(vo) Der Sattler Julius Schuler ist ein vehementer EWR/EU-Gegner. Als Bauernsohn liegt ihm vor allem das Schicksal der einheimischen Landwirtschaftsbetriebe am Herzen.
Sie haben Ihre ablehnende Haltung
gegenüber dem EWR und der EG nie verborgen. Sie haben auch den
Mut, Ihre Meinung öffentlich zu vertreten. Was gibt Ihnen die
Kraft dazu?
Julius Schuler: Man darf das Schicksal unseres Landes
nicht einfach ein paar Politikern überlassen. Die meisten
Politiker machen immer grosse Versprechungen vor den Wahlen und
nachher richten sie sich wie Fahnen nach dem Wind. Ich glaube, dass
es vermehrt nötig ist, dass der Bürger selber die
Initiative ergreift.
Wenn man sich für eine gute, gerechte Sache einsetzt, hat man
dafür automatisch die Kraft.
Viele Leute haben Angst dies zu tun...
Julius Schuler: Das ist auch verständlich. Die
meisten Menschen stehen in irgend einem
Abhängigkeitsverhältnis, z.B. am Arbeitsplatz, in der
Familie usw.
Gleichgültigkeit, Bequemlichkeit und Angst, die eigene Meinung
in der Öffentlichkeit zu vertreten, spielen aber sicher auch
eine Rolle.
Warum sind Sie nicht in einer Partei?
Julius Schuler: Gegenfrage: Wozu? Es ist doch wichtig,
dass der Bürger selber weiss, was er will.
Punkto EWR/EU wollen Sie erreichen, dass
möglichst viele Schwyzerinnen und Schwyzer ein Nein in die Urnen
legen werden. Wie packen Sie das an?
Julius Schuler: Das mache ich z.B. bei einer Diskussion am
Stammtisch. Ich versuche meine Gesprächspartner nicht zu
überreden, sondern zu überzeugen. Dass ein EWR/EU-Beitritt
für unser Land schlecht ist, muss jeder selber erkennen.
Und punkto EWR/EG haben Sie ja genügend
Argumente...
Julius Schuler: Ja. Eigentlich staune ich, dass eine
Diskussion zum Thema EWR/EU überhaupt nötig ist.
Überzeugende Gründe, die für einen EWR/EU-Beitritt
unseres Landes sprechen, gibt es ja keine!
Was bereitet Ihnen in diesem Zusammenhang am
meisten Sorgen?
Julius Schuler: Dass es Leute gibt, die sagen: "Ja, wir
können doch nicht alleine dastehen, wir müssen uns doch
anpassen."
Wenn man die betreffenden Menschen fragt, warum denn "Anpassung"
für sie bzw. unser Land so wichtig sei, können sie darauf
keine Antwort geben.
Was tun Sie, um diese Leute umzustimmen?
Julius Schuler: Ich sage ihnen einfach, was ein
EWR/EU-Beitritt für verheerende Folgen hätte. Der
einheimischen Landwirtschaft z.B. würde die Existenzgrundlage
entzogen. Ebenso bergab in unserem Land ginge es mit
Landmaschinenproduzenten, -verkäufern und -mechanikern.
Überall in der Industrie werden heutzutage Leute entlassen und
jetzt will die Regierung auch noch mit dem EWR bzw. der EU unsere
Landwirtschaft liquidieren. Gleichzeitig öffnet man Tür und
Tor für ausländische Personen. Soziale Unruhen würden
so geradezu vorprogrammiert.
Haben Sie etwas gegen Ausländer?
Julius Schuler: Nein, gar nicht. Ich habe früher in
Basel z.B. viel mit Italienern zusammengearbeitet und schätze
sie sehr. Für mich sind die Italiener, die in der Schweiz leben,
auch keine "Ausländer".
Trotzdem aber sollte der Bundesrat seine
Ausländerpolitik ändern...
Julius Schuler: Ich finde, dass einfach das
Verhältnis stimmen muss. Wenn ich z.B. in Basel mehrheitlich nur
noch von Ausländern in einem Restaurant bedient werde und 2/3
der Gäste Jugoslawen sind, dann sollte das schon zu denken
geben.
Ein EWR- oder EG-Beitritt unseres Landes
würde dieses Problem noch verstärken...
Julius Schuler: Genau. Die Ausländer müssen
lernen, die Probleme in ihrer Heimat selber zu lösen. Die
Schweiz kann doch nicht zur Notunterkunft für die halbe Welt
werden. Sonst stehen wir eines Tages vor der eigenen
Türe.
Vor allem viele Grossindustrielle sprechen sich
für den EWR bzw. die EU aus. Warum?
Julius Schuler: Sie glauben, so an billigere
ausländische Arbeitskräfte heranzukommen. Was mit unserer
einheimischen Arbeitnehmerschaft geschieht, ist diesen Herren
offenbar egal. Hauptsache, ihr Profit stimmt!
Für unsere Landwirtschaft und unsere
Arbeitnehmerschaft wäre also ein EWR/EU-Beitritt schlecht.
Für wen noch?
Julius Schuler: Ich denke hier nicht zuletzt an die
Mieter. Durch das höhere Zinsniveau der EU-Länder
würden auch die Zinsen in unserem Land ansteigen. Höhere
Hypothekarzinsen führten automatisch zu höheren
Mietpreisen.
Durch den Zuzug ausländischer Personen würde sich das
Problem Wohnungsknappheit noch verstärken. Ein noch geringeres
Angebot ergäbe noch höhere Preise!
Nicht zu vergessen sind auch die kleinen und mittleren
Gewerbebetriebe, die in den vergangenen Jahren investiert haben. Auch
ihre Existenz wäre gefährdet. Denn höhere Zinsen
bedeuten sinkende Wettbewerbsfähigkeit. Düstere Prognosen
ebenso für alle Einfamilienhausbesitzer, deren
Fremdkapitalanteil hoch ist.
Aus all diesen vielen Überlegungen heraus
sind Sie ganz klar gegen einen EWR/EG-Beitritt unseres Landes...
Julius Schuler: Genau. Und ich hoffe, dass möglichst
viele Innerschwyzerinnen und Innerschwyzer die Falle "EWR/EU"
erkennen und nicht auf sie hereinfallen!
Haben Sie einen speziellen Wunsch für die
kommende EWR-Abstimmung?
Julius Schuler: Ja, dass die Stimmbeteiligung
möglichst hoch ist und dem Bundesrat ein dicker Strich durch
seine EWR/EU-Politik gemacht wird!
Vielen Dank für das Gespräch!
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