Die Firma Spirig unterlegt ihre Ausführungen zusätzlich mit einer Stellungnahme vom 27. Januar 1999 der Schweizer Dermatologen zum Artikel "Pflegemittel für Neurodermitiker", PULS-Tipp 1/99: An die Redaktion PULS-Tip, Wolfbachstrasse 15, Postfach 277, 8024 Zürich. Zitat: "Die Beurteilung der Pflegepräparate für Neurodermitiker durch PULS-Tipp deckt sich bei weitem nicht mit der klinischen Erfahrung von uns Spezialärzten. Dermatologisch wichtige Kriterien wie Fettung der Haut, Hydratisierung, Barrierestabilisierung und als Konsequenz die Juckreizstillung wurden ebensowenig geprüft wie die Verträglichkeit. Diverse angegriffene Inhaltsstoffe wie z.B. das Antiseptikum Triclosan oder die Basisstoffe Silicone und Paraffinöl sind bekannte, dermatologische Wirkprinzipien; sie gehören zum Arzneischatz, sind behördlich geprüft und gelten als sicher und wirksam. Die Zusammenstellung von PULS-Tipp ist unwissenschaftlich und enthält falsche Verallgemeinerungen. Die abgeleiteten Empfehlungen sind deshalb für den Anwender wertlos und verunsichern unsere Patienten. Für die SGDV: Dr. med. Jean-Paul A. Gabbud Präsident SGDV"
Am 5. Februar 1999 bekommt Bernhard Merkel von der PULS-Tipp-Redaktion auch noch Post von Prof. Dr. S. Büchner vom Kantonsspital Basel. Dieser schreibt: "Sehr geehrter Herr Merkel Ich habe im Rahmen des obengenannten Artikels zur Pflege der Haut bei Neurodermitikern Stellung genommen. 'Ohne mein Wissen wurde in diesem Zusammenhang der Schadstoff-Test über Pflegemittel des deutschen Blattes 'Oeko-Test' abgedruckt. Dabei wurde aufgrund gewisser Inhaltsstoffe eine fragwürdige Bewertung der Präparate vorgenommen, die sich heute wissenschaftlich nicht aufrechterhalten lässt und zwangsläufig zu einer unnötigen Verunsicherung von Patienten und Konsumenten führt. Es handelt sich bei einigen der aufgeführten Pflegemittel um von der Interkantonalen Kontrollstelle für Heilmittel (IKS) zugelassene Arzneimittel, die seit Jahren zur Behandlung der Neurodermitis mit Erfolg eingesetzt werden. Zudem ist die Beschreibung der Eigenschaften von Inhaltsstoffen irreführend und falsch. Es wurden auch Inhaltsstoffe verurteilt, die als dermatologische Wirkstoffe in den verwendeten Konzentrationen gerade in der Behandlung der Neurodermitis sehr sinnvolle Arzneimittelkomponenten darstellen. Darüber hinaus sind einige der erwähnten Inhaltsstoffe von den interkantonalen Registrierungsbehörden zugelassen und als unbedenklich bewertet worden. Der Neurodermitiker wäre mit einer differenzierten und wissenschaftlich fundierten Darstellung besser beraten gewesen.' Ich bitte Sie, meine Stellungnahme im nächsten Puls-Tipp zu publizieren. Mit freundlichen Grüssen Prof. Dr. S. Büchner"
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Ein paar kritische Gedanken der Mythen-Post zur Gegendarstellung der Firma Spirig Die Mythen-Post hat nicht eine Behauptung aufgestellt, sondern im Titel die Frage gestellt "Verschreiben Ärzte seit Jahren eine Ekzem-Crème, die mehr schadet als nützt?" (siehe Mythen-Post 11/01, Seite 27). Zur Feststellung, das Nutzen-Risiko-Verhältnis sei positiv, ist folgendes zu sagen: Ähnlich wird die Produktion, der Verkauf und die Anwendung von Glas- und Steinwolle heutzutage gerechtfertigt. Quecksilber-Amalgam ist in der Zahnmedizin nach wie vor nicht verboten. Ebenso erlaubt der Bund den Import bzw. Verkauf von Fahrzeugen mit grellem, augenfeindlichem Xenon-Licht. Kurz: Wirtschaftliche Interessen haben Vorrang. Das ist in der heutigen Medizin kaum anders. Triclosan: Ob bei dieser Beurteilung die Konsumentenschutz-Zeitschrift Oeko-Test Recht hat oder die Firma Spirig, können wir nicht abschliessend beurteilen. Oeko-Test wird seine Beurteilung nicht erfunden, sondern - so ist anzunehmen - sich seinerseits ebenfalls wissenschaftlich abgestützt bzw. abgesichert haben. Parfümstoffe: Diese sind an sich problematisch und gehören generell nicht in ein medizinisches Produkt. Bei Neurodermitis handelt sich um eine Atopie. Dass bei einer allergischen Erkrankung zusätzlich und unnötig Duftstoffe (die ihrerseits eine Allergie auslösen können!) eingesetzt werden, ist medizinisch unhaltbar. Ob "geprüft" oder "nicht geprüft" ändert daran nichts. Wir raten der Firma Spirig bzw. fordern sie auf (und selbstverständlich auch allen anderen Herstellern) dringend, auf den Einsatz von unnötigen Parfümstoffen in sämtlichen Präparaten zu verzichten. Positiv ist, dass die Firma Spirig eine Gegendarstellung verlangt hat und nicht (wie Held, Isover, Flumroc, Sager) gleich eine Klage wegen angeblich "unlauterem Wettbewerb" eingereicht hat. Auf diese Weise ist eine Diskussion über das Produkt möglich. Die Mythen-Post ist gerne bereit, weiter Raum für Stellungnahmen von betroffenen Patienten, Ärzten, der Pharma-Industrie, Pharma-Kritikern etc. zur Verfügung zu stellen. Herrn Dr. Christian Pflugshaupt, Delegierter VR der Firma Spirig AG, Egerkingen, möchten wir für seine Stellungnahme danken. Ich selbst stelle abschliessend jedoch klar, dass ich als ausgewiesener Neurodermitiker und hochgradig Chemikaliensensibler (MCS-Betroffener) mit Excipial ausschliesslich negative Erfahrungen gemacht habe (Vorsicht: die allfällige Bezeichnung "Schrott-Creme" durch geschädigte Neurodermitiker würde in der "freien Schweiz" den Tatbestand des "unlauteren Wettbewerbs" erfüllen - mit Busse und Gefängnis als mögliche Folge! Denn in der Schweiz gilt: Produzentenschutz kommt vor Gesundheitsschutz!) und dieses Produkt selbst gratis (wegen den Nebenwirkungen) nicht einsetzen würde. Dass man dies offiziell nicht sagen dürfte, ist mir bekannt. Ich sage es aber trotzdem! Urs Beeler
PS: Die Dermatologen-Standesfunktionäre sind vermutlich die grössten Neurodermitis-Patienten-Verräter.
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