(vr) Wie der Name schon sagt, ist Ultraschall nichts weiter als Schall von sehr hoher Frequenz jenseits des menschlichen Hörbereichs. Die in der Medizin angewandten Schallwellen erreichen Millionen Schwingungen pro Sekunde. Gebündelt wie der Strahl einer Taschenlampe durchdringen sie das Körpergewebe und senden Echos zurück, die auf einem kleinen Monitor in Bilder umgesetzt und gespeichert werden. Speziell ausgebildete Ärzte analysieren diese Bilder und entnehmen ihnen Hinweise auf das von den Schallwellen durchwanderte Gewebe. Sind zum Beispiel Steine in der Gallenblase, so kann der Ultraschallspezialist sie auf dem Bildschirm erkennen.
Schmerzfreie Untersuchung
Die Ultraschallmethode ermöglicht eine rasche, schmerzfreie
Diagnose. Ausserdem wird der Körper weder durch Chemikalien
belastet noch müssen mechanische Vorrichtungen wie Sonden
eingeführt werden. Und auch die Gefahr von Strahlenschäden
wie bei Röntgenaufnahmen fällt fort. Einzig ein kühles
Gel wird auf die zu untersuchende Körperstelle geschmiert.
Die schon in den 40er Jahren - erfolglos - erprobte Technik hilft
heute bei einer Vielzahl von Krankheiten und Verletzungen Leben
retten. Ein typisches Beispiel war ein Mann, der mit einem
Herzinfarkt im Krankenhaus lag und nach zwei Wochen über
Leibschmerzen klagte. Nachdem Untersuchungen einen Zweitinfarkt
ausgeschlossen hatten, griff der Kardiologe zur Ultraschallsonde. Er
führte den Wandler, der einem überdimensionalen Filzstift
ähnelt und an ein Gerät mit Monitor angeschlossen ist,
über den Leib des Patienten. Bei der Auswertung der Bilder fand
er, dass Gallensteine der Grund des Übels waren.
Man sieht, was geschieht
Ultraschall hat die Herz- und Kreislaufdiagnostik revolutioniert.
Man kann mit Ultraschall messen, wie schnell das Blut durch die
Arterien und Venen fliesst. Man kann die Herzklappen auf
Fehlfunktionen untersuchen. Es ist möglich,
Flüssigkeitsansammlungen im Herzbeutel festzustellen,
Geschwülste und Blutpfröpfe im Herzinnern zu entdecken oder
die Pumpfunktion des Herzmuskels zu kontrollieren. Die Ärzte
sehen buchstäblich, was im Körper eines Patienten
geschieht.
Früherkennung
Vor allem in der vorgeburtlichen Diagnostik eignet sich
Ultraschall gut, denn während der Schwangerschaft sollten
Röntgenstrahlen wegen der Gefahr für Mutter und Kind
vermieden werden.
Sind es Zwillinge? Liegt das Kind richtig? Entwickelt es sich normal?
Schlägt das Herz? Solche Fragen lassen sich mit Hilfe des
Ultraschalls beantworten.
(Anmerkung der Redaktion: Jahre später wurde erkannt, dass Kinder von Müttern, welche während der Schwangerschaft mit Ultraschall untersucht worden waren, vermehrt zu Linkshändern wurden. Falls weitere solche medizinische Risiken und Nebenwirkungen bekannt sind, bitten wir Sie, diese unserer Redaktion mitzuteilen. Wir wollen unsere Leserinnen und Leser objektiv und bestmöglich informieren.)
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