(mb) "Wenn Du bei Beeler wieder inserierst,
bist Du unsere Aufträge los", wurde dem Inhaber einer
Ibächler Küchenbaufirma gedroht. Bauern gingen bei einem
Berufsbekleidungsgeschäft in Seewen vorbei und drohten: "Wenn
Du auch in Zukunft in der Mythen-Post inserierst, kaufen wir bei Dir
nichts mehr." Oder ein Beispiel aus Steinerberg, wo ein Maler
mitte Januar '98 von Schweinemästern unter Druck gesetzt wurde.
Ein Garagier aus derselben Gemeinde will nicht länger in unserem
Heft inserieren, weil er glaubt, dass der benachbarte
Schweinemäster sonst sein nächstes Auto nicht mehr bei ihm
kaufen könnte...
Das ist nicht Film, sondern Realität. Solche und ähnliche
Geschichten spielen sich seit dem Boykottaufruf der Schwyzer
Bauernvereinigung und dem Auftragsboykott von Generalunternehmer
Robert Schmidlin, Steinen, tatsächlich ab.
Reaktion der Betroffenen: Boykotte statt
Argumente
Da gewissen Kreisen offenbar die Argumente ausgegangen sind, wird
versucht, unsere Zeitschrift finanziell zu ruinieren. Dass
Inserate-Boykotte gegen die Mythen-Post laufen, ist nicht neu. Nun
aber hat das unlautere Vorgehen gegen die Mythen-Post eine neue
Dimension erreicht. Nicht, dass ein Geschäftsmann wie Schmidlin
aus Steinen zusammen mit Partnern die Mythen-Post boykottieren. Jetzt
sollen auch noch unabhängige Gewerbler, die seit Jahren in der
Mythen-Post inserieren, drankommen, nur weil gewissen "grauen
Eminenzen" der gerade und ehrliche Journalismus der
Mythen-Post nicht passt.
Es geht den Boykotteuren offenbar nicht nur mehr um die Erhaltung von
Tierfabriken, gegen Fortschritte im Umweltschutz usw., sondern um die
massive Verhinderung elementarer Meinungs- und Pressefreiheit in
der Region Schwyz!
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Zitat von Urs Beeler: |
Wo der Filz regiert
"Wenn ich sagen würde, was betr. Gewerbe bzw. in unserer
Gemeinde abläuft, könnte ich meinen Laden dicht
machen", solche Aussprüche höre ich von ehrlichen,
unabhängigen Gewerblern immer wieder. Oder: "Wenn Du heute
als Handwerker die Wahrheit sagst, bist Du erledigt." - Oder:
"Was Sie schreiben, Herr Beeler, stimmt. Aber ich darf bei Ihnen
nicht inserieren, da ich sonst von Generalunternehmer xy keinen
Auftrag mehr erhalte. Sie wissen ja selber, wie hart das
Geschäft heute ist."
"Gewerbler werden zur Zeit nicht nur wegen der Mythen-Post erpresst,
sie werden generell erpresst", bringt es ein Ibächler
Unternehmer auf den Punkt. Und derselbe Mann fährt fort:
"Wenn ich ehrlich bin, haben wir heute in unserem Talkessel
Verhältnisse wie in Sizilien, mit dem einzigen Unterschied, dass
nicht geschossen wird."
Worauf will die Mythen-Post hinaus?
Gewisse Kreise wollen verhindern, dass weiter Fakten
veröffentlicht und Missstände aufgedeckt werden. Für
die Mythen-Post gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder
kapitulieren oder kämpfen. Wir haben uns für letzteres
entschieden.
In den vergangenen Jahren haben wir sehr viel journalistisches
Material sammeln können, unzählige Gespräche mit
Betroffenen geführt, Recherchen angestellt usw. Die
Veröffentlichung dieses Materials wird die Mythen-Post - neu vor
allem auch ausserhalb des Talkessels Schwyz - zu einem viel und gern
gelesenen Heft machen.
Ziel: Es soll Transparenz geschaffen werden. Wo heute der Filz
herrscht, soll morgen wieder Leistung und Ehrlichkeit
zählen.
Besser Einbussen, dafür
unabhängig!
Der Beitrag im "Boten" vom 13.1.98 hat bei vielen Leserinnen und
Lesern Verunsicherung ausgelöst und den Eindruck erweckt, die
"Agro- und Gewerbe-Mafia" habe die Mythen-Post an den Rand des
finanziellen Abgrundes getrieben und sie werde deswegen nun vom VgT
übernommen. Dazu folgendes: Es stimmt, dass die Mythen-Post
aufgrund der Boykotte finanzielle Einbussen erlitten hat. Wir werden
jedoch aus eigener Kraft weiter kämpfen, weil wir wissen, dass
wir im Recht sind. Wir lassen uns weder von der Agro- und
Gewerbemafia fertig machen noch vom VgT übernehmen.
Unser Standpunkt
Die Mythen-Post brachte und bringt Themen des VgT, weil es
diejenige Tierschutzorganisation in der Schweiz ist, die sich am
effizientesten und kompromisslosesten für den Schutz der
Nutztiere einsetzt. Gerade weil Dr. Erwin Kessler etwas bewirkt, wird
er bekämpft. Deswegen geniesst er die Unterstützung der
Mythen-Post. Unsere Zeitschrift lässt sich jedoch vom VgT nicht
"kaufen".
Die Mythen-Post brachte und bringt Beiträge von Nationalrat
Christoph Blocher, weil er derjenige ist, der sich am
wirkungsvollsten für die Unabhängigkeit und
Neutralität unseres Landes einsetzt. Die Mythen-Post lässt
sich jedoch weder von der EMS Chemie noch von der AUNS
kaufen.
Wie journalistische Unabhängigkeit
gewährleisten?
Mein Ziel ist es seit Jahren, die Mythen-Post finanziell
möglichst breit abzustützen - und unabhängig zu
bleiben. Das setzt viele unabhängige kleine und mittlere
Gewerbebetriebe als Inserenten voraus. Das setzt aber auch die
Unterstützung durch die Leserinnen und Leser voraus.
Aufruf!
An dieser Stelle möchte ich alle Leserinnen und Leser der
Mythen-Post aufrufen, unsere Inserenten, die sich trotz Drohungen und
massiven Erpressungsversuchen nicht einschüchtern lassen, bei
ihren Einkäufen, Aufträgen usw. zu
berücksichtigen.
Bekunden Sie als Konsument diesen unabhängigen Gewerblern
gegenüber Ihre Solidarität!
Urs Beeler
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Zum Inserate-Boykottaufruf der
Bauernlobby |
E-Mail an: Mythen-Post