem: man muss oben ein kleines Treppenhaus bauen,
weil man die gedämmte Ebene durchbricht. Das hat auch
Auswirkungen auf die Abdichtung und der Rohbau benötigt eine
Aussparung. Eine Treppe im Wohnzimmer nimmt zwar etwas Platz weg,
kann aber auch dekorativ wirken.
Alternativ zum als Dachgarten genutzten Flachdach kann man
natürlich auch den Dachraum zum Aufenthaltsraum gestalten, und
sei es nur als Atelier z.B. [Anmerkung der Mythen-Post: Wobei
hier wiederum das Problem der Schräge und des
Eigeschränktseins auftaucht.]
Als Umfriedung könnte man eine für zwei Seiten (oder auch
vier) eine Variante mit Sockeln nehmen, dazwischen jeweils ein
Drahtgitter und darüber entlang ein metallener Handlauf
(Geländer) > wie bei der Terrasse der Alten Brauerei.
Das Flachdach wird aussen mit Kupferdachkeneln versehen.

|
02 Ansicht Nordwesten. Hübsch und
praktisch: Die Terrasse oben kann zum Wäsche
aufhängen oder einfach zum Verweilen genutzt
werden. |
(2) Ausbau
Fußböden
Man kann z.B. einen Trockenestrich mit Zellulosedämmplatten
[Anmerkung: Vorsicht wegen Zellulosestäuben, Borsalzen
usw.] einbauen. Hier kann man Beläge aufbringen und auch
fliesen. Im Bad muss man an flexible Dichtbänder in den Xeln
denken. Bad, WC, Flur (Diele) und Küche werden gefliest. Das WC
wird wandhängend ausgeführt, damit man darunter besser
wischen kann. Mit einer
möglichst einfachen Reinigungsmöglichkeit erzielt man auch
ein Maximum an Hygiene. Dieser Grundsatz muss fürs ganze Haus
gelten.
Alternativ ist an einen Zementestrich zu denken. Es kommen keine
textilen Beläge ins Haus. Stattdessen kommen zur Auswahl:
Steinböden, Fliesen, Linoleum, Dielung. [Anmerkung der
Mythen-Post: Hier ist unbedingt eine evtl. Ausdünstung zu
beachten!] Es werde weder Harze noch Wachse verwendet; diese
beinhalten ein MCS- und Allergierisiko. [Anmerkung der
Mythen-Post: Lack kann u.U., wenn er nicht mehr ausdünstet,
evtl. sogar verträglicher sein!] Auch die
Oberfläche von Hobeldielen kann man gut reinigen, außerdem
sind sie nicht fußkalt.
Innenwände
Bad, WC und Küche werden gefliest, aber nicht alles
raumhoch, da die Feuchtepufferfunktion der geputzten Wand genutzt
werden soll (Aufnahme von Luftfeuchtespitzen). Der Grundriss ist ein
erster Entwurf. Er ist flexibel gestaltbar, wobei man aber
immer an die zentrale Lage der Kachelofenanlage [Anmerkung der
Mythen-Post: Sofern sie denn eingebaut wird und nicht eine andere
Wärmeversorgung.] denken muss, wenn man sich für
diese Variante entscheidet. Mehr Variabilität erreicht man
mittels hölzerner Schiebwände. Man benötigt mindestens
eine gemauerte Innenwand als tragende Wand.

|
03 Aufsicht Erdgeschoss. Als
Innenraumhöhe nimmt Dipl.-Ing. Matthias G. Bumann 2,8 m
an. |
Die nicht tragenden Wände kann man aus
Metallständerwänden [Anmerkung der Mythen-Post:
Vorsicht mit Metallen. Das ist NICHT streng baubiologisch
gedacht!] mit Gipskartonplatten [Anmerkung der
Mythen-Post: Zu prüfen ist hier die Verträglichkeit.]
herstellen, auf die eingelegte Mineralwolle wird verzichtet.
[Anmerkung der Mythen-Post: Vorsicht mit solchen
Lösungen! Wegen KMF-Resten aus den Fabrikationshallen
stammend!] Auch hierfür gibt es Zelluloseplatten. Die
Wand besteht dann aus den Materialien Blech [Anmerkung der
Mythen-Post: Nochmals Vorsicht wegen Metallen!], Gips, und
Karton [Anmerkung der Mythen-Post: Vorsicht wegen
Leimzusätzen und anderer Chemie!], was als unbedenklich
zu betrachten ist. [Anmerkung der Mythen-Post: Ist es
nicht!!!], Besser sind aber massive Innenwände, weil
dann noch mehr Speichermasse vorhanden ist. [Anmerkung der
Mythen-Post: Genau! Und der Baubiologie wird Rechnung
getragen]
Auch hier gilt: keine Dispersionsfarben, keine Tapeten.
Stattdessen Kalk- oder Lehmfarben.

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03 Ansicht Süden. Es stellt sich
die Frage, ob es zwei Terrassenausgänge braucht. |
Innentüren
Eine Innentür soll nicht hermetisch schließen, sie
soll vielmehr den Luftaustausch fördern. Diese Auffassung deckt
sich genau mit jener Beelers. Beeler schlägt deshalb alternativ
den Einbau von Altbau-Holztüren vor, die vor der Montage
facherecht und MCS-verträglich gestrichen/renoviert werden.
Die Beschläge sind aus Metall, so dass die Türen
kunststofffrei sind. (Kunststoff- oder Spanplatten-Türen kommen
zum vornherein nicht in Frage!]
Küche, Möbel
Man nimmt keine Möbel aus Span- oder MDF-Platten, die
jahrelang Formaldehyd (oder Isocyanat) ausgasen, keine Kunststoffe
mit Weichmachern u.a. Eine Küchen-Arbeitsplatte kann man
alternativ aus Marmor herstellen lassen.
SEHR WICHTIG: Waschküche mit eigener
Waschmaschine
Für MCS-Betroffene das A und O, da ausschliesslich mit
parfümfreien
Waschmitteln (empfohlen: OMO Sensitive) gewaschen werden
darf.
(3) Gebäudetechnik
Heizung, Warmwasser
Heizung: Der von Dip.-Ing. errechnete Bedarf liegt bei ca.
60 kW/m2a bzw. ca. 7.000 kWh/a, jährliche Heizkosten von 475,-
¤..
Bei MCS-Betroffenen oder Allergikern darf es weder ein Schadstoff-
noch z.B. ein Aschenproblem geben, d.h. es muss eine absolut saubere
Heizung eingesetzt werden. Holzheizungen (Cheminée,
Hypokausten etc.) kommen zum vornherein nicht in Frage, weil diese
Dreck- und Schadstoffschleudern sind. Im Haus selbst würde
ein muffiges Raumklima entstehen. Selbst wenn man innen noch eine
einigermassen erträgliche Raumluft hätte, würde die
Nachbarschaft bzw. würde man selbst beim Öffnen der Fenster
mit dem Holzfeuerungs-Abgasproblem konfrontiert. (Lesen Sie zum Thema
Holzfeuerungen die interessanten Beiträge von Frau Beatrice
Macho auf der Mythen-Post Homepage.)
Heizen mit Pelets ist ebenfalls eine unsaubere Angelegenheit.
(Aschenproblem)
Mit der zentralen Kachelofenanlage kann sich deshalb Urs Beeler nicht
anfreunden. Aus der Schweizer Praxis kenne er ausschliesslich
"dreckige" Kachelöfen, die für Staub und ungesundes,
unangenehmes Raumklima resp. Raumluft verantwortlich sind und alles
Baubiologische drumherum "vernichten". Ein Vorurteil? Er habe bis
heute noch keinen einzigen "cleanen" Kachelofen gesehen!
Moderne Ölheizungen funktionieren sauber. Unerfreulich hingegen
sind die alljährlichen Kontrollen, Kaminfeger usw. und dadurch
eingeschränkte Autonomie.
Bei Gasheizungen finden ebenfalls jährliche Abgaskontrollen
statt.
Wenn man nicht direkt dem Kamin ausgesetzt ist, wäre eine
Gasheizung eine recht umweltfreundliche Angelegenheit. (Probleme
jedoch: Explosionsrisiko und Abhängigkeit von einer Gaszufuhr.)
Für MCSler absolut ungeeignet sind hingegen kleine Gasöfen
und Gas-Kochherde.
Nochmals: Voraussetzung für ein MCS-Haus ist, dass die
Heizung SAUBER und STAUBFREI ist. Es darf kein Verbund der
Heizanlage mit der Raumluft geben. Ebenso sollte kein Staub durch
Konvektion verwirbelt werden. (Wobei schöne alte
Guss-Radiatoren, wie man sie früher verwendete, auch ein
ästhetisches Element wären.)
Im Grundriss sind von Dipl.-Ing. Bumann die Abstrahlflächen
dargestellt. Diese könnten seiner Meinung nach aus Ofenkacheln,
gefliest, geputzt oder aus Edelstahl sein. Gegen letzteres spricht,
dass Metall in einem Haus nicht gut ist, ebenso wenig wie Metall im
Körper (z.B. Zahnersatzmaterial). Bumann betont als Vorteile,
dass sein zentraler Ofen keinerlei Dreck mache und man alle
Flächen raumseitig abwischen könne.
Weiter zur Diskussion steht eine Wärmepumpe kombiniert mit
Bodenheizung. Nennen Sie uns die in Ihrer Praxis gemachten Vor- und
Nachteile: Dipl.-Ing. Matthias G. Bumann, E-Mail: info@dimagb.de,
Urs Beeler, E-Mail: beeler@mythen-post.ch
Wobei man hier nicht die Auswirkungen auf den Boden ausser Acht
lassen darf!
Ist die Elektroheizung die Lösung? Hier muss beachtet werden,
dass keine elektromagnetischen Felder entstehen. Und bedenklich: Bei
früheren Elektro-Speicheröfen wurden z.B.
standardmässig Asbest (!) oder Steinwolle (!) eingebaut.
Matthias Bumann schlägt als Alternative sog. Heizleisten vor
sowie elektrische Marmor-Heizplatten, die man als Heizkörper an
die Wand hängen könne. Bei all diesen Produkten stellt sich
die Frage der Abschirmung. Wer hat welche praktischen Erfahrungen mit
solchen Produkten gemacht? Bitte melden! Dipl.-Ing. Matthias G.
Bumann, E-Mail: info@dimagb.de,
Urs Beeler, E-Mail: beeler@mythen-post.ch
Dipl.-Ing. Matthias G. Bumann: "Die Heizleiste arbeitet mit mind.
70°C Vorlauf. Rohre und Register sind in Holzsockelleisten
verkleidet. Die Wärme steigt an der Wand hoch und erwärmt
diese, daraufhin strahlt die Wand Strahlungswärme ab. Siehe:
sandomus.de, sancal.de. Wobei eine Marmorheizung noch eine gute
Alternative ist: man hängt Marmorplatten wie Bilder auf oder
stellt sie irgendwo an die Wand. Die Strahlungswärme wird hier
mit elektrischem Strom erzeugt. Auf die Variante der zentralen
Versorgung mit Gasheizung (externe Heizzentrale versorgt mehrere bis
alle Einheiten, das Problem besteht hier in der Verteilung der
Wärme) hatte ich bereits telefonisch
hingewiesen."
Äussere Faktoren / Umgebung
Und wenn wir schon beim Strom sind: Natürlich darf ein
MCS-Haus nicht in der Nähe eines Natel-Senders, einer
Starkstromleitung, eines Trafo-Häuschens, einer Bahnlinie etc.
stehen. Neben Elektrosmog darf ein MCS-Haus auch nicht in einer
lärmigen Siedlung oder an einer verkehrsreichen Strasse gebaut
werden. Sämtliche
Komponenten müssen berücksichtigt
werden! ("De Füüfer und's
Weggli!") Auch Immissionen durch Industrie, Gewerbe usw.
Das am besten konzipierte
MCS-Haus nützt nichts, wenn es am falschen Ort
steht!
Solaranlage
Eine PV-Anlage lohnt sich nur, wenn es eine intensive
Förderung gibt. Der Wirkungsgrad der Anlage lässt mit der
Zeit nach und Wartungs- und Unterhaltungskosten werden in der Werbung
selten genannt und eingerechnet. Ausserdem stellt sich die Frage der
umweltfreundlichen Entsorgung.
Eine ST-Anlage erzeugt warmes Wasser - aber in der Regel nur im
Sommer. Also spart man sich eine teure Investition und baut auf das
Dach eine ganz einfache Solaranlage Marke Mittelmeer: ein schwarz
angestrichenes Fass mit Zu- und Ableitung. Dadurch kann im Sommer die
Warmwasser-Bereitung aus bleiben; die Duscharmatur sollte einen
Thermostat haben. (Vorschlag von Dipl.-Ing. M.G. Bumann).
Beeler vertritt hier die konventionelle
Elektro-Boilervariante.
Wasserversorgung
Vorschlag: Autonome Versorgung. Es wird eine Grundwasseranalyse
erstellt und nach Bestätigung wird ein Brunnen gebaut, der die
Siedlung versorgt. In der Schweiz dürfte die Wahrscheinlichkeit,
die Qualitätsstufe reines Quellwasser zu bekommen, recht hoch
sein. Eine flexiblere Standortwahl ergibt sich, wenn die
örtlichen Versorger einwandfreies Wasser anbieten können.
Das wäre mittels Analyse zu belegen.
Ergänzung: Regenwasser wird in Fässern gesammelt, zum
Gießen der Blumen im Garten.
Wasserentsorgung
Das Abwasser wird gesammelt und in einer zentralen Leitung zu
einer biologischen Kläranlage geleitet. Dort erfolgt eine
Reinigung in mehreren Stufen, wobei Pflanzen und Mikroorganismen eine
Rolle spielen. Am Ende kommt sauberes Wasser heraus. Bei
entsprechender Standortwahl kommt ein simpler Anschluss an das
vorhandene Netz in Frage.
Stromversorgung
Elektrischer Strom wird von einem Versorger bezogen. PV-Anlagen
(späteres Problem Entsorgung > Sondermüll) oder
Windräder (störend in der Landschaft und lärmig!) sind
unwirtschaftlich und auf Dauer gesehen unökologisch. Wenn es das
Gewissen beruhigt, kann man einen Tarif für Ökostrom
abschließen.
Lüftung
Es wird (ausser, es wünscht dies jemand speziell oder es ist
immunsystembedingt nötig) keine Lüftungsanlage eingebaut;
jeder Raum wird natürlich be- und entlüftet. Die
Bedarfslüftung nach der guten alten Fenster-auf-Methode hat sich
bestens bewährt (natürliche Lüftung). Außerdem
hat man einen Luftwechsel über Fensterfugen, wenn man von
vornherein vernünftige Fenster (ohne Kunststoffe, Silikon etc.
abgedichtete) hat. Keime, Stäube und Bakterien haben somit keine
Lüftungskanäle als Brutstätte.
Elektroanlage
Es gibt sogar hierfür Selbstbausätze, wo Kabel und
Klemmstellen farbig markiert sind. Ein Elektromeister wird alle
Anlagen prüfen, abnehmen und aufklemmen. Die Steckdosen sollten
im hinteren Bereich konzentriert sein, dadurch lässt sich der
Elektrosmog örtlich eingrenzen. Kabel kann man im
Fußbodenaufbau verlegen. Man kann auch so konsequent heran
gehen und z.B. im Schlafzimmer ganz auf Elektrizität
verzichten.
Eine andere Variante ist das Verlegen mit Röhrchen (wie man das
um 1910 herum machte). > Wobei wiederum der Elektrosmog zu
berücksichtigen ist!
Wo Strom durch einen Leiter fließt, entstehen elektrische
Felder. Man kann zwar Leitungen abschirmen, aber die Geräte
nicht. Daher sollte man alles möglichst in einer Ecke
konzentrieren, um wenigstens die Hälfte des Hauses frei von
Elektrosmog zu haben.
(4) Außenanlagen
Zu jedem Häuschen sollte ein kleiner
Garten gehören, der zum Aufenthalt im Freien einlädt. Falls
PKW zum Eigentum gehören, werden die etwas entfernt auf
Sichtweite untergestellt. Entweder genügen Carports oder man
gibt mehr Geld für Fertiggaragen aus. Es gibt Fertiggaragen mit
einem gebogenen Dach, die man mit einem Gründach versehen
kann.
In die Überlegung sei einzubeziehen, dass ein Gründach auch
ein Stück wieder gewonnene Landschaft ist. Ein Gründach ist
bei einfacher Ausführung (8 cm, 1-schichtig, Sedum) nicht viel
teurer als ein Kiesdach, langfristig betrachtet kann es sogar
wirtschaftlicher sein.
(5) Aussichten
Nachhaltigkeit: Das MCS-Haus in
dieser Ausführung ist eine massive, solide, wertbeständige
Sache, was auch die Banken so sehen werden. Sollte man dennoch einmal
abbrechen, sind es Holz- und mineralische Stoffe, deren Recycling
unbedenklich ist.
Überlegungen:
* Frostsicherheit der biologischen Kleinkläranlage
* Variante H02 mit Heizleisten
* zentrale Versorgung bzw. Gruppenanlagen für die Heizung
* Vorteile eines Steildaches? (Kosten/Nutzen)
* Variante H03: eine elektrische Marmorheizung
* Anwendung von TKMT (thermokeramische Membrantechnologie mit
endothermen Effekten)
* Kostenoptimierung durch Hausgruppen (Limit durch
Verschattungsproblematik)
Nächste Schritte
Urs Beeler:
- Bedarf eruieren
- Neugier wecken
- die Idee propagieren
- eine Lobby schaffen
- Sponsoren und Fördermöglichkeiten finden
M. Bumann:
* Baukosten überschlägig berechnen; zunächst eine
Schätzung und dann eine Ermittlung
* Erarbeitung einer Positiv- und einer Negativliste für
Baustoffe
* Variantenentwürfe nach ermitteltem Bedarf
* Einbeziehung von Partnern (Hersteller)
* Unterstützung bei Sponsorensuche in späterer
Projektphase
Es sei zu beachten, dass wir von Vorentwürfen
und Skizzen reden. Ich bitte auch weiterhin um viele Fragen,
Anregungen und Hinweise. Besser schrittweise gemeinsam entwickeln,
als planen und ändern.
Entweder direkt (E-Mail: info@dimagb.de)
oder über Urs Beeler (E-Mail: beeler@mythen-post.ch).
© DIMaGB
Berlin, 08.09.2004
Dipl.-Ing. Matthias G. Bumann
DIMaGB Baubeschreibung MCS-Haus Schwyz
Für Informationen:
Bauleitung, Bauplanung, Bauberatung
Dipl.-Ing. Matthias G. Bumann
Wilhelminenhofstr. 50,
D-12459 Berlin
Tel. +49-30- 67 48 97 27
Fax +49-30- 67 48 92 13
Mobil: 01 77 - 88 58 495
Homepage: http://www.dimagb.de
E-Mail: info@dimagb.de
Mitglied der Baukammer Berlin
Bauvorlageberechtigung: P1694
Spezialisierung: Bauen im Bestand, Baukosten
Freier Sachverständiger für Privatgutachten
DIMaGB.de - Informationen für Bauherren
http://www.bauko.biz
Baukostenmanagement B2B & B2C
Mythen-Post
Urs Beeler
Postfach 7
CH-6431 Schwyz
Tel./Fax. 041 811 20 77
E-Mail: beeler@mythen-post.ch
Spezialisierung: MCS, Umweltmedizin, Baubiologie, Konsumentenschutz, Umweltschutz
Texte zum Thema Baubiologie (von der HAGA AG):
"Beachten
Sie beim Bauen die
Oeko-Toxizität"
Bauen
mit Wissen und Gewissen
Verputze
und Isolationen müssen atmen können
Kommentare zum MCS-Haus
Donnerstag, 16. September 2004
Sehr geehrter Herr Beeler,
mit Interesse habe ich die Berichte über Ihr MCS-Haus
Projekt gelesen. Für Infos zu
Marmorheizplatten empfehle ich www.gemetherm.de. Die Firma ist ein
bodenständiges Unternehmen und produziert Natursteinheizplatten
in guter Qualität und ohne Kleber. Bei elektrischen Heizplatten
sind allerdings meistens die Anschlussleitungen aus Silikonkabel
(wegen der erhöhten Hitzebeständigkeit), ließe sich
bestimmt auch anders lösen.
Viel Erfolg bei diesem Projekt.
Mit freundlichen Grüßen
G.F.
Bitte geben Sie meine E-Mail-Adresse und meinen Namen nicht weiter - ich bekomme schon genug Spam.
Freitag, 17. September
Sehr geehrter Herr Beeler,
ich habe noch eine Anmerkung zum Elektrosmog. Sie schreiben:
Wo Strom durch einen Leiter fließt, entstehen
elektrische Felder. Man kann zwar Leitungen abschirmen, aber die
Geräte nicht."
Das elektrische Feld ist bereits ohne Stromfluss vorhanden. Wenn
dann der Strom fließt (z.B. durch Einschalten eines
Gerätes) entsteht ein magnetisches Feld. Dieses Feld wird auch
durch Abschirmungen um Kabel nicht vermindert. Eine Abschirmung ist
deshalb wenig sinnvoll. Besser ist der Einsatz von
Netzfreischaltgeräten.
Mit freundlichen Grüßen
G.F. (bitte Namen nicht veröffentlichen)
Freitag, 17. September 2004
Sehr geehrter Herr F.
Ganz herzlichen Dank für Ihre Anmerkungen. Der erwähnte
Satz stammt von Dipl.-Ing. Matthias G. Bumann; ich leite ihm Ihre
Nachricht gerne weiter. Wir sind für Tipps sehr dankbar!
Mit freundlichen Grüssen
Urs Beeler
PS: Ihrem Wunsch gemäss wird Ihr Name nicht veröffentlicht.
Samstag, 18. September 2004
Eine Abschirmung kann nur in der Fläche
sinnvoll sein, so in Wänden, Decken und Dächern. Dazu nimmt
man Metallnetze, die einen Faradayschen Käfig bilden und so
einen abgeschirmten Bereich schaffen. Dieser Bereich ist von Kabeln
und Geräten freizuhalten, sonst war alles sinnlos.
Mit freundlichen Grüssen
M. Bumann (E-Mail: dimagb2004@arcor.de)