(EK) Nach Artikel 11 des Tierschutzgesetzes
dürfen "schmerzverursachende Eingriffe" an Tieren nur von einem
Tierarzt unter allgemeiner oder örtlicher Betäubung
vorgenommen werden. Aber auch diese Tierschutzvorschrift bleibt toter
Buchstabe.
Die Kastration erfolgt "blutig" oder "unblutig". Bei den blutigen
Methoden wird der Hodensack aufgeschnitten und die Hoden mit der
Zange abgeklemmt - alles bei vollem Bewusstsein. Die "unblutige"
Methode ist nicht weniger grausam: Sämtliche Gefässe, die
zum Hoden führen, werden mit einer flachen Zange gequetscht oder
es werden Gummiringe um den Hodensack gespannt, so dass die
Blutzirkulation unterbunden wird und die Hoden samt Hodensack
absterben.

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Was würden wohl... |
Wie der "Landfreund" den Eingriff
beschreibt
In einem Artikel im "Landfreund" heisst es: "Beim Anlegen der
Burdizzo-Zange muss man gut aufpassen, dass nicht zuviele
Hodensackhaut mitgequetscht wird, weil sonst der ganze Hodensack
unter grossen Schmerzen für das Tier abstirbt." Weiter wird
empfohlen: "Die Normalkastration bei Ferkeln wird am besten vom
dritten Lebenstag bis gegen Ende der ersten Lebenswoche
durchgeführt. Der Vorteil ist, dass die Tiere besser eingefangen
und mit etwas Geschick ohne Hilfsperson gehalten und kastriert werden
können." Mit anderen Worten: es empfiehlt sich, diese
Brutalität an Säuglingen vorzunehmen, weil sich diese noch
nicht so gut wehren können. Die Rücksicht auf die Tiere ist
umwerfend; die Zeitschrift "Landfreund" warnt: "Bevor Ferkel
kastriert werden, ist es ratsam, abzuklären, ob sie gesund sind,
denn die Kreislaufbelastung während der Kastration ist
erheblich, und durch Durchfall und Hautinfektionen können nach
dem Eingriff Wundinfektionen entstehen." Der rücksichtsvolle
Bauer wird also nur solche Tiere kastrieren, welche die Tortur
wahrscheinlich überleben. Das nennt die Agro-Lobby dann
Tierschutz, obwohl es eigentlich nur ein wirtschaftlicher
Verlustschutz ist. Das hindert die Bauern-Politiker aber nicht daran,
immer wieder öffentlich zu behaupten, die Bauern hätten
ihre Tiere gern und nur gut gehaltene Tiere würden eine gute
Leistung erbringen. Es braucht wohl noch manchen "Brunch auf dem
Bauernhof" bis die Öffentlichkeit daran glaubt, dass Operationen
ohne Narkosen zu einer guten Haltung gehören.

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...die Tierquäler sagen, wenn man
dasselbe mit ihnen machen würde? |
1,5 Millionen Ferkel werden jährlich
sinnlos gequält
Jährlich werden in der Schweiz rund 1,5 Millionen Ferkel mit
dem Messer oder einer Rasierklinge grausam kastriert. Dazu kommen
noch viele Kälber, Schafe, Ziegen und Kaninchen.
Das Kastrieren blieb auch in der revidierten Tierschutz-Verordnung
erlaubt. Die Begründung der Abteilung Tierhalterschutz, pardon
Tierschutz: "Die Kastration ist ein schmerzhafter Eingriff, eine
Betäubung wäre aber besonders bei Ferkeln wegen der grossen
Anzahl Tiere, an denen der Eingriff vorgenommen wird, mit erheblichem
Aufwand verbunden." - Wahrlich ein völlig überzeugendes
Argument, insbesondere, wenn man bedenkt, dass das Kastrieren an sich
unnötig ist und deshalb in der EU kaum mehr praktiziert wird
(Seit dem 1. Januar 1993 ist in der EU die Ebermast
erlaubt).
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