Zwangsparfümierung durch die Wasch- und Hygienemittelindustrie
Offener Brief an die Firma Lever

Lever Fabergé
Direktion
Postfach
6301 Zug

 

Schwyz, im Oktober 2000

 

Wasch- und Hygienemittelindustrie im künstlichen Duft-Wahn? (Offener Brief)

 

Sehr geehrte Herren

Lever hat vorbildlich im Jahre 1997 das Waschmittel OMO Sensitive (ohne Parfüm, Farbstoffe und optische Aufheller) auf den Markt gebracht. Es ist das einzige Produkt, das wir unseren Leserinnen und Lesern empfehlen. Bis heute haben wir ausschliesslich positive Reaktionen auf dieses Waschmittel erhalten. Es ist kein einziger Fall von Unverträglichkeit bekannt.

Coop führte im November/Dezember 1999 eine Doppelpack-Aktion OMO Sensitive mit einem Gratis-Muster Weichspüler durch. Die Mythen-Post protestierte gegen diesen billigen Verkaufstrick und zwar aus folgenden Gründen: Kunden, die OMO Sensitive kaufen, wollen ein möglichst neutrales Waschresultat. Es macht also wenig Sinn, wenn man diese Leute zum Kauf eines Gewebe verschmutzenden, "schlüderigen", parfümierten Weichspülers animieren will, der nicht nur die Haut (möglicher Allergie bzw. Ekzem-Auslöser), sondern zusätzlich auch noch unnötig das Gewässer belastet.
Im weiteren wurde kritisiert, dass alle paar Monate die Verpackung geändert wird. Konsumenten wissen dann nicht, ob auch der Inhalt verändert wurde.

Gewisse Marketingleute von Lever wussten es aber offenbar besser und so wurde im August/September 2000 die Verpackung (leicht) verändert. Bei der Serie 0 200 02:36 MA 05 heisst es: enthält "Parfüm". Wir fordern Sie im Namen Ihrer Kundschaft auf, die unnötige Beimischung von Parfüm und anderen problematischen Stoffen bei OMO Sensitive ab sofort zu unterlassen und wieder zur ursprünglichen, bewährten Formel zurückzukehren. Sollte es sich bloss um einen Druckfehler auf der Verpackung handeln, so muss dieser raschmöglichst korrigiert werden!

Ferner kritisiert die Mythen-Post, dass Sie auf der OMO-Sensitive-Verpackung für Wollwäsche die Produkte Coral und Wollana empfehlen (für Seide OMO flüssig oder Radion flüssig). Alle vier Produkte sind potentielle Allergieauslöser.

Es gibt viele Leute, die Wolle auf der nackten Haut nicht vertragen. Ausschlag dafür ist aber nicht die Wolle selbst, sondern das Wollwaschmittel, das wiederum zahlreiche (unnötige) Zusätze, u.a. Parfüms, beinhaltet, die schlecht hautverträglich sind. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Leute, die Wollprodukte nicht anziehen konnten, sie nach dem Waschen mit OMO Sensitive problemlos vertrugen.

Kritiker bezeichnen es als schizophren, wenn Colgate-Palmolive, Henkel, Lever, Procter&Gamble etc. mit ihren Produkten die Konsumenten sozusagen zwangsparfümieren (nach Abklärungen durch Dr. Karl Roos, Einsiedeln, gibt es z.B. in der Schweiz kein einziges Abwaschmittel ohne Parfümstoffe!), dadurch die Zahl der Allergieerkrankungen in der Schweiz rapide ansteigt, ja der künstliche Duftstoff-Wahn soweit getrieben wird, dass die Norweger bereits parfümierten Fisch essen können (siehe dazu den Beitrag "Moschus-Duftstoff in norwegischem Fisch" in der NZZ vom 28.12.99).

Bis heute fehlen parfümfreie Abwasch- und Putzmittel von Lever. Indem Sie auf völlig unnötige Zusatzstoffe wie eben Parfüm, Farbstoffe etc. verzichten, schonen Sie nicht nur die Umwelt, sondern schaffen sich nebenbei auch noch einen Vorteil gegenüber Ihrer Konkurrenz. Vom eingesparten Geld ganz zu schweigen.

Mit den technischen Möglichkeiten ist es heutzutage ohne weiteres möglich, umweltschonende Waschmittel (OMO Sensitive hat es bewiesen!) und Reinigungsprodukte herzustellen. Wie lange müssen die Konsumenten noch darauf warten?

Mit freundlichen Grüssen
Urs Beeler, Mythen-Post

 


 

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