(vo) Vorgeschichte: Z., der aus gesundheitlichen
Gründen seit über zwei Jahren gar kein Einkommen erzielt,
wird vom Schwyzer Kreiskommando "gejagt". Er müsse (obwohl Z.
bei der IV angemeldet ist!) unbedingt seinen Wehrpflichtersatz
zahlen.
Auf das Argument, dass er - Z. - seit über zwei Jahren gar kein
Einkommen habe und gesundheitlich beeinträchtigt sei, geht das
Kreiskommando Schwyz nicht ein.
Z. argumentiert, dass ihm aufgrund der Umstände eindeutig der
Wehrpflichtersatz erlassen werden müsse. Das interessiert das
Kreiskommando jedoch nicht; es argumentiert stereotyp, der Entscheid
sei definitiv. Daran könne nichts mehr geändert werden.
Der Fall gelangt schliesslich vors Bezirksgericht Schwyz, das
einseitig der Argumentation des Kreiskommandos folgt. Ob Einkommen
vorhanden sei, interessiert den Richter F.T. nicht; mehr: dieser
Punkt steht gar nie zur Diskussion. Auch, ob Z. arbeitsfähig
oder nicht ist, interessiert das Gericht nicht. Der Wehrpflichtersatz
müsse bezahlt werden.
Der Fall gelangt weiter ans Schwyzer Kantonsgericht, welches
erwartungsgemäss den Entscheid des Schwyzer Bezirksgerichts
bestätigt.
Z., der wie erwähnt über kein Einkommen verfügt und
auf IV wartet, muss zusätzlich auch noch die Betreibungskosten,
Gerichtskosten etc. zahlen. Vom Betreibungsamt Schwyz kommt Post,
falls er nicht zahle, werde bei ihm gepfändet.
Szenario eines Amoklaufs
Z. ist über die seiner Meinung nach ungerechte Behandlung
verständlicherweise erbost und bezeichnet die Verantwortlichen
als "Dublä". Er staune, dass es in Anbetracht der herrschenden
Verhältnisse nicht zu mehr Amokläufen käme. Er habe
einen solchen in Gedanken durchgespielt und sich überlegt, was
anschliessend passieren würde.
Folgendes Szenario erläutert er gegenüber der Mythen-Post:
Nachdem das Kreiskommando in die Luft geflogen wäre, müsste
er sich sofort umbringen. Denn würde er am Leben bleiben,
gäbe es lediglich zwei Möglichkeiten: Entweder würde
er als Schwerstkrimineller für viele Jahre hinter Gitter wandern
- oder die perfidere Variante: irgend ein systemtreuer
psychiatrischer Scharlatan würde als Gutachter auf den Plan
gerufen und ihn für "geisteskrank" oder als
"gemeingefährliche Persönlichkeit" einstufen. Vollgestopft
mit Psychopharmaka müsste er vielleicht den Rest seines Lebens
verwahrt bis zum Tod dahinvegetieren. Welches der tatsächliche
Grund für die Tat gewesen ist, würde gar niemand wissen
wollen. Der Bekennerbrief würde vielleicht noch in den Medien
erwähnt, aber der Inhalt keinesfalls der Öffentlichkeit
zugänglich gemacht. (Hier hat Z. durchaus recht. So läuft
es heutzutage in der "freien Schweiz", wo angeblich die Meinungs- und
Pressefreiheit gilt.)
Im Fall Leibacher lag umfangreiches Dokumentationsmaterial vor. Warum
wurde dies der Öffentlichkeit nicht zugänglich gemacht?
Weil dann vielleicht so manches klarer geworden wäre?
Die Stunde des "Boten"...
Der "Bote der Urschweiz" - so Z. - würde sich in der Ausgabe
am darauffolgenden Tag mit Heuchelei selber überbieten: wie eine
solch schreckliche Tat bloss möglich sei (Anmerkung der
Mythen-Post: Da hat Z. wohl recht: der "Bote" würde die wahren
Ursachen gar nicht wissen wollen und selbst wenn sie bekannt
wären, nicht veröffentlichen: Kreiskommando und der gesamte
Schwyzer Politfilz als Kunden!).
Beim Rathaus-Eingang würde eine schwarze Fahne
herausgehängt und nach deren Montage würde ein
"Bote"-Mitarbeiter von der Schmiedgasse sofort heraufgeschickt, um
davon ein Foto zu machen. Vielleicht würden bei der kantonalen
Verwaltung im KKS-Ostteil, der Ausgleichskasse Schwyz im Rubiswil aus
"Solidarität" auch noch schwarze Fahnen herausgehängt - und
der "Bote"-Mitarbeiter müsste einen ganzen Morgen herumrennen
und alle Fahnen aufnehmen, damit später die grösste,
beliebteste und beste Tageszeitung von Schwyz berichten kann, wie
gross die Trauer im Kantonshauptort ist.
Die "öffentliche Meinung" wird
eingefangen
Von der "Bote"-Chefredaktion käme der Auftrag, vier oder
fünf Schwyzer Köpfe zu photografieren, um weiter zu
illustrieren, wie gross die Bestürzung im Volk sei. Die
befragten Schwyzerinnen und Schwyzer wüssten die
Hintergründe natürlich nicht und es kämen die
Standardsprüche "unfassbare Tat" etc. Mit 5 Bildern hätte
der "Bote der Urschweiz" gleich eingefangen, "wie das gesamte
Schwyzer Volk denkt".
Nachdem die öffentliche Meinung eingefangen ist, käme die
kantonale Verwaltung (zufällig Grosskunde der Druckerei
Triner...) zum Zug. Auch hier würde das grosse Bedauern
über die "schreckliche Tat" ausgedrückt. Der "Bote"
würde die Frage stellen, ob andere kantonale Stellen auch schon
bedroht worden seien. Und hier käme dann die für den
Journalisten des "Schwyzer Blicks" die sehnlichst erhoffte Antwort,
dass tatsächlich regelmässig Drohungen eingingen... (Diese
"Sensation" interessiert die Leser!)
Die Motive, die dahinter stecken, interessiert
niemand
Wichtig auch hier: Weshalb solche Drohungen eingehen,
interessiert weder die kantonale Verwaltung noch den "Bote der
Urschweiz" - es würde gar nicht hinterfragt. Im Gegenteil: Der
Behördensprecher würde von sich geben, dass man "die
Querulanten neu mit dem Computer erfasst". Und der "Bote" würde
als Sprachrohr der Schwyzer Verwaltung sinngemäss
verkünden: "Also Bürger, Ihr habt zu spuren, sonst
werdet Ihr auch registriert!!" Thema erledigt. Hier nur eine
Nasenlänge weiter zu denken, käme dem "Bote" niemals in den
Sinn. Man ist ja sooo angepasst...
Sicherheitsbranche profitiert!
Stattdessen würde der "Bote der Urschweiz" die Frage
stellen, wie es um die Sicherheit der Schwyzer Behörden bestellt
sei. Ja, hier herrschten grosse Mängel, käme von der
Verwaltung als (gewünschte!) Antwort. Und wochenlang würden
über Sicherheitsdispositivs, mehr Polizei und
Sicherheitskräfte etc. gesprochen und die Zeitung gefüllt.
Auf dem Höhepunkt der Hysterie die "Bote"-Titelschlagzeile:
"Schwyzer leben nach Anschlag in Angst". Darunter ein Inserat von
Theo Schilter, der in einem Kurz-Interview auf Seite 5 bekannt gibt,
dass die Sicherheitsbranche nach dem Anschlag auf das Kreiskommando
Schwyz einen Boom erlebe.
Wenigstens leidet das Gewerbe nicht unter dem
Anschlag
Bereits ist der erste Bagger in der Lückenstrasse beim
ehemaligen Kreiskommando aufgefahren und Lastwagen bringen den Schutt
weg. Chauffeure und Traxfahrer grinsen sich gegenseitig an und man
spürt heimliche Sympathie mit dem Attentäter. Auch am
Stammtisch wird darüber diskutiert, und es heisst, den sturen
Militärgrinden sei das ganz recht geschehen...
SF DRS ist vor Ort
Die offizielle Seite aber läuft natürlich ganz anders:
tagtäglich werden beim Kreiskommando Schwyz Kerzen
angezündet ("Schweiz Aktuell" bringt die ersten Bilder bereits
am Abend, vor Ort Kathrin Winzenried). Im Schwyzer Kantonsrat werden
Gedenkminuten abgehalten, selbstverständlich mit Polizeischutz
und alles photografiert vom "Bote der Urschweiz".
Weites Medienecho
Das Thema "Sprengstoffanschlag auf das Kreiskommando Schwyz" ist
auch Inhalt des nächsten "Zischtigsclub", wo extra ein
systemtreuer Zürcher Gerichtspsychiater (stammt
ursprünglich aus Deutschland) als "Spezialist" eingeladen wird,
der die Tat aufs Schärfste verurteilt und argumentiert, diese
sei durch nichts zu rechtfertigen. (Auffallende Parallelen zur
ehemaligen Sowjetunion. Psychiater als Werkzeuge des Staates.)
Im Schwyzer Kantonsrat wird darüber debattiert, wie die
"Sicherheit im Kanton" erhöht werden könne. Jeder
Bürger, der künftig ein amtliches Gebäude betrete,
müsse zuvor auf Waffen und Sprengstoff untersucht werden, dies
das Ergebnis einer Fachgruppe. Die erste solche Personenkontrolle
wird als Pilot-Anlage auf dem Betreibungsamt Schwyz getestet. Und
selbstverständlich berichtet der "Bote der Urschweiz" gleich am
anderen Tag über diese Innovation.
Warum stellt man sich nicht einmal die
Frage...
Könnte das Problem vielleicht nicht bei der Schwyzer
Verwaltungsbürokratie liegen, dass immer mehr Bürgerinnen
und Bürger die Nase voll haben, z.B. von AHV/IV-Behörden,
Arbeitslosenkassen, Kreiskommandos und anderen solchen
öffentlichen Institutionen, die möglicherweise mehr zu
ihrem eigenen Vorteil funktionieren, statt zum Wohl der Bürger?
Schon mal was von Lücken im Sozialwesen gehört? Von
Behördenwillkür? Warum lesen Sie darüber nichts im
"Bote der Urschweiz"?
Eine Beamtin des Betreibungsamtes Schwyz sagte neulich, Tell habe die
Eidgenossen von Gessler befreit. "Und heute sitzen die Gesslers im
Kreiskommando Schwyz, in Gerichten und andern öffentlichen
Stellen", meint Z. Sie hätte von der Schweizer Geschichte
nicht viel verstanden. Darauf wusste die Beamtin nichts zu
erwidern.
Wäre nach heutiger Staatsauffassung Tell
ein Terrorist?
Tatsächlich: Würde heutzutage ein moderner Tell leben,
würde er wohl als "Staatsfeind" verfolgt und nach erfolgtem
Befreiungskampf als Terrorist verhaftet oder als "geisteskranker
Schwerverbrecher" verwahrt. 100 oder 200 Jahre später würde
er von der Öffentlichkeit und der Verwaltung rehabilitiert und
als Freiheitskämpfer bezeichnet, der damals gegen die "Tyrannei
der Bürokratie" gekämpft habe.
Z. ist nicht Amok gelaufen, "weil spätestens nach einem
halben Jahr der ganze Apparat im selben Trott weiter marschieren und
man rein gar nichts lernen würde". Weil dieser Staat nicht
für den Bürger da sei, sondern umgekehrt, gelte es, alles,
was auf einen staatlichen Ausbau oder Mehreinnahmen herauslaufe,
konsequent abzulehnen. Das sei seine Strategie.
E-Mail an: Mythen-Post