(vo) In unserem Gesundheitswesen ist es problemlos
möglich, sich für (zehn)tausende von Franken mit
irgendwelchen Medikamenten eindecken zu lassen. Ebenso ist unser
Gesundheitssystem auf Arzt-Odyseen ausgelegt, d.h. wenn Sie Lust und
Zeit haben, können Sie über Jahre hindurch eine x-beliebige
Zahl von Mediziner konsultieren. Sinnvoll oder nicht - es wird alles
von den Krankenkassen bezahlt. Medizinerstand und Pharmaindustrie
verdienen daran.
Allergiker werden mit Antihistaminika, Antibiotika etc. vollgepumpt,
Depressive mit Psychopharmaka. (Fast) egal, was für eine
Krankheit Sie haben: Arzt und Pharmaindustrie sind für Sie
da!
Pech hat, wer in unserem phänomenal ausgebauten Gesundheitswesen
an der seltenen Immunsystemerkrankung MCS erkrankt ist.
Expositionsstopp ist das A und O
Bei MCS (Multiple Chemical Sensitivity) hilft nur der
Expositionsstopp. Normale Allergiker werden von der
Schulmedizin mit Cortison, Anthistaminika, Antibiotika etc.
zugedröhnt. Bei MCS bringt dies rein gar nichts. Dies sagt sogar
der sonst sehr chemiegläubige ehemalige Leiter der
Allergologischen Uniklinik Zürich Prof. Dr. med. Brunello
Wüthrich. Ebenso nutzlos sind alternativmedizinische
Behandlungen wie Homöopathie, Bioresonanz, Elektroakupunktur,
Akupunktur, Akupressur, Neuraltherapie, Chinesische Medizin,
Bachblüten etc. (deren Wirksamkeit wissenschaftlich ohnehin
nicht erwiesen ist!)
Und auch das teure Geld für "14 Tage Kuraufenthalt in Cran
Montana" (gehört zum Standardprogramm vieler Innerschwyzer
Ärzte) oder in irgend einer Dermatologischen/Allergologischen
Höhenklinik kann man sich sparen.
Kuraufenthalter hört man über katastrophal schlechtes Essen
klagen. Manche Aufenthalter verfallen (erst in der Kur!) in
Depression, andere wünschen, den verantwortlichen Koch zu
erschiessen... Kritik über Kuraufenthalte darf jedoch in der
Praxis gegenüber vielen Hausärzten nicht geäussert
werden, sonst reagieren diese sauer. Denn was ärztlich
angeordnet wurde, muss kritiklos durchgezogen werden! Man will ja nur
"das Beste" für den Patient... (Wird dafür Provision
bezahlt?)
Klinikleitungen Schweizer oder Deutscher Dermatologischen
Höhenkliniken wissen in der Regel nicht, womit ihre Wäsche
gewaschen wird - und sorgen mit standardmässig parfümierten
Waschmitteln bei ihren Kuraufenthaltern für Ekzeme und
Allergien, die dann mit Cremen, Salben und Cortison "erfolgreich"
therapiert werden. Die Dermatologie/Allergologie steckt in einem
tiefen Sumpf. (auf der Homepage nachzulesen).
Das rein auf irgendwelche
Symptombekämpfung ausgelegte Schweizer Gesundheitswesen bringt
einem MCSler rein gar nichts! Ebenso nutzlos sind bei MCS
Sozialpsychiatrische Dienste, weil man vorhandene Umweltschadstoffe
und ein auf Chemikalien hochempfindlich reagierendes Immunsystem
nicht wegdiskutieren kann. (obwohl für manche MCSler
natürlich die Krankheit auch eine seelische Belastung
darstellt). Was wirklich etwas bringt, ist ein
Expositionsstopp.
Obwohl dies im Prinzip eine
einfache Sache wäre (sein müsste!) und gesundem
Menschenverstand entspricht, ist die Realisierung heutzutage enorm
schwierig.
Um was geht es bei MCS?
Damit man mit dieser Krankheit leben kann, muss man sich das
Umfeld MCS-gerecht einrichten, das heisst sämtliche allergie-
und MCS-verursachenden Substanzen meiden (Expositionsstopp). Dies -
nochmals - bedeutet: Keine parfümierten Waschmittel, keine
parfümierten Weichspüler, keine parfümierten Deos,
keine parfümierten Haarshampoos, keine Cremen, keine
parfümierten Putz- und Reinigungsmittel, keine parfümierten
Abwaschmittel, kein parfümierter Rasierschaum, keine
ätherischen Öle, keine "Lufterfrischer" (in Wirklichkeit
Luftverschmutzer wie z.B. Airwick), keine Raumbeduftungen, keine
ausdünstenden Baustoffe, keine ausdünstenden
Holzschutzmittel, kein Kontakt mit Glaswolle (Problem Fasern und
ausgasendes Phenolformaldehydharz) usw. Das Immunsytem eines echten
MCSlers ist vergleichbar mit einem AWACS-Flugzeug, dessen Radar viel
mehr erkennt und auswerten kann als die Elektronik eines normalen
Verkehrsflugzeuges. Wer an MCS leidet, hat es heutzutage schwer, weil
die ganze Umwelt mit Schadstoffen überflutet ist/wird.
Das Leben in einer normalen Mehrfamilienhaus-Wohnung (Wohnblock) z.B.
ist nicht möglich, weil dort standardmässig
Parfümwolken von Waschmitteln aus der Waschküche
hochziehen, Treppenhäuser nach Parfüm, Rauch etc. riechen.
"Normale" Wohnungen weisen verleimte (ausdünstende) Teppiche,
PVC, Kathon-Farben etc. auf. Ein grosses Problem ist, dass in solchen
Wohnungen standardmässig parfümierte Putz- und
Reinigungsmittel eingesetzt werden; die Duftstoffe verflüchtigen
nicht gänzlich wie fälschlicherweise oft angenommen wird,
sondern "kleben" regelrecht auf den "gereinigten" Oberflächen.
Besonders problematisch sind vor allem die polyzyklischen
Moschus-Verbindungen. (Die Gesundheit von MCSlern wird in der Praxis
heutzutage weder durch das geltende Mietrecht noch durch
Hausordnungen geschützt.) Leute mit "normalem" Immunsystem
(darunter auch eine Unzahl von Ärzten) können gar nicht
nachvollziehen, worum es geht. Deshalb Beelers MCS-Pionierprojekt
> auf der Homepage erläutert.
MCS hat mit einer psychischen Erkrankung nichts zu tun, sondern es
handelt sich um einen Überempfindlichkeitsreaktion des Zentralen
Nervensystems auf chemische Schadstoffe. So, wie ein Zuckerkranker
Insulin benötigt, so braucht ein MCSler eine möglichst
schadstofffreie Behausung. So, wie ein Gehbehinderter ein Rollstuhl
benötigt, so brauchen MCSler separate Hauseingänge
zu ihren Behausungen. (da ein Treppenhaus heutzutage
standardmässig mit dem üblichen Chemiecocktail eingedeckt
wird).
Beiträge zum Thema MCS und was man tun kann/muss, finden Sie auf
der Mythen-Post Homepage.
Wie aus MCS-Kreisen zu vernehmen ist, haben sich MCS-Betroffene schon
umgebracht, deshalb, weil sie für ihr Immunsystem keinen
geeigneten Wohnraum fanden.
Egal, wie die Story mit GB 845 ausgeht, wird Urs Beeler für
schadstofffreien Wohnraum für MCS-Betroffene kämpfen und
nach Möglichkeit das mit Dipl.-Ing. Matthias G. Bumann, Berlin,
Projekt "kleines 1-Personen-MCS-Haus" (als Prototyp) zu verwirklichen
versuchen.
Mit der wachsenden Überflutung mit chemischen Schadstoffen wird
die Zahl der MCS-Betroffenen in den kommenden Jahren weiter
ansteigen. Deshalb gilt es heute für Bedingungen (spezielle
Behausungen, MCS-gerechte Produkte) zu sorgen, damit die Betroffenen
von morgen ein menschenwürdiges Leben mit dieser Krankheit
führen können.
E-Mail an: Mythen-Post