(vo) Das Wohnen spielt bei der Beurteilung der
Lebensqualität des Menschen eine zentrale Rolle. Unter den
Begriff "Wohnen" fallen sowohl die Wohnraumversorgung, als auch die
Wohnqualität und die Wohnkosten.
Etwa die Hälfte des Wohnungsbestandes bilden die mittelgrossen
Wohnungen (drei bis vier Zimmer), und in knapp der Hälfte der
bewohnten Wohnungen stehen den Bewohnern zwei oder mehr Zimmer pro
Person zur Verfügung (ohne Küche).
In den vergangenen Jahren hat sich die Zahl der Wohnungen mit
niedriger Wohndichte mehr als verdoppelt. Die Schweiz steht mit
durchschnittlich 39 m2 Wohnfläche pro Bewohner gut
da. Auf einen höheren Wert in Europa kommen nur noch
Dänemark, die Niederlanden, Belgien und Norwegen.
Die Wohnraumversorgung in der Schweiz gilt als ausreichend. Probleme
sind eher im Bereich der Verteilung auszumachen. So verfügen
z.B. die Erwerbstätigen mit hoher beruflicher Stellung und viel
Berufsprestige (Akademiker, oberes Kader) über mehr Zimmer und
mehr Wohnraum als der Durchschnitt. Leute mit geringem Einkommen
müssen sich dagegen auch beim Wohnen
einschränken.
Die Schweiz - ein Mieterland
Zur Kritik Anlass gibt immer wieder die tiefe Wohneigentumsquote.
Tatsächlich ist sie deutlich tiefer (1990: 31,3%) als in anderen
europäischen Ländern. Zum Vergleich: In Norwegen besitzen
78% Wohneigentum.
1950 hatte die Wohneigentumsquote in der Schweiz noch bei
ungefähr 37% gelegen, 1960 waren es nur noch 33,7% und 1970
wurde mit 28,5% der bisher tiefste Stand erreicht. Seither ist diese
Zahl wieder im Steigen.
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