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Statt eine umweltfreundliche Kompogasanlage (1993/94 von der Mythen-Post vorgeschlagen) wollte der Bezirk und die Mehrheit der Schwyzerinnen und Schwyzer lieber ein eigenes Krematorium. Darin zeigen sich auch deutliche Unterschiede in der Mentalität... |
(en/im) Im Januar 2001 berichtet Franz Steinegger
unter www.bote.ch/:
"Das Krematorium in Seewen wurde nach langem Hin und Her im
August 1996 in Betrieb genommen. Umstritten waren insbesondere der
Standort und die Sorge der Nachbarn wegen Geruchsimmissionen oder
Abgasemmissionen.
Quecksilberausstoss
Diese Befürchtungen waren nicht ganz unbegründet, wie
sich jetzt zeigt, weshalb das Krematorium aufgerüstet werden
muss. Im Budget 2002 des Bezirkes Schwyz ist ein Planungskredit von
10 000 Franken für den Einbau einer Rauchgasfilteranlage
vorgesehen. Die ordentlichen Messungen der Abluftstoffe ergaben zwar
sehr gute Werte. Nicht gemessen wurden bisher jedoch die
Rückstände von Quecksilber, die von den
Amalgam-Zahnfüllungen der Toten herrühren.
[Anmerkung: Das ist Umweltpolitik auf schwyzerisch; was
gefährlich ist, wird nicht gemessen. - Ist deshalb vielleicht
auch die Brunner Zementfabrik "so umweltfreundlich"...?]
«Diese Erhebungen sind extrem teuer, weshalb wir darauf
verzichtet haben», erklärt der Alpthaler Bezirksrat Pius
Marty, Präsident der Krematoriums-Betriebskommission.
[Anmerkung: Wenn Marty das Sparen wichtiger ist als
Umweltschutz, hätte man ja das Krematorium gar nie bauen
müssen.] Erfahrungen und Vergleiche mit anderen
Einäscherungs-Instituten in der Schweiz hätten nun gezeigt,
dass das Quecksilber ohne eine Rauchgasfilteranlage nicht
herausgesiebt werden könne, weshalb man nun zum Handeln
gezwungen sei, erläuterte Marty. [Anmerkung: Genau vor
diesem Problem hat die Mythen-Post bereits vor 8 Jahren gewarnt!
Siehe Heft 5/94. Damals hiess es jedoch, es sei "alles in Ordnung",
sämtliche Grenzwerte würden erfüllt. Unvergesslich in
diesem Zusammenhang ein impulsiver Telefonanruf von René
Eichhorn, Eichhorn Transportdienste AG, Seewen: Beeler solle mit
seiner Kritik am Schwyzer Krematorium doch endlich Ruhe
geben...]
Der Einbau eines Rauchgasfilters geht ins dicke Geld:
Schätzungen gehen von einem Investitionsvolumen von 1,3 Mio
Franken aus. [Anmerkung: Warum wurde ein solcher
Rauchgasfilter nicht bereits beim Krematorium-Bauprojekt budgetiert?
Weil der Stimmbürger aufgrund zu hoher Kosten dann nein gesagt
hätte?] Dazu muss der Kamin erweitert werden, wofür
eine Baubewilligung notwendig wird. Die Planung sei sehr aufwendig,
sagte Marty. «Bis alles durchgerechnet ist und die
Baubewilligung vorliegt, wird es wohl 2004 werden», schätzt
er den Zeitbedarf ein.
Höhere Gebühren
Die hohen Investitionen werden auf die
Einäscherungsgebühren durchschlagen, die mit ziemlicher
Sicherheit erhöht werden müssen. Im Bezirk Schwyz tragen
die Gemeinden die Kremationskosten, die Angehörigen müssen
lediglich für den Transport aufkommen. [Anmerkung: Die
Gemeinden subventionieren das Kremieren. Auch diejenigen, die aus
religiösen oder anderen Gründen gegen das Kremieren
eingestellt sind, zahlen mit!]
Das Einzugsgebiet des Krematoriums an der Seewernstrasse in
Seewen umfasst neben den Bezirken Schwyz und Einsiedeln die Gemeinde
Freienbach, den gesamten Kanton Uri, 13 Zuger sowie fünf
Luzerner Gemeinden. Seit der Eröffnung wurden 4700
Einäscherungen vorgenommen."
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