Montag, 3. November 2003
Sehr geehrte Damen und Herren
Es ist eigenartig, dass solche Artikel über die "wüsten"
Holzheizungen überhaupt noch vorkommen. Natürlich, wenn man
Holz verbrennt, vor allem in alten Öfen, dann mag es besonders
bei schlecht getrocknetem Holz etwas [Anmerkung der
Mythen-Post: "Etwas" ist gut...] Rauchentwicklung und somit
auch Geruchsimmissionen geben. Dass das aber auch bei
Ölheizungen passiert [Anmerkung der Mythen-Post: Wo, wenn
streng kontrolliert wird?] und dass auch der Belag auf den
Fenstersimsen nicht nur vom Holz herrrührt [Anmerkung der
Mythen-Post: Auch vom Verkehr und der Industrie!], kann man
besonders deutlich in der Stadt Zürich zeigen. Aber die
Umweltfreundlichkeit der Holzheizung ist trotzdem vorhanden, denn
Holz ist regenerierbar, ganz im Gegensatz zu den fossilen
Brennstoffen. Also auf der CO2-Ebene (lies
Treibhauseffekt) passiert mit der Holzheizung gar nichts. Das Holz
wächst nach, ist also umweltneutral. Dazu kommt, dass die
Energieausbeute bei einer modernen Holzheizung extrem viel besser
[Anmerkung der Mythen-Post: Keine Werbesprüche der
Holzenergie-Lobby - Wo sind die FAKTEN?!!!] ist als bei allen
anderen, Erdgas ausgenommen. Also wird in diesem Artikel wieder nur
einmal bis zur Nase gedacht... Der Rest ist ja wurst! Ich werde
demnächst eine Holzheizung im Haus installieren, gerade weil
Holz CO2-neutral ist.
Bernhard Meili (E-Mail: b.meili@kme)
Kursleiter KME
Schönberggasse 1
8001 Zürich
Tel: 01 266 14 25
Priv: 01 858 27 58
[Anmerkung der Mythen-Post: Zu
berücksichtigen ist bei der Holzheizungs-Diskussions auch immer
die Tatsache, dass mit solchen Öfen immer noch eine Unmenge
Abfälle illegal entsorgt werden.]
Montag, 3. November 2003
Sehr geehrter Herr Meili (E-Mail: Bernhard.Meili@kme.ch)
Da Sie offenbar in der Stadt wohnen, kennen Sie die Problematik der
Holzfeuerungsabgase nicht. Sonst würden Sie nämlich wissen,
dass noch viele alte Holzheizungen in Betrieb sind, die für
starke Rauchentwicklung und Geruchsimmissionen sorgen.
Es würde mich nicht wundern, wenn Sie neben einem
Holzfeuerungs-Befürworter auch noch ein grosser Verfechter von
Glas- und Steinwolle als Isolationsmaterial sind. (Diese Erfahrung
habe ich in der Praxis des öfteren gemacht.).
Würde es nicht das Gleichbehandlungsprinzip verlangen, dass
Holzheizungen gleich streng kontrolliert werden wie
Ölheizungen?
Wenn Sie die Beiträge zum Thema Holzenergie richtig gelesen
hätten, würden Sie festgestellt haben, dass es darum geht,
zuerst die Geruchs- und Staubproblematik technisch optimal zu
lösen, bevor man mit der Propagierung von "umweltfreundlicher
Holzenergie" anfängt. Aber Holzfeuerungen sind in den
Köpfen bestimmter Leute ja so oder so "umweltfreundlich", auch
wenn riesige Qualmwolken zum Himmel stinken.
Jedenfalls können Sie froh sein, dass die Stadt Zürich
nicht in grossem Umfang mit Holz beheizt wird, sonst wäre die
Luft nämlich noch dreckiger als sie es heute schon ist.
Die Sprüche von "umweltneutral" etc. ändern an der
Realität nichts. Vielleicht sollten Sie sich auch einmal mit dem
Wirkungsgrad einer Holzheizung befassen.
Wenn Sie die Abgase Ihrer eigenen Holzheizung einatmen müssten -
wären Sie dann immer noch so begeistert?
Mit freundlichen Grüssen
Urs Beeler
PS: Darf ich Sie bitten, mir mitzuteilen, ob Sie Ihr Haus auch noch mit Glas- und Steinwolle isoliert haben? Und ob Spanplatten zum Einsatz kamen?
Donnerstag, 6. November 2003
Sehr geehrter Herr Beeler,
einfach, damit Sie auf dem richtigen Gleis sind: erstens wohne ich
nicht in der Stadt, habe ich aber 8 Jahre. Jetzt wohne ich auf dem
Land, habe vis-à-vis von mir einen Schreiner, der mit Holz
heizt - unserer Nase nach zu urteilen nicht immer nur reines Holz!
Aber wir sind im Gespräch. Dass alte Heizungen qualmen weiss
ich, heisse das auch nicht gut, aber deshalb die Holzheizung einfach
abzuqualifizieren, ist schlicht zu einfach. Es schleckt keine Geiss
weg, dass neue Holzheizungen genauso gut sind wie die mit Öl und
vor allem eine deutlich bessere Ökobilanz aufweisen.
[Anmerkung der Mythen-Post: Bitte Fakten.] Der
Wirkungsgrad ist dabei sehr gut, besonders wenn man die graue Energie
auch mit einrechnet. Und wenn Sie die CO2-Neutralität
als "Srüche in einigen Köpfen" abtun, verwundert es mich
umso weniger, dass bestimmte Leute aus Ihrem Kanton wieder in den
Nationalrat gewählt wurden, denn auch dort kommt mehrheitlich
nur heisse Luft - nomen est omen.
Welche Relevanz die Stein- und Glaswolle in diesem Zusammenhang bei
Ihnen spielen, vermag ich nicht zu beurteilen, habe nur den faden
Eindruck, dass Sie sich da ein Bild von bestimmten Leuten zusammen
schustern möchten... Aber trotzdem: Wenn ich die Wahl zwischen
Schaumstoffen und der Steinwolle habe, dann bestimmt letztere. Haben
Sie schon etwas gehört von FCKW's im Zusammenhang mit
Schaumstoffen?
Mit freundlichen Grüssen
Bernhard Meili (E-Mail: b.meili@kme)
Donnerstag, 6. November 2003
Sehr geehrter Herr Meili
Besten Dank für Ihre Rückmeldung. Betr. dem Schreiner haben
Sie es wohl erfasst. "Holz isch heimelig" - hier der Werbeslogan.
Schauen Sie mal, wieviel Massivholz von den Holzigen verarbeitet wird
- wenig. Aber umso mehr Spanplatten! Die anfallenden, alles andere
als natürlichen Hobelspäne werden dann u.a. auch verheizt.
Hinzu kommt vermutlich noch das eine oder andere beschichtete
Material. So sieht die Praxis aus. Die betreffenden Leute sind
meistens unbelehrbar (sonst würden sie nicht so handeln). Tipp:
Wenn's nicht bessert, die Umweltschutzpolizei einschalten.
Findet man den Hersteller Ihrer Holzheizung auf einer Homepage?
Würde mich interessieren, wie er das Abgasproblem löst.
Für die Produktion von Steinwolle ist ein ungeheurer
Energieaufwand erforderlich, ganz abgesehen von den negativen
gesundheitlichen Aspekten. Mehr dazu unter http://www.mythen-post.ch/themen_uebersicht/isolation.htm
Noch ein Tipp: Es gibt eine gute Alternative zu Glas- und Steinwolle:
Massivbau und im Dachbereich Holzfaserdämmplatten.
Mit freundlichen Grüssen
Urs Beeler
E-Mail an: Mythen-Post