(mb) Die meisten Lebensmittelallergien sind nicht lebensgefährlich; sie äussern sich in einem Hautausschlag, Jucken, Asthma oder einer triefenden Nase. Kinder mit Milchallergien verlieren diese in späteren Jahren häufig. Das trifft auf die Erdnussallergie allerdings nicht zu. Zusammen mit der Allergie gegen Krusten- und Schalentiere ist sie die gefährlichste aller konventionellen Lebensmittelallergien.
Überreaktion des Immunsystems
Die Reaktion auf ein Erdnussprodukt beschränkt sich bei
einer schweren Allergie nicht auf einen lästigen Hautausschlag,
Jucken oder leichtes Asthma. Der Blutdruck kann gefährlich
abfallen, die Luftwege werden eingeengt, so dass das Atmen schwierig
wird. Die Reaktion kann bis zum anaphylaktischen Schock führen,
der, wenn er nicht sofort behandelt wird, tödlich sein kann.
Patienten mit Erdnussallergien tragen deshalb meist eine injizierbare
Form von Epinephrin mit sich. Wie das Stresshormon Adrenalin
erweitert das Epinephrin die Luftwege für rund 20 Minuten, was
den Betroffenen Zeit gibt, ins nächste Spital zu
gelangen.
Allergene meiden
Ein noch besserer Schutz wäre natürlich,
Erdnussprodukte zu meiden. Dies ist jedoch sehr schwierig.
Erdnussöl oder Erdnusspulver wird in vielen verarbeiteten
Lebensmitteln verwendet, und nicht immer ist dies auf der Verpackung
vermerkt. So können zum Beispiel Kakaopulver oder Bratensaucen
Bestandteile von Erdnüssen enthalten. Eine Erdnussallergie kann
so heftig sein, dass sie schon von einem Stück Kuchen
ausgelöst wird, das in der Konditorei mit einem erdnusshaltigem
Gebäckstück in Kontakt gekommen war. Deshalb genügt es
auch nicht, die in der chinesischen und thailändischen
Küche oft verwendeten Erdnüsse aus den Gerichten zu
entfernen. Erdnussproteine sind dann bereits ins Essen gelangt und
lösen eine allergische Reaktion aus.
Zunehmende Lebensmittelallergien
Allergien gegen Lebensmittel nehmen heute zu. Man spekuliert,
dass Kinder heute immer früher "exotischen" Stoffen ausgesetzt
werden, das junge Immunsystem aber noch nicht in der Lage ist,
Allergene (wie zum Beispiel die Erdnussproteine) zu
bewältigen.
In den Vereinigten Staaten, wo Erdnussbutter ein wichtiges
Lebensmittel ist, sind ca. 2% aller Kinder allergisch gegen
Erdnüsse. Grossbritannien, wo Erdnussbutter erst in den
vergangenen Jahren aufkam, verzeichnet rund 1% Erdnussallergiker. Man
empfiehlt deshalb, Kindern vor ihrem zweiten Lebensjahr keine
Erdnussprodukte zu geben. Kommen in der Familie Allergien vor oder
haben die Kinder Asthma, sollte man mit Erdnussprodukten sogar bis
zum vierten Lebensjahr warten.
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Desensibilisierung nicht ratsam |
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