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Aufklärung nützt in der Praxis leider wenig, denn Raucher sind Opfer einer Sucht und daher ihrer eigenen Entscheidungsfreiheit beraubt. |
(am) Rund 1/5 oder 180'000 der Todesfälle als Folge einer Herz-Kreislauf-Erkrankung wurden 1990 in den USA dem Tabak angelastet. An der Spitze steht der Herzinfarkt mit fast 100'000 vorzeitig Verstorbenen. Als Ursache bezeichnet man Komponenten, welche die Innenseite der Arterien beschädigen. Die Schädigung des Endothels steht am Anfang der Arteriosklerose. Zigarettenrauchen erhöht auch den Cholesterinspiegel und senkt den Anteil des "guten" Cholesterins HDL. Interessanterweise sind viele Veränderungen des Herz-Kreislauf-Systems umkehrbar, wenn das Rauchen eingestellt wird.
Schädliches Passivrauchen
Neuere Studien zeigen auch, dass das sogenannte Passivrauchen,
das Einatmen von Rauch der Zigaretten anderer, gefährlich ist.
Rund 37'000 Herz-Kreislauf-Tote werden in den USA jedes Jahr dem
Passivrauchen angelastet. Die körperliche
Leistungsfähigkeit von Patienten mit Angina Pectoris reduziert
sich um 30-40%, wenn sie sich in einem mit Zigarettenrauch belastetem
Raum aufhalten. Als Reaktion auf den Rauch ziehen sich die feinen
Blutgefässe zusammen.
Krebs
Die zweite Todesursache, in deren Statistik übermässig
viele Raucher auftauchen, ist Krebs. Lungenkrebs ist die am ehesten
vermeidbare Krebsart, und über 85% der Lungenkrebstoten waren
Raucher. Den Rest machen ihre dem Rauch ausgesetzten Angehörigen
- in den USA rund 3'000 pro Jahr - und toxischen Substanzen
ausgesetzte Berufsgruppen aus. In den vergangenen 60 Jahren stieg die
Zahl der Lungenkrebskranken parallel mit dem Zigarettenkonsum.
Der Zigarettenrauch spielt auch eine Rolle beim Krebs der
Mundhöhle (93% der erkrankten Männer sind Raucher), des
Rachens, des Kehlkopfs, der Speiseröhre, des Magens, der Nieren
und des Gebärmutterhalses.
Seit einiger Zeit zählt man auch Leukämie zu den
Krebsarten, die vom Tabakkonsum herrühren können;
Zigarettenrauch enthält nämlich Benzol, einen bekannten
Auslöser von Leukämie.
Warum der Rauch die Lungen schädigt, ist relativ leicht
vorstellbar; warum aber z.B. rund 1/3 der
Gebärmutterhalskrebsfälle vom Zigarettenrauchen
herrühren, ist nicht so offensichtlich. In der Schleimhaut des
Gebärmutterhalses von Raucherinnen fand man verschiedene
Substanzen aus dem Zigarettenrauch, die nachgewiesenermassen
krebserregend sind. Schädliche Substanzen gelangen auch
über die Plazenta von Raucherinnen zu ihren Föten. So
früh exponierte Kinder wiegen bei der Geburt durchschnittlich
200 g weniger als normal. Bei rauchenden Müttern gibt es ein
Drittel mehr Totgeburten und frühen Kindstot. Die Mütter
tragen die Verantwortung aber nicht allein, rauchende Väter
können über den Rauch ihre Kinder ähnlich negativ
beeinflussen.
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