(vr) Die vorweihnachtliche Zeit ist heutzutage
vielerorts durch Hektik und schlechte Laune geprägt. Im Zeitraum
zwischen Weihnachten bis Neujahr kommt es auch bei immer mehr
Menschen zu vorübergehenden Depressionen.
Depressionen kommen in allen Kulturkreisen vor. Zwischen einem
normalen Stimmungstief und einer klinischen Depression besteht aber
ein beträchtlicher Unterschied.
"Ich bin deprimiert", oder "das ist deprimierend", der Begriff der
Depression hat sogar in unserer Umgangssprache einen Platz gefunden.
Viele Menschen verwechseln jedoch ein normales Stimmungstief mit
einer klinischen Depression. Kummer, Trauer und Niedergeschlagenheit
sind ebenso Teil der menschlichen Gefühlswelt wie Freude und
Überschwang - kritisch wird es nur, wenn diese Zustände
über einen längeren Zeitraum anhalten. Dann wird jede noch
so kleine Aufgabe zum unüberwindbaren Hindernis, man kann sich
nicht konzentrieren, nichts entscheiden. Geplagt von Schlaflosigkeit
geraten die Patienten ins Grübeln. Nichts macht ihnen mehr
Freude, sie fühlen sich vollständig nutzlos.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass 3-5% der
Bevölkerung - auf der ganzen Welt also über 100 Millionen -
an irgendeiner Form der Depression leiden. Von den Patienten, die bei
einem Allgemeinpraktiker für körperliche Symptome Hilfe
suchen, leiden tatsächlich 8-15% an einer Depression. Diese
Somatisierung der Depression ist im Zunehmen begriffen. Je
länger, je mehr muss der Arzt feststellen, dass die
körperlichen Symptome der Patienten ihre Ursache in der
Depression bzw. im Seelischen haben. 13% aller Männer und 20%
aller Frauen erkranken bei uns mindestens einmal im Leben an einer
Depression. Das Risiko, an einer Depression zu erkranken, steigt mit
zunehmendem Alter. Nach einer Studie aus dem Jahre 1984 sind 11% der
über 65jährigen städtischen Bevölkerung
depressiv.
Warum wird man depressiv?
Die Erlebnishypothese geht - kurz zusammengefasst - davon aus,
dass Menschen depressiv werden, weil sie eine unerfreuliche
Vergangenheit hatten bzw. ein deprimierendes Leben führen, also
z.B. arbeitslos sind, keine Freunde haben, unter grossem Stress
stehen usw.
Therapie
Der betreffende Mensch muss lernen, unangenehme und potentiell
depressionsfördernde Situationen nach Möglichkeit zu
vermeiden und sie dort, wo sie unausweichlich werden, möglichst
optimal zu handhaben. Er sollte sein Leben so einrichten, dass er
sich wohlfühlt.
Negatives Denken hingegen hat auch negative Auswirkungen auf die
Gefühle und Verhaltensweisen.
Wichtig ist, festzuhalten, dass jede Depression eine individuelle
Entstehungsgeschichte hat. Ein "Pauschalrezept" zur Therapie kann es
daher nicht geben.
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Wie erkennt man eine
Depression?
Ein unbehandelter Schub einer schweren Depression verschwindet in der Regel von selbst innert sechs bis zwölf Monaten. |
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