(mb) Trotz allen Fortschritten der medizinischen Wissenschaft stehen viele Menschen den psychischen Krankheiten anders gegenüber als den physischen Leiden. Anstatt mit Einfühlungsvermögen und der Bereitschaft, psychische Störungen zu akzeptieren und zu verstehen, begegnen sie ihnen oft mit Ärger, Ablehnung und Feindseligkeit. Mit solchen Reaktionen ist auch zu rechnen, wenn es sich um eine Persönlichkeitsveränderung in der Art einer Schizophrenie handelt.
Vier klinische Erscheinungsformen
Schizophrenie wird mit "Spaltungsirresein" übersetzt. Damit
werden Störungen bezeichnet, denen eine zunehmende
Desintegration der Persönlichkeit und ihrer Beziehung zur Umwelt
zugrunde liegt. Der gestörte Kontakt zur Umwelt und die
Schwächung persönlicher Beziehungen sind typisch.
Darüber hinaus sind emotionale Stabilität und
Denkvermögen beeinträchtigt. Der Patient ist den
Anforderungen der Umwelt nicht mehr gewachsen. Man unterscheidet vier
klinische Erscheinungsformen schizophrener Psychosen, die sich jedoch
nicht immer klar voneinander trennen lassen:
1-3% der Bevölkerung betroffen
Die Angaben zur Häufigkeit der Schizophrenie bewegen sich
zwischen 1 und 3%, je nachdem, wie grosszügig Definition und
Diagnosekriterien ausgelegt werden. Da eine familiäre
Häufung bekannt ist, dürfte die genetische
Prädisposition eine Rolle spielen; Stress-Situationen werden als
Auslöser diskutiert.
Die schizoide Persönlichkeit wird von Fachleuten mit folgenden
Worten charakterisiert: "Schizoide Persönlichkeiten zeichnen
sich durch soziale und personale Zurückgezogenheit, oftmals in
Verbindung mit Schüchternheit, Zurückhaltung, exzentrischem
Gebaren sowie einer Tendenz zu Misstrauen und
Überempfindlichkeit aus. Die auffällige Kombination von
Misstrauen und Überempfindlichkeit bei sonst unauffälliger
Charakterstruktur wird auch als paranoische Persönlichkeit
bezeichnet."
Interessant ist, dass es in der Geschichte viele bekannte
Persönlichkeiten gibt, die unter Schizophrenie litten, z.B.
Friedrich Hölderlin, Gotthold Ephraim Lenz (Freund von J.W.
Goethe), Gérard de Nerval, Robert Walser und August
Strindberg.
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