(km) Am 25.1.2002 brachte die Sendung "10 vor 10"
auf SF 1 einen interessanten Beitrag zum Thema Asbest. Italien
verzeichnet unzählige Asbestopfer; diese arbeiteten vor Jahren
in der Schweizer Asbest-Produktion. Namentlich genannt wurde die
Eternit AG aus Niederurnen (GL), die während Jahrzehnten Asbest
herstellte. Der Sprecher der Eternit AG behauptete, man habe halt in
den Dreissigerjahren noch nichts von der Gefährlichkeit von
Asbest gewusst. Später wusste man es mit Sicherheit - und es
wurde trotzdem ungeniert weiter produziert. Das Asbest-Verbot trat in
der Schweiz nämlich erst im Jahre 1990 (!) in Kraft.
Wirtschaftliche Prosperität hatte und hat in der Schweiz Vorrang
und ist wichtiger als die Volksgesundheit oder volkswirtschaftlichen
Schaden durch Altlasten zu verhüten.
"10 vor 10" wollte die SUVA zu diesem Thema befragen. Doch diese
verweigerte eine Stellungnahme.
Nach Jahren bzw. Jahrzehnten leiden viele ehemalige italienische
Asbest-Arbeiter an den Folgen (z.B. Lungenkrebs) von Asbest-Staub.
Die Italiener fordern, dass die Asbest-Problematik nun neu
aufgegriffen und vor allem auch rechtlich abgeklärt wird.
Während zurecht und mit gutem Grund Sünden aus der
Vergangenheit neu aufgerollt werden, findet im Kanton Schwyz (und
schweizweit) das nächste Isolationsdesaster statt, bei dem der
Kanton sogar noch selber aktiv mitwirkt: Statt Asbest wird einfach
mit den Nachfolgeprodukten - Glas- und Steinwolle - gearbeitet. Bei
der Sanierung des Verkehrsamtes Schwyz kamen beide Materialien zum
Einsatz. So ist das teuer sanierte Verkehrsamt bereits im Neuzustand
ein Sanierungsfall und eine Altlast.
Das Mythen-Center wurden tonnenweise mit berüchtigter Glaswolle
isoliert. Ebenso viele weitere Objekte im Talkessel (Schauen Sie auf
unserer Homepage unter dem Stichwort "Isolation").
Verantwortung übernehmen ist in der
Schweiz gefährlich
Stellen Sie sich vor, die Mythen-Post hätte im Jahre 1960
vor Asbest gewarnt und Eternit namentlich kritisiert. Es wäre
mit grosser Wahrscheinlichkeit folgendes passiert: Es wäre eine
Klage wegen "unlauterem Wettbewerb" eingereicht worden und die
Mythen-Post wäre anschliessend zu Gefängnis oder Busse
verurteilt worden.
Der wirtschaftliche Schutz der Asbest-Hersteller wäre
für die Justiz mit grosser Sicherheit wichtiger gewesen als
Gesundheitsgefährdung und volkswirtschaftlichen Schaden
abzuwenden. So funktioniert der Staat! Gleichzeitig hätte
die Bau- und Gewerbemafia versucht, die Mythen-Post mit Boykotten zum
Schweigen zu bringen. - Dagegen könne man nichts machen. Das sei
"freier Markt", würde dieselbe Justiz antworten. Die Mythen-Post
hätte halt mit dem rechnen müssen.
Schon komisch: die Wirtschaftsmafia würde geschützt - die
freie Presse nicht.
Und genauso läuft es heute ab. Setzen Sie statt Eternit die
Namen I. und F. ein, und anstelle von Asbest Glas- und Steinwolle -
und Sie wissen, wie das Spiel funktioniert.
Wie steht's mit den Altlasten?
Es geht hier nicht "nur" um erkrankte Leute, für welche
verantwortliche Firmen haftbar gemacht werden müss(t)en. Es geht
ebenso um den immensen Schaden (Altlasten!), der früher die
Asbest-, heute die Glas- und Steinwolleindustrie auf Kosten von
Bauherren, Hauseigentümern, ja der Allgemeinheit verursacht. Wo
ist hier die Justiz, die für Gerechtigkeit sorgt?
Es stellt sich auch die Frage: wie kann so etwas überhaupt
passieren? Früher konnte man vielleicht noch sagen: "Das wussten
wir nicht." Heute jedoch ist das Wissen vorhanden, aber man will
es nicht hören.
Warum können sich die Verursacher stets
herausreden?
Wenn die Kornmatt-Schulhäuser in Brunnen in den 60er Jahren
mit Asbest isoliert wurden, zahlt heute deren Sanierung der
Steuerzahler. Warum nicht der/die Hersteller und die Firmen, die
diesen Müll einsetzten? Weil es schon "verjährt" ist? Ist
Ihnen schon aufgefallen, dass nachträglich praktisch nie jemand
haftet oder zur Rechenschaft gezogen wird?
Warum werden Produzenten hochgiftiger Holzschutzmittel und die
anwendenden Firmen nicht haftbar gemacht? Warum müssen die
Opfer, Krankenkassen, IV etc. für die Folgeschäden
aufkommen? Finden Sie das gerecht? Fragen Sie doch einmal einen
Wirtschaftsvertreter, was er dazu meint.
Warum kommt hier nicht das Verursacherprinzip zum Zug, dass
Produzenten und Firmen, die problematische Produkte anwenden, zur
Rechenschaft gezogen werden?
Wer sorgt in diesem Land eigentlich für Recht und Gerechtigkeit?
Etwa Staat und Justiz? Oder sind es die angepassten Medien? Denken
Sie nach!
E-Mail an: Mythen-Post