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Neu isoliertes Gebäude an der
Bahnhofstrasse 28 in Schwyz. Was Dr. Franz Mattig offenbar
nicht wusste: Auch Polystyrol ist als Dämmstoff
ungeeignet. |
Von Dipl.-Ing. und Architekt Paul Bossert*, Dietikon
Die Fachtagung in der EMPA-Akademie in
Dübendorf vom 22. März 2000 rankte sich im Wesentlichen um
bekannte Bauschäden, verursacht durch Schimmelpilze im
Gebäudeinnern, und um Algenbildungen auf Fassaden. Über die
eigentlichen Ursachen erfuhr der Tagungsteilnehmer nichts.
Mitverursacher dieser Schäden ist nämlich die EMPA selbst,
weil sie durch die einseitige Favorisierung von reinen
Wärmedämmstoffen zur angeblichen Energieeinsparung
beheizter Bauten die anerkannten Regeln der Baukunst missachtet. Die
EMPA, als Forschungsabteilung der ETH, hat die baufachlich
notwendigen Untersuchungen in diesem Bereich seit Jahren
vernachlässigt. Bildungen von Schimmelpilzen und Algen an
Aussenwänden sind die direkte Folge des Einsatzes untauglicher
Werkstoffe, die zur Senkung des Energieverbrauchs auf Fassaden
aufgebracht werden.
Mehrheitlich werden für Aussendämmungen Polystyrol und
Mineralfasern verwendet. (...)

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Erkennen Sie die dicken Polystyrol-Dämmplatten, die an der Fassade angebracht wurden? |
Die Haltbarkeit des aufgebrachten
Kunststoffverputzes ist gering, weil organische Bindemittel nicht
wetterbeständig sind. Zur Vermeidung von Spannungsrissen werden
in der Regel nur helle bzw. weisse Verputze verwendet, die das
Sonnenlicht weitgehend reflektieren, was eine schlechte Nutzung der
passiven Sonnenenergie zur Folge hat.
Polystyrol stellt als Fassaden-Dämmstoff, wie bereits
verschiedene Brandfälle bezeugen, ein unakzeptables Brandrisiko
dar und Resonanzbildungen führen zu störenden
Baumängeln im Schallbereich. Weil Polystyrol wasserdicht ist und
deshalb in Aussenwänden kein Wassertransport stattfinden kann,
steigt die Raumluftfeuchtigkeit in Wohnungen im Winter auf über
60 Prozent relativer Feuchte an, was die Bildung von Milben
begünstigt.
Energie-Verbrauchs-Analysen belegen, dass Bauten mit
Aussendämmungen aus Polystyrol und Mineralfasern im allgemeinen
das Zwei- und Mehrfache an Heizenergie benötigen als Altbauten
mit Baujahr von 1850 bis 1950, welche keine Wärmedämmungen
im heutigen Sinne aufweisen.

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Praktisch bei jeder heutigen "Wärmedämm-Sanierung" kommt berüchtigte Mineralwolle zum Einsatz. Beachten Sie die Mineralwolle-Matten auf der grossen Polystyrol-Verpackung. |
Tatsache ist, dass die EMPA bis heute keine
Untersuchungen über die Energie-Effizienz moderner
Wandkonstruktionen im Vergleich zu herkömmlichen Systemen
durchführen liess, obwohl sie seit 25 Jahren darauf hingewiesen
wird, dass gravierende Energieverbrauchs-Differenzen zu beobachten
sind (Ausnahme: EMPA-Untersuchung Nr. 136788).
Weil heute der Einsatz von Bioziden und anderen Giften in
Fassadenverputzen verboten ist, stellen sich nun aber landesweit
Algenverschmutzungen auf Fassaden ein, die jedoch nur einen rein
ästhetischen Mangel darstellen. Obwohl die Mängel
hinsichtlich Haltbarkeit, Gesundheitsgefährdung und
Energieeffizienz seit Jahrzehnten bekannt sind, thematisiert die EMPA
erst heute diese Problematik, wo es nur um rein ästhetische
Bauschäden geht. Eine Übernahme der Verantwortung
für die Gesundheitsrisiken und deren Kosten sowie den materiell
angerichteten Schaden am Volksvermögen in der Höhe von etwa
100 Milliarden Franken im Zeitraum der letzten 20 Jahre liegt wohl
noch in weiter Ferne.
*Dipl.-Ing. Paul Bossert, Dietikon, ist Fachmann für
Baustatik,
Bauphysik, Bauchemie, Energietechnik, Expertisen, Wärme-
Dämmtechnik, Bauschaden- und Energie-Verbrauchs-Analysen
Tel. 01 740 83 93 Fax 01 742 04 56
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