Montag, 7. September 2004
(vo) Rathgeb's Bioprodukte, Unterstammheim, hat in
der Vergangenheit von der Mythen-Post viel Lob geerntet. Aus gutem
Grund, zeichneten sich doch die Rathgeb-Produkte nicht nur durch
köstlichen Geschmack, sondern auch durch vortreffliches
Äusseres aus.
Leider gibt's jetzt auch Anlass zur Kritik. Und zwar geht's um
Bio-Tomaten der Firma Biotta, Tägerwilen (TG), die zugekauft und
bei Rathgeb abgepackt wurden. Was da qualitativ angeboten wird,
entspricht nur gerade "Frilog-Qualität".
Als Abpackdatum steht "6.9.04" auf der Verpackung. Die Tomaten
machten jedoch einen beträchtlich kühlgelagerten Eindruck.
Vom Geschmack her nicht zufriedenstellend. Zwar sind sie noch knapp
besser als die berüchtigten konventionellen Chemiespritz-Tomaten
aus dem Turbenthal, die so künstlich aussehen wie aus Plastik.
Ein Trost für qualitätsbewusste Bio-Kunden, die Wert auf
vortrefflichen Geschmack und gesundes Äusseres legen, ist es
jedoch nicht.
Rathgeb weiss sehr gut, was die Mythen-Post unter hervorragenden
Bio-Produkten versteht und produziert resp. kauft im Normalfall auch
nur solche Top-Erzeugnisse ein. So ist zu hoffen, dass "Biotta"
lediglich ein Ausrutscher war.
Nachtrag vom 9. September 2004: Dass die
Mythen-Post mit ihrer Einschätzung richtig gelegen hat, beweist
ein neuerlicher Kauf am 9.9.04 von Bio-Tomaten (abgepackt von
Rathgeb, erzeugt von der Biotta AG) der gleichen Lieferung in
derselben Coop-Filiale. Die Bio-Tomaten mit identischem Abpackdatum
(6.9.04) sind immer noch im Verkauf, aber bereits weich und eine der
Bio-Zweigtomaten weist ein auffälliges schwarzes
Fäulnis-Loch auf!!
Es ist traurig, dass Bio-Produkte, von denen der Konsument Genuss und
Gesundheit erwartet, unmittelbar nach dem Kauf entsorgt werden
müssen. [Anmerkung der Mythen-Post: Die Mythen-Post hat
die erwähnten Tomaten nicht selber in der Filiale eingekauft,
sondern liess sich durch eine Drittperson posten.] Und was
nützt ihm die Rückgabemöglichkeit, wenn er dafür
keinen tadellosen Ersatz bekommt (weil nur mangelhafte Ware im
Angebot ist)?
Was lehrt dieser Fall? Es ist wichtig, dass die ganze "Bio-Kette"
stimmt: angefangen vom Erzeuger, über den Abpackbetrieb,
Transport bis zum Grossverteiler. Gleichgültigkeit und
Desinteresse, wie es leider heutzutage allzu oft anzutreffen ist,
sind völlig fehl am Platz. Alle erwähnten Instanzen sind
zur Kontrolle verpflichtet; auf diese Weise kann einwandfreie
Qualität garantiert werden.
In der Praxis ist dies leider heutzutage nicht der Fall. In allzu
vielen Schweizer Grossverteiler-Filialen ist es Realität, dass
alte Ware (achten Sie z.B. auf braune Bananen!) in
Frischprodukte-Abteilungen stehen (nach dem mehr als
fragwürdiges Motto: "Zuerst muss die vorhandene Ware
fortkommen").
Was können Sie als Konsument gegen diesen Missstand tun?
Lassen Sie sich das nicht
gefallen und reklamieren Sie bei den Zentralverwaltungen der
Grossverteiler (Coop, Migros, Spar etc).
Speziell als Bio-Konsument
haben Sie ein natürliches Anrecht darauf, absolut frische und
einwandfreie Qualität zu erhalten.
Wenn das der Fall ist, ist der Mehrpreis für Bio-Produkte
gerechtfertigt.
Und noch ein Tipp: Bestellen Sie vor! Handeln Sie mit der
Filialleitung aus, dass Sie frische Bio-Produkte z.B. ein Tag vorher
bestellen können. So haben Sie Gewähr, dass Sie auch
wirklich frische Ware bekommen! Für den Mehrpreis, den Sie als
Bio-Konsument bezahlen, haben Sie - nochmals - auch ein Anrecht auf
absolut einwandfreie Bio-Qualität!