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Mythen-Post |
Rechtsanwaltsbüro Kuny & Wolf |
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Urs Beeler |
z.H. Herrn lic. jur. Theo Kuny |
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Postfach 7 |
Postplatz 6 |
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6431 Schwyz |
6430 Schwyz |
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Tel. 041 811 20 77 |
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Samstag, 25. September 2004
Sehr geehrter Herr Kuny
Ich danke Ihnen für Ihr Schreiben (Fax) vom 22.9.04 und betone,
was ich von Anfang an sagte, dass ich an einer guten und
einvernehmlichen Lösung interessiert bin.
Ihre Ausgangslage ist dabei wesentlich einfacher als die
meinige.
Vorgeschichte
Wegen 2,5% Zins-Differenz zum Schuldbrief liess mich die Schwyzer
Kantonalbank finanziell hochgehen. Mit entsprechender
Solidarität (es wäre vor der Zwangsversteigerung vom 2.
September sogar noch eine Neufinanzierung durch die Sparkasse Schwyz
möglich gewesen), wäre ich heute noch Eigentümer der
Liegenschaft. Die ganze Geschichte lässt sich mit den
entsprechenden Dokumenten unter www.mythen-post.ch nachlesen.
Durch das sture Festhalten der Schwyzer Kantonalbank bin ich nun
meinen Erbteil los und erlitt einen Verlust von Fr. 242'000.--. (Fr.
1.36 Mio. minus Fr. 1,602 Mio. = minus Fr. 0,242 Mio.).
Die Profiteure: Die Schwyzer Kantonalbank hat ihren Willen
durchgesetzt und Walter Fässler eine prächtige Liegenschaft
unter Wert erhalten.
Aktuelles
Mit Schreiben (Fax) vom 10. September 2004 teilt mir Walter
Fässler mit, dass ich nach 39 Jahren glücklichem Dasein in
der Alten Brauerei bis spätestens 30. September 2004 die
Liegenschaft zu räumen hätte. Ich mache ihm darauf am 14.9.
schriftlich den Vorschlag, sämtliche Kosten für drei Monate
zu übernehmen. (Walter Fässler hätte den Betrag direkt
vom Kaufpreis abziehen können.) Dadurch bliebe mir genügend
Zeit zur sorgfältigen Räumung. Das entspreche auch dem, was
jedem Mieter heutzutage vom Gesetz her mindestens zustehe.
Varianten
Vermietung im IST-Zustand, Umnutzung, Total- oder Teilabriss? Man
weiss bis jetzt nicht, was Walter Fässler mit der Alten Brauerei
vor hat. Diesbezüglich hat er auch - soviel mir bekannt ist -
bis heute anderen Journalisten keine Auskunft gegeben.
Ich finde die aktuelle "Drei Königen"-Erweiterungsvariante
architektonisch nicht harmonisch und habe dies auch den
verantwortlichen BSS Architekten gesagt. Der sog. Tante-Berti-Teil
(gelber Gebäudeteil unten rechts) der Alten Brauerei wird
durchschnitten. Statt Sonne und Südlage zu geniessen, starren
künftige Mieter dieses Teils nur noch an eine Wand. Die
prächtige Aussicht von der Terrasse her auf den Grund fällt
weg. Dem BSS-Modell nach zu urteilen kommt an diese Stelle ein
zweites, schräg gestelltes "Bruhin-Haus" hin, dessen Dachstuhl
standardmässig mit Sondermüll (Stein- oder Glaswolle)
isoliert sein wird.
Denkbar ist, dass dieses Projekt aufgrund der aktuellen Situation
wegfällt und es eine Grossüberbauung "Drei Königen"
geben wird. Wenn dann wieder diese BSS-Mentalität ("Nach uns die
Sintflut") durchschlägt - dann gute Nacht!
Aus obigem Grund bin ich an Firmen, Freunde, Bekannte, Abonnenten,
Gönner und Sympathisanten gelangt mit der Idee, Walter
Fässler die Alte Brauerei zum betreibungsamtlichen
Schatzungswert von Fr. 1,45 Mio. zurückzukaufen. Walter
Fässler würde damit immerhin einen Bruttogewinn von Fr.
90'000.-- erzielen.
Meine Absicht wäre, mit Unterstützung
des Bundesamtes für Wohnungswesen in
Grenchen und Gleichgesinnten, günstige baubiologische Wohnungen
für MCS-Betroffene an der Kollegiumstrasse 4/6 in Schwyz
anzubieten - und damit die Alte Brauerei zu retten.
Ob ich diesmal jedoch die nötige Solidarität in der Praxis
erhalte und Walter Fässler überhaupt zu einem Verkauf
bereit wäre, wird sich in den nächsten Tagen
herausstellen.
Räumung
In den vergangenen Monaten habe ich mir genau überlegt, was man
mit der Alten Brauerei bestmöglich anstellen könnte.
Bilder/Zeichnungen etc. dazu finden Sie im Internet. Walter
Fässler und Sie verfolgen jetzt eine total andere Schiene und
zwar geht es darum, wie Sie mich möglichst geräuschlos aus
der Alten Brauerei bringen können.
In diesem Zusammenhang gibt es verschiedene Probleme: Da bis zum 2.
September die Zukunft der Alten Brauerei völlig ungewiss war und
bis zum letzten Moment Hoffnung bestand (die Möglichkeit
wäre ja bestanden, dass mein Bruder die Liegenschaft
ersteigert), gab es nicht den geringsten Grund, die Alte Brauerei
vorher zu verlassen. Zudem gibt vermutlich nur ganz wenige Objekte
(falls überhaupt!) im Talkessel Schwyz, die annähernd eine
solche Wohn- und Lebensqualität bieten.
Vom Gesetz her ist Walter Fässler am längeren Hebel. Er
denkt dabei nicht so bewahrend, wie das meine Eltern und ich getan
haben (z.B. Heinz von Euw und Alois Fischer seit 1960 eingemietet).
Nach 39 Jahren soll ich bis 30. September 2004 die Brauerei
geräumt haben.
Wäre ja schön, wenn das so einfach wäre! Trotz
Aufrufen im Regionalfernsehen "Tele Tell", Berichterstattungen in "20
Minuten" (grösste Tageszeitung der Schweiz), Präsenz im
"Bote der Urschweiz", der "Neuen Schwyzer Zeitung", der "Neuen
Luzerner Zeitung" usw. ist es mir bis jetzt nicht gelungen,
MCS-gerechten Wohnraum mit
separatem Eingang und separater Waschküche für mich zu
finden. Ebenso wenig hat die
Kontaktaufnahme mit Klöstern, Pfarrämtern etc. betr. einer
akzeptbablen Übergangslösung etwas gebracht. Der ganze
Kanton Schwyz scheint ausgebucht zu sein!
Weil Sie mich möglichst rasch aus dem Haus haben wollen, habe
ich zusätzlich im Internet einen Aufruf lanciert, dass ich sogar
zu einem Gang ins Exil nach Deutschland, Österreich, Frankreich,
Dänemark etc. bereit sei, wenn mir dort geeigneter Wohnraum zur
Verfügung gestellt werde. Bis jetzt bekam ich - trotz einer
Besucherfrequenz von rund 130'000 Hits pro Monat auf der Mythen-Post
Homepage - keine positive Nachricht.
Das System ist überfordert
Es ist absolut tragisch,
dass es offenbar nicht möglich ist, in der Schweiz etwas, was
selbstverständlich sein müsste - eine schadstofffreie
Wohnung mit sep. Eingang und sep. Waschmaschine/-küche - innert
nützlicher Frist zu finden resp. zur Verfügung gestellt zu
bekommen.
Wenn jemand vom Grossen Mythen abstürzt, ist die Rega sofort da
und der Verunfallte wird ins nächste Spital geflogen. Wenn mich
auf dem Zürcher Paradeplatz eine Wespe sticht und ich unter
einer schweren Insektengiftallergie leiden würde (was ich nicht
tue), würde ich unverzüglich mit der Ambulanz in die
Allergiestation der Uniklinik Zürich gebracht. In Sachen
Symptombekämpfung ist das Schweizer Gesundheitswesen
Weltmeister. Wer jedoch an einer seltenen Immunsystemerkrankung - MCS
- leidet, wo nur der Expositionsstopp etwas bringt, da versagt
das komplette System - und es ist höchste Zeit, dass sich das
ändert!
Zeit
Sehr geehrter Herr Kuny, ich weiss nicht, wie Sie oder Herr
Fässler reagieren würden, wenn Ihnen gesagt würde,
dass Sie innert 14 Tagen Ihre Wohnung/Ihr Büro räumen
müssten, ansonsten die Zwangsräumung drohe. Ich appelliere
an Ihren gesunden Menschenverstand und daran, sich auch einmal
folgendes Szenario zu überlegen:
1. Hätten Sie Lust und Interesse daran, dass bei Ihnen irgend
ein vom System aufgebotener Amtsarzt (die Behörden meinen es ja
nur "gut"!) kommt und Ihnen einen eine 30 cm lange bis auf den
letzten Kubikmillimeter geladene Beruhigungsspritze verpasst?
Löst das Ihre Probleme?
2. Möchten Sie als kräftige, über 230 Pfund schwere
Person von 6 Beamten überwältigt, mit Handschellen
versehen, abgeführt und in einen bereitstehenden Opel Caravan
verfrachtet werden? Was bringt das?
3. Möchten Sie anschliessend in einer Gefängniszelle
über Ihre weitere Zukunft und die Starrheit, Widersprüche
und Ungerechtigkeiten des Systems nachdenken?
4. Oder hätten Sie Interesse daran, in eine schadstoffbelastete
kleine Sozialwohnung abgeschoben zu werden, in der Ihr Immunsystem
draufgeht? (MCS interessiert heute noch wenige. In zehn Jahren wird
es - dank meinen Bemühungen - vermutlich schon ganz anders
aussehen und MCS-Behausungen werden vorhanden sein.)
5. Wenn Ihnen die Punkte 1-4 auch nicht angenehm sind. Welche
Alternativen gibt es?
Das System "vollzieht" einfach, wie es das Gesetz vorsieht. Ob
sinnvoll oder nicht, menschenwürdig oder nicht, gerecht oder
nicht, situationsangepasst oder nicht, vernünftig oder nicht. -
Warum nicht Konsenslösungen zwischen vernünftigen,
verantwortungsbewussten Menschen suchen?
Es geht um positive Lösungen!
Neben einer MCS-gerechten Behausung (mit separaten
Eingang/Waschmaschine) zu finden, muss ich auch noch mein Büro
und Archiv zügeln, benötige ich einen Raum zur Aufbewahrung
schöner Antiquitäten (nicht in meinem Besitz). Statt mich
zwangsauszuweisen, wäre ich Ihnen sehr verbunden, wenn Sie mir
bei der Lösung dieses Problems helfen würden.
Dann löst sich
nämlich automatisch auch Ihres resp. jenes von Walter
Fässler! An meiner
Gesprächsbereitschaft soll es nicht liegen und ich werde mich
bei Ihnen zu dem von Ihnen angebotenen Termin gerne melden.
Bis dahin verbleibe ich
mit freundlichen Grüssen
Urs Beeler