(mn) Wer weiss heute, dass der erste Elektroherd
1889 in der Schweiz stand, im Hotel Bernina in Samedan? In der
Zeitschrift "The Electrician" war im August desselben Jahres zu
lesen, der Herd sei mit Heizspiralen aus Silberdraht
ausgestattet.
Das Hotel Bernina verfügte über eine eigene Stromversorgung
für die Beleuchtung: einen von einem Wasserfall betriebenen
Dynamo. Da während des Tages also die meiste Energie
buchstäblich "bachab" ging, kam der Hotelbesitzer auf die Idee,
sie zum Kochen zu nützen.
Der Kugelschreiber - 1938 entwickelt
Der heute absolut unentbehrlich gewordene Kugelschreiber wurde
vom ungarischen Hypnotiseur, Bildhauer und Journalisten Laszlo Biro
entwickelt, der in Budapest mit Hilfe des Staates eine
Kulturzeitschrift herausgab. In der Druckerei stiess Biro 1938 auf
eine schnelltrocknende Tinte, die ihn sofort an ein nicht kleckerndes
Schreibutensil denken liess. Biro musste kurz darauf vor den
Nationalsozialisten flüchten; zuerst gelangte er nach Paris und
dann nach Argentinien. Dort arbeitete er weiter an seinem
Kugelschreiber, der - und dies war mitten im Krieg nicht unwichtig -
in seiner Funktion weder durch Änderung des Luftdrucks noch der
Flughöhe beeinträchtigt wurde. Der Engländer Henry
Martin sicherte sich die Erzeugungsrechte für England und
begann, die Kugelschreiber der Royal Air Force zu
produzieren.
Eine deutsche Hausfrau erfand den
Kaffeefilter
Da sich die schlichte Hausfrau Melitta Bentz-Liebscher, die 1873 in
Dresden geboren worden war, täglich über Kaffeesatz
ärgerte, erfand sie den Kaffeefilter. Mit Hammer und Nagel
durchlöcherte sie eines Tages einen Messingtopf und legte ein
Löschblatt hinein, das sie dem Schulheft ihres ältesten
neunjährigen Sohnes entnommen und zurechtgeschnitten hatte.
Durch den auf diese Weise entstandenen Filter lief tatsächlich
satzfreier Kaffee. Während eines Kaffeekränzchens, das
Melitta Bentz gab, musste er seine erste Bewährungsprobe
bestehen - die Damen waren begeistert. Allerdings: Löschpapier
filtriert langsam. Melitta und ihr Mann suchten nach der richtigen
Filterpapiersorte - und fanden sie. Nachdem am 11. Juni 1908 die
erfinderische Hausfrau ihren Filter beim Kaiserlichen Patentamt zu
Berlin eingereicht hatte, musste sie nur neun Tage warten bis sie
Gebrauchsmusterschutz für ihren "Kaffeefilter mit auf der
Unterseite gewölbtem und mit Vertiefung versehenem Boden sowie
mit schräg gerichteten Durchflusslöchern" erhielt. Und die
Patentierung hat sich gelohnt: Heute ist der Melitta-Konzern immer
noch "in der Familie".
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