(vo) Umweltmediziner sind der Meinung, dass das
Übermass an Umweltchemikalien und an Zusatzstoffen in der
Nahrung eine dauernde Belastung und Überforderung für das
menschliche Abwehrsystem darstellt. [Anmerkung: Genau die
Argumentation der Mythen-Post.] Diese Dauerbelastung
könnte auch erklären, warum Allergien - nicht nur auf
Chemikalien, sondern auch auf natürliche Lebensmittel -
ständig zunehmen.
Während heute Chemikalien mit Gift erzeugender oder Krebs
erzeugender Wirkung recht gut untersucht sind [Anmerkung der
Mythen-Post: Was nützt es, wenn diese Stoffe nicht verboten
sind?], weiss man über die reiz- und
allergieauslösende Wirkung von vielen Stoffen im Wohnbereich
noch sehr wenig. Paradebeispiel für Wohngifte waren für
lange Zeit das Formaldehyd und Lösungsmittel, welche in Farben,
Lacken, Klebstoffen usw. verwendet werden. Erfreulicherweise werden
heute aufgrund dieser Erkenntnisse immer mehr Farben und Lacke ohne
Lösungsmittel hergestellt. Doch leider kommen anstelle der
Lösungsmittel nun andere allergisierende Substanzen zum
Einsatz.
Wer ist verantwortlich? Die Industrie!
Als Beispiel erwähne ich das stark allergisierende Kathon,
welches als Allergen in Kosmetika unter Hautärzten sehr gut
bekannt ist. Nun wird dieses Kathon neuerdings als Mittel gegen Pilze
und Bakterien in wasserlöslichen Farben, aber auch in Verputzen
und Klebstoffen verwendet. Damit wird es zur neuen Ekzemursache in
Innenräumen. Aber wie soll man diese Ursache erkennen, wie soll
sich ein Kathon-Allergiker schützen, wenn Kathon auf diesen
Produkten nicht deklariert werden muss? Wie soll ich in meinem Beruf
als Hautärztin die Patienten beraten können, wenn wir wegen
des Produktionsgeheimnisses keine Informationen erhalten, wenn keine
Deklarationspflichten bestehen? [Anmerkung der Mythen-Post:
Genau so kommt es eben heraus, wenn der Gesetzgeber seine
Verantwortung nicht wahrnimmt!]
Ein weiteres Beispiel
ist die enorme Zunahme von Duftstoffallergien. Duftstoffe sind in den
letzten Jahren zur zweitwichtigsten Ursache von Kontaktekzemen
geworden. Ausser in den Kosmetika, in
denen sie leider immer noch nicht deklariert werden müssen,
spielen sie in den Innenräumen eine wichtige Rolle, da sie ja
flüchtig sind und auch in vielen Haushaltprodukten - Sprays,
Farben - verwendet werden.
AB 2000 N 980 / BO 2000 N 980
Wegen der Zunahme solcher
Allergien haben beispielsweise die Behörden der Stadt Halifax in
Kanada den Gebrauch von starken Parfums in öffentlichen
Gebäuden verboten. [Anmerkung
der Mythen-Post: Anders in der Schweiz. Wer einen
Oeko-Waschmittelhersteller wegen der Zwangsparfümierung seiner
Produkte kritisiert, bekommt eine Gefängnisstrafe!] Dies
sind nur zwei von sehr vielen Beispielen, weshalb ich Sie bitten
möchte, dem Entwurf des Bundesrates und dem Antrag der
Minderheit zuzustimmen.
"Chemischer Turmbau zu Babel"
Wenn Sie bedenken, dass heute mehr als 40'000 verschiedene Baustoffe
verwendet und in Innenräumen Tausende von chemischen Substanzen
nachgewiesen werden, so werden sie schnell nachvollziehen
können, dass man sehr viel Spezialwissen braucht, um daraus die
gesundheitsgefährdenden Substanzen zu eruieren und Wege zu
finden, sie zu vermeiden. Wir Ärztinnen und Ärzte sind
keine Spezialistinnen und Spezialisten, die das können, wir sind
keine Chemikerinnen und Chemiker, keine Baufachleute und schon gar
keine Detektivinnen und Detektive, die die Möglichkeit haben,
bei den Patienten zu Hause nachzuforschen.
Deshalb können sehr viele Fälle von Sick-Building-Syndrom
nicht aufgeklärt werden. [Anmerkung der Mythen-Post: Dies
ist heutzutage der Vorteil für die Hersteller, da sie dadurch
nicht zur Verantwortung gezogen werden können. Geschieht es
dennoch, können sie mit dem Bundesgesetz betr. unlauterem
Wettbewerb die "Notbremse" ziehen und den Kritiker
einklagen!]
Symptome
Die Patienten kommen weiter mit ihren Atembeschwerden,
Gesichtsekzemen und Schleimhautreizungen in die Sprechstunde oder
wandern von einer Praxis zur andern, ohne dass ihnen geholfen wird.
Am Schluss landen sie dann oft bei Scharlatanen, oder sie werden
einfach als psychisch krank abgestempelt. [Anmerkung der
Mythen-Post: In einem korrupten System, das keine Verantwortung
übernehmen will und dem Profit über alles geht, ist dies
die logische Konsequenz.] Das ist äusserst
unbefriedigend.
1 Mrd. Franken Folgekosten!
Die rasante Zunahme von Allergien auf schon heute 15 Prozent
belastet unser Gesundheitswesen mit schätzungsweise einer
Milliarde Franken und treibt auch die Krankenkassenprämien
in die Höhe.
[Anmerkung der Mythen-Post: Dies wiederum ist erfreulich für
die Pharmaindustrie und den Medizingeldverdien- und
Symptombekämpfungsapparat. Aus diesem Grund werden
gesundheitsschädigende Produkte/Substanzen ja auch nicht
verboten, weil sonst auf beiden Seiten weniger verdient würde!
Die Leute krank zu machen und anschliessen zu therapieren, ist ein
Wirtschaftsfaktor!] Ich bin deshalb
sehr gespannt, wie die vielen Kassenvertreter unter Ihnen heute
abstimmen werden. Es geht bei diesem Artikel um
Prävention und wirklich nicht um die Schikanierung von
irgendwelchen Chemikalien- oder Bauprodukteherstellern.
[Anmerkung: Letzteres ist in der Schweiz unter Strafe ja auch
verboten!] Es geht darum, endlich eine Lücke zu
schliessen, gutes fachübergreifendes Fachwissen zu erarbeiten
und präventive Massnahmen zu ergreifen damit künftig
Ursachen von Krankheiten, Allergien usw. eliminiert werden
können. [Anmerkung: Diesem Ziel stemmt sich eben das
Bundesamt für Gesundheit, Produzenten- und Mediziner-Lobby in
der Praxis entgegen, sonst hätten wir ja gar nicht die
Verhältnisse, wie sie heute vorzufinden sind.] Auch die
Kantone haben diesen Artikel unterstützt, damit dieses
Fachwissen, das es jetzt gibt, nicht verloren geht. Im Vergleich etwa
zu Deutschland, wo es beispielsweise allein im Bundesland Hessen acht
ärztlich geleitete umweltmedizinische Beratungsstellen gibt,
finden bei uns Betroffene kaum Anlaufstellen. Sie werden oft
schulterzuckend von Amt zu Amt von Stelle zu Stelle geschickt.
[Anmerkung der Mythen-Post: Mit Beratungsstellen allen ist es
nicht getan. So wird eine Problematik nur institutionalisiert. Bei
den URSACHENBEKÄMPFUNG muss angesetzt werden!]
Sie haben alle den Brief der Fachorganisationen erhalten. Das
sind Fachleute, die sich seit Jahren mit dieser Problematik befassen,
beispielsweise das Institut für Sozial- und
Präventivmedizin in Basel oder die Ärztinnen und Ärzte
für Umweltschutz, welche diesen Wohngiftartikel fordern, weil
sie die Problematik aus ihren Praxen kennen und nicht einfach nur
immer Medikamente verschreiben, sondern Ursachenbekämpfung
betreiben wollen. [Anmerkung der Mythen-Post: Schön
wär's ja, wenn die Mehrheit der heutigen Mediziner so denken
würde!]
Wir brauchen diese rechtlichen Grundlagen, damit die
Bevölkerung geschützt werden kann.
(...)
Aufruf zur Prävention
Ich möchte Sie also noch einmal bitten, im Sinn einer
sinnvollen Prävention zu ermöglichen, dass durch
Deklaration der Stoffe, die eben diese Allergien auslösen,
Prävention gemacht werden kann. Für diese
Deklarationsvorschriften genügt der neue Artikel 29a nicht.
Damit ist es nicht möglich, diese Deklaration zu machen. Deshalb
brauchen wir zumindest meinen Kompromissvorschlag." [Anmerkung
der Mythen-Post: Auch Dr. med. Frank Nestlé,
Dermatologische/Allergologische Abteilung des Unispitals Zürich,
weist auf Deklarationen hin. Was es jedoch braucht, ist ein VERBOT
für die Herstellung allergieauslösender oder sonstwie
problematischer Produkte. DAS ist
Prävention!]
E-Mail an: Mythen-Post