(vo) Alles wird heute zentralisiert: das Wohnen,
das Einkaufen und auch die Schulen. Ist generelles Zentralisieren
aber vernünftig?
Wer einmal in einer "Schulfabrik" war, weiss, was davon zu halten
ist. Die anonyme, kalte Atmosphäre ist dem freudigen Lernen
nicht förderlich. Damit eine Schule Spass macht, muss auch die
Atmosphäre stimmen - und die kommt in einem grossen Schulbunker
nicht auf.
Regierungsrat lehnte Schule "Berg" ab
Mit 1872 Unterschriften - vor allem aus Sattel, Rothenthurm, aber
auch Steinerberg - wurde im Frühling 1995 beim Schwyzer
Regierungsrat eine Petition für eine Schule "Berg" eingerecht.
Rund 80% der Stimmberechtigten aus Sattel und Rothenthurm hatten
diese Petition unterzeichnet. Eine Schule "Berg" hätte für
die Jugendlichen kürzere Schulwege (mehr Freizeit) und für
das lokale Gewerbe einen willkommen Bauauftrag bedeutet. Der Schwyzer
Regierungsrat lehnte jedoch die Petition ab. Argumentiert wurde unter
anderem, es gelte kein Präjudiz zu schaffen.
Betrachten wir dieses Argument genau: Ist es vernünftig, wenn
der Schwyzer Regierungsrat auf einem falschen Standpunkt beharrt, nur
damit keine weiteren Wünsche nach dezentralen Schulen
geäussert werden? Oder wäre es nicht besser, der
Regierungsrat würde sagen: "Gut, wir ändern unseren
Standpunkt aus den Siebzigerjahren und sprechen uns in Zukunft
für dezentrale, kleinere Schulen aus"?
Gelten die Stimmen der Betroffenen nichts?
Wenn über 80% der Stimmberechtigten aus Rothenthurm und
Sattel sich für eine Schule "Berg" aussprechen, dann ist damit
wohl der Nachweis für den Bedarf einer solchen Schule
erbracht.
Nehmen wir an, der Regierungsrat würde zu einer Schule "Berg" ja
sagen, dann würden eventuell auch andere Gemeinden ihre
Wünsche anbringen. Wäre das schlimm? Nein. Im Gegenteil. So
könnten endlich mehr dezentrale Schulen gebaut werden, was
föderalistischem Geist entspräche. Die Kinder würden
von kürzeren Schulwegen und mehr Lebens- bzw. Schulqualität
profitieren. Auch für die Lehrer wäre es angenehmer, in
kleineren Schulhäusern zu unterrichten als in grossen anonymen
Schulbunkern.
Argumente werden widerlegt
Der Schwyzer Regierungsrat ist der Auffassung, dass für die
Verwirklichung einer zeitgemässen Schulführung in der
Orientierungsstufe eine bestimmte Schulgrösse notwendig sei und
dass es dafür nach der Erfahrung rund 300 Schülerinnen und
Schüler brauche. Wenn diese Mindestgrösse nicht erreicht
wird, leide darunter das Angebot an Stütz- und Niveaukursen
sowie von Wahlfächern, würden die kostspieligen
Spezialräume und -einrichtungen schlecht ausgelastet und sei die
Integration und Kooperation innerhalb des Lehrkörpers
erschwert.
Dazu folgendes:
Weitere Einwände
Der Regierungsrat gibt sich jedoch nicht geschlagen, sondern
bringt noch weitere Einwände. So z.B. lässt er durch die
Presse verkünden, dass der Betrieb von zwei Mittelpunktschulen
höhere Kosten verursachen würde. Wenn pädagogische,
schulische und soziale Vorteile - eine höhere
Lebensqualität für die Betroffenen - resultiert, sollte man
dann nicht bereit sein, höhere Kosten in Kauf zu nehmen? Und
wenn der Regierungsrat es wirklich mit dem Sparen ernst meint, so
soll er doch bitte dort sparen, wo's nicht weh tut. Zum Beispiel
könnte er auf ein paar überflüssige
"Spezialräume" verzichten. Oder er könnte beim Strassenbau
sparen.
Das einzige echte Gegenargument wäre, wenn in einer bereits
stark überbauten Siedlung nochmals ein Bau hingestellt
würde. In unserem konkreten Fall - der Schule "Berg" - die in
Sattel oder Rothenthurm hinkäme, wäre dies jedoch kaum der
Fall. Was steht einer Schule "Berg" also noch im Weg?
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Die Interessengemeinschaft für
eine Schule Berg meint: |
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