Liebe Leserinnen und Leser
In der Nachrichten-Sendung "10 vor 10" vom 5.12.03 wurde von einer
Familie berichtet, die hätte zwangsausgewiesen werden
sollen. Um sich dem behördlichen Zugriff zu entziehen, wurde
Selbstmord begangen. Schweizer Fernsehen untypisch wurde für
einmal nicht ein systemtreuer psychiatrischer Scharlatan befragt,
sondern ein Psychologe, der das Geschehen kompetent interpretierte.
Die Familie hätte keinen Ausweg mehr gesehen und deshalb die
Kinder, Haustiere "mitgenommen".
Die übliche Heuchelei...
Standardmässig wird von den Medien und Leuten dann
geheuchelt: "unfassbare Tat" etc. Obligatorisch werden Kerzen etc.
vor dem Wohnhaus am Abend deponiert und "Teilnahme"
zelebriert.
...und das wahre Gesicht
Hätte dieselbe Familie, die in den Selbstmord getrieben wurde,
eine Woche zuvor eine Spendenaktion durchgeführt: "Spenden
Sie uns bitte Fr. 100.- oder Fr. 1'000.--, damit wir in unserer
Wohnung bleiben dürfen", wären von denselben Leute, die
da "Anteilnahme" und "Betroffenheit" zelebrieren kaum etwas, ja
vermutlich gar nichts gekommen.
Und die grossartigen Sozialbehörden?
Sie sind vom Gesetz her verpflichtet, dafür so sorgen, dass
nach Möglichkeit ja keiner vorzeitig abspringt. Hätte die
Familie mit Selbstmord gedroht, wäre sofort der
Fürsorgliche Freiheitsentzug umgesetzt worden. Der Staat meint
es ja so "gut"! Von "gut meinen" kann in Wirklichkeit aber gar keine
Rede sein!
Man hätte schon noch "Hilfe" anbieten
können...
In "10 vor 10" wurde ein abgewrackter Typ (Sozialarbeiter?) gezeigt,
der meinte, "1 Wohnung oder 2 Zimmer" seien im Notfall in Zürich
praktisch immer verfügbar.
Tolle Aussichten?
Nehmen wir an, nur die Eltern hätten sich umgebracht:
Fürsorge-/Vormundschaftsbehörden hätten sich den
Kindern angenommen. Auch hier ein grosses Fragezeichen. Durchstehen
eines Heimes oder von Pflegeeltern? Und die Haustiere? Sie wären
wohl entweder eingeschläfert worden oder in einem Tierheim
gelandet und dort (obligatorisch) kastriert worden. Sie meinen es ja
alle so "gut"!
Um was geht es?
Vielleicht hat diese Familie bis zum Ende Lebensqualität
in dieser Wohnung gehabt und alles, was ihr an "Alternativen" geboten
wurde, wäre für sie nur ein "behördlich erzwungenes
Weiterleben" gewesen. Also blieb nur noch der Suizid
übrig.
Warum nicht einmal unkonventionell...
Wieso nicht einmal eine Behörde, die sagt: "Bitte,
bringen Sie sich nicht um. Wir haben hier für Sie eine Villa mit
Garten und Pool. Und in der Garage steht ein schöner
Porsche." - Da würde sich wohl der eine oder andere einen
Selbstmord überlegen!
Was macht der Staat?
Er wirft das Geld lieber für "psychologische Abklärungen"
etc. aus dem Fenster, betreibt einen gigantischen, heuchlerischen
medizinischen Symptombekämpfungsapparat etc. Bei diesem ganzen
Theater geht es nicht einmal darum, denen zu helfen, die wirklich
Hilfe nötig haben, sondern es geht um teure Arztgehälter,
Beamtenlöhne usw. That's ist. Eine riesige Alibiübung!
Eben: Staat!
Bitte nicht verbittert sein!
Selbst in nahezu aussichtsloser Situation kommen noch angebliche
"Freunde" mit heuchlerischen Sprüchen wie, man solle nicht
verbittert sein etc. Vielleicht wäre es mal interessant, sich zu
fragen, wer denn für die angebliche Verbitterung
sorgt.
In Tat und Wahrheit will (mit wenigen Ausnahmen) in wirklich
schwierigen Situationen nämlich praktisch gar NIEMAND helfen.
Zweifel? Fragen Sie nach Geld, dann wird sich das Rätsel rasch
lüften! In der Praxis ist für 99% der Leute Geld
wichtiger als ein Menschenleben. Nicht umsonst heisst es auch:
Für Geld gehen Banken über Leichen.
Wenn einer Selbstmord machen will, so ist das
seine eigene, freie Entscheidung und geht den Staat nichts
an!
Klug wäre, sich einmal die Frage zu stellen: Weshalb
bringen sich Menschen überhaupt um? Man müsste auch hier
die Ursachen ergründen und diese - wenn möglich - beheben.
Aber da sind wir wieder beim alten Thema: Ursachenbekämpfung
hat in dieser Gesellschaft keinen Stellenwert. Das einzige, was
den Staat interessiert, ist Symptombekämpfung. Nicht die
Lebensumstände lebenswert machen, sondern z.B. Depressive mit
Antidepressiva vollpumpen. Man kann hier tausende Beispiele bringen.
Die Leute, die mich verstehen wollen, werden es auch ohne weitere
Erklärungen tun.
Die Selbstmorde, die heutzutage beklagt werden, haben weniger einen
individuellen, als vielmehr einen gesellschaftlichen Ursprung.
Vielleicht würde sich "die Gesellschaft" einmal damit befassen.
Wunschdenken.
Urs Beeler
Randnotiz
Bei all den in der Öffentlichkeit stattfindenden
Diskussionen zum Thema Suizid geht es gar nicht darum,
tatsächlich die Gründe für einen
Selbstmord herauszufinden. Um Himmelswillen! Die Wahrheit
will gar niemand wissen - und schon gar nicht die
wirklichen Ursachen beseitigen. (Es könnt ja Geld
kosten!)
Das System ist stets frei von Schuld: von den Behörden,
Banken, Freunden mit Händen in den Hosensäcken
etc. bis zu Verwandten/Bekannten und Nachbarn.
Der Slogan heisst immer: "Wir waschen unsere Hände
in Unschuld!"
Die Mechanismen sind seit über 2000 Jahren die
gleichen.
E-Mail an: Mythen-Post