Dieser Text erschien als ganzseitiges Inserat
in der Mythen-Post 11/92
Achtung: Der EWR ist eine
Falle! (Ein Inserat-Text aus dem Jahre 1992)
Wer Ja zum EWR sagt, der öffnet das Tor zur
EU. Die wichtigsten Folgen eines EU-Beitritts der Schweiz
wären:
- Zollunion mit dem Verzicht auf die treaty
marking power, d.h. des Rechts auf den Abschluss von
Handelsverträgen mit Staaten, die nicht der EU angehören
und in die mehr als 1/3 unserer Exporte gehen.
- Agrarunion mit gemeinsamen Marktordnungen und
tiefen Preisen, was unsere Landwirtschaft um die Hälfte ihres
Einkommens brächte. Es hätte dies das Verschwinden einer
sehr grossen Zahl von kleineren und mittleren Bauernbetrieben zur
Folge.
- Einheitlicher Arbeitsmarkt mit
Freizügigkeit für Arbeitnehmer und
Selbständigerwerbende aus den EU-Ländern und damit
diesen gegenüber Wegfall der Ausländerstabilisierung.
Das Saisonnierstatut würde verunmöglicht, wobei
Hunderttausende von Fremdarbeitern und Familienangehörige
nachgezogen werden könnten mit der entsprechenden
Verschärfung von Überfremdung und
Überbevölkerung (Wohnungsmangel!). Der Wegfall der
Ausländerstabilisierung gegenüber den EU-Staaten, die 15
Mio. Arbeitslose (Stand 1992) haben, hätte bei uns Lohndruck
und Arbeitslosigkeit zur Folge.
- Harmonisierte Mehrwertsteuer von mindestens
15% (Ertrag 25 Milliarden Franken!) anstelle unserer Wust von
6,2%. Die Steuerbelastung ist in der EU viel
höher!
- Währungsunion mit übernationaler
Zentralbank und europäischer Geldpolitik. Die autonome
Geldmengenpolitik zur Inflationsbekämpfung durch die
Nationalbank würde verunmöglicht. (ECU statt
Schweizerfranken!)
- Steigende Zinsen. Ein Anstieg der
Hypothekarzinsen würde das Wohnen noch mehr
verteuern!
- Das öffentliche Einkaufs- und
Submissionswesen würde gegenseitig geöffnet. Es wird
angenommen, dass ausländische Firmen Zugang zu ungefähr
der Hälfte der Einkäufe der öffentlichen Hand aller
Stufen (inkl. Regiebetriebe), die rund 20 Milliarden ausmachen und
den Submissionen (10 Mrd.), hätten.
- Grosse Beitragsleistungen an die
Entwicklungsfonds der EU für die angeschlossenen
Mittelmeergebiete.
- Die Nettokosten eines EU-Beitritts werden
für die Schweiz 1992 auf 3,5 Milliarden Franken pro Jahr
geschätzt. Die Kosten sind stark steigend. Dadurch
entstünden höhere Steuern.
- EG-Ministerrat mit Gesetzgebungsbefugnis. Der
Ministerrat legt anstelle eines Parlaments die EU-Politik fest.
Der Bundesrat wäre darin vertreten, hätte angesichts des
Kräfteverhältnisses aber eine unbedeutende
Minderheitsstellung (vielleicht 4 von 79 Stimmen).
- EU-Kommission: 1 Sitz von etwa 20 oder
mehr.
- EU-Parlament: etwa 18 Sitze von vielleicht
dann 652. (Die Sozialisten sind im EU-Parlament die stärkste
Fraktion!)
- EU-Gerichtshof mit Rechtsetzungsbefugnis und
direkter Anwendung des EG-Rechts. Wir wären wahrscheinlich
auch im Gerichtshof als kleine Minderheit vertreten.
- Verzicht auf unsere Neutralität, denn die
EU ist ein politischer Machtblock und will keine Mitglieder, die
neutral sind.
- Zuerst teilweiser Verzicht, dann
fortschreitender weiterer Abbau und schliesslicher Wegfall der
Unabhängigkeit und Autonomie, die am Ende durch die
Europäische Politische Union abgelöst würden.
Unsere Minderheitsstellung wäre zu schwach, um irgend einen
Einfluss auf die Entwicklung des EG-Prozesses zu
nehmen!
- Die Volksrechte würden in den
wesentlicheren Bereichen beseitigt.
- Analog dazu ergäbe sich die
Zerstörung der Kantons- und Gemeindeautonomie, d.h. unseres
föderalistischen Staatsaufbaus.
- Das mit der Mitgliedschaft verbundene
Mitentscheidungsrecht wäre dasjenige eines kleinen
Grüppchens.
- Die Schweiz würde mittel- und langfristig
als selbständiges Staatswesen ihre Existenz aufgeben
müssen.
- Die EU-Mitgliedschaft ist
unkündbar.
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