Von Christoph Blocher
Heute beklagen wir in der Schweiz die schlechte Situation: leere
Staatskassen, Arbeitslosigkeit und fehlendes Wirtschaftswachstum. Wie
ist denn bei uns die schlechte Situation entstanden?
In den goldenen Jahren - als die öffentlichen Kassen
überquollen - glaubte man, der Staat könne alles, und es
sei alles möglich. Geldverteilen, Geldverschleudern, grosse
Ausgaben, neue Steuern, höhere Lohnabzüge,
Krankenkassenprämienerhöhungen: Das war Trumpf! Und die
Folge ist der heutige schlechte Zustand!
Wir müssen ungeschminkt festhalten: Ein wesentlicher Teil der
heutigen Arbeitslosigkeit ist auf die schlechte Politik
zurückzuführen: Der Staat, die Politik - die "Classe
Politique" - hat versagt. Sie trägt eine gewaltige Mitschuld an
der heutigen misslichen Lage.
Der Staat wurde immer mehr ausgebaut, bis er zum Umverteilungsstaat
wurde. Und nun ist dem massiv ausgebauten Umverteilungsstaat das Geld
ausgegangen. Im massiv ausgebauten Umverteilungsstaat verschwinden
die aktiven, arbeitenden, innovativen Bürger. Und das soll ein
Sozialstaat sein?
Das Funktionsprinzip des
Umverteilungsstaates
Es geht schon lange nicht mehr um Hilfe für Benachteiligte,
sondern schlicht um eine gross angelegte Umverteilung. Je mehr man
umverteilte, desto leerer wurden die Kassen. Je leerer die Kassen
wurden, desto mehr Steuern, Abgaben und Gebühren mussten
eingetrieben werden, ohne dass irgend ein Nutzen für die
Volkswirtschaft und für die öffentliche Wohlfahrt
entstanden wäre.
Und: Genommen wird vor allem dort, wo es hat, nämlich vom
Mittelstand.
Wie heisst es doch in der Bibel? "Geben ist seliger als nehmen."
Aber im Umverteilungsstaat gilt das Gegenteil: "Nehmen ist seliger
als geben."
Immer weniger müssen für immer mehr sorgen. Und
schliesslich kommt sich derjenige, der noch für sich und seine
Familie selbst sorgt, dumm vor. Und diesen Schwindel nennt man
"sozial".
Folgen des Umverteilens
Solidarität hiess ursprünglich "für den
Schwächeren einstehen". Heute aber heisst Solidarität nicht
mehr Einstehen für den Schwächeren, sondern: Jeder lebe auf
Kosten des andern.
Man kann es drehen wie man will: All diese Umverteilungen, all diese
Ausgabenflut, all diese staatliche Betriebsamkeit führt
letztlich zu nichts anderem als zu Unterbeschäftigung,
Arbeitslosigkeit, Armut, zur Ausbeutung des Bürgers, zur
Bestrafung des Tüchtigen, zur Schwächung der Wirtschaft und
schliesslich wird es zum Kollaps des Staates führen.
Der Umverteilungsstaat steht vor dem Konkurs, weil er der
Lebenswirklichkeit den Rücken kehrt! Der Umverteilungsstaat
steht vor dem Konkurs, weil er von der Umverteilung ausging und die
Eigeninitiative seiner Bürger nicht nur unattraktiv gemacht,
sondern ihr sogar entgegengewirkt hat.
Jeder ist für sich selbst
verantwortlich
Wir alle müssen wieder anerkennen, gesellschaftlich und
politisch: Jeder Mensch ist grundsätzlich für sich selbst
und für seine Familie verantwortlich und hat für deren
Lebensunterhalt aufzukommen.
Fürsorge
Der Staat sorgt für diejenigen, welche dafür zu schwach
oder zu krank sind, aber nur für diese Fälle sorgt er, und
für diese sorgt er dann wirklich. Dafür braucht es keinen
Umverteilungsstaat, sondern schlicht und einfach die Fürsorge.
Die Fürsorge kennt kein Giesskannenprinzip, sie kümmert
sich um Einzelfälle und klärt diese auch ab. Darum ist eine
gute Fürsorge menschlicher als das Formulardenken des
Umverteilungsstaates. Ein grosser Teil der sogenannten sozialen
Errungenschaften des Umverteilungsstaates sind höchst unsozial,
arbeitsplatzfeindlich und ziehen dem Bürger, der arbeitet und
für sich selbst und für seine Angehörigen sorgt, noch
sein letztes Hemd über den Kopf.
Was echte Wohlfahrt ist
Dabei ist es doch so einfach: Wohlfahrt fördernd - und das
hat die Schweiz in früheren Jahren bewiesen - ist ein Staat
dann, wenn möglichst viele Leute im Staat für sich selber
sorgen können und wollen. Der Staat muss schauen, dass die
Menschen arbeiten wollen, Geld verdienen wollen und können.
Arbeiten und Verdienen muss sich lohnen. Denen, welche für sich
und ihre Familien selbst sorgen, soll es besser gehen als denen, die
es nicht tun. Der Staat soll die Tüchtigen belohnen und nicht
die Müssiggänger und Schmarotzer. Dann wird es seinen
Bürgern gut gehen.
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Gewaltiger Anstieg der
Sozialkosten |
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SP für höhere
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