Sehr geehrter Herr Beeler
Zum Ersten möchte ich Ihnen mitteilen, dass die Mythen-Post ab
sofort bei uns nicht mehr erwünscht ist. Gründe dazu gibt
es viele.
Zum Zweiten hat man das Gefühl, es gäbe nichts anderes zu
schreiben als über rauchende Kamine und Käfighaltung bei
den Sauen.
Zu den rauchenden Kaminen möchte ich sagen, dass es überall
schwarze Schafe gibt. Gut funktionierende Holzheizungen sind nach wie
vor weniger gesundheitsschädigend [Anmerkung der
Redaktion: eine verbreitete Meinung, die so nicht zutrifft]
als Ölheizungen und viel ökologischer, weil das Holz vor
der Haustüre wächst, nachwachsend ist und nicht um die
ganze Welt transportiert werden muss.
Auch ich bin ein Gegner solcher Leute, die nasses oder frisches
Grüngut verbrennen.
Man kann ja nicht überall Polizisten hinstellen, auch auf
Fahrzeugen aller Art gibt es schwarze Schafe.
Zum Thema Tierschutz und "Kessler" gibt es viel zu schreiben. Es ist
zum Himmel schreiend, was dieser sich alles erlaubt.
Klöster und Klosterplätze sind sicher nicht die richtigen
Plätze für sein Getue, die sind zum Beten da, und zur
Besinnung.
Es ist schlimm genug, dass Bürolisten und Theoretiker die Bauern
belehren wollen. So Besserwisser gibt es allemal zuviele.
Sicher bin ich auch nicht mit allem einverstanden, das soll aber kein
Grund sein, die ganze Landwirtschaft in der Öffentlichkeit im
Dreck herum zu ziehen. [Anmerkung der Redaktion: Dieser
Vorwurf ist immer wieder zu hören. Wenn schwarze Schafe unter
den Tierhaltern angeprangert werden, wird dann "die ganze
Landwirtschaft in den Dreck gezogen"? Oder: Wenn ein paar Handwerker
bei einer Arbeit gepfuscht haben und deswegen zurecht gescholten
werden, muss sich dann das ganze Gewerbe betroffen
fühlen?]
Solche Leute sollten zuerst richtig arbeiten müssen, dann
kämen sie vielleicht auch auf bessere Gedanken. Ich möchte
nicht mehr länger werden, und mich von der Mythen-Post
verabschieden, da auch diese die Umwelt belastet.
Mit freundlichen Grüssen
Josef Holdener, Perfiden, Rickenbach
Eine Stellungnahme zu diesem Leserbrief (in derselben Ausgabe)
Sehr geehrter Herr Holdener
Vielen Dank für Ihren Brief.
Ihre Reaktion verstehe ich. Sie gibt Gelegenheit, einiges zu
klären.
Zu Ihren Themen Holzfeuerungen, Grünabfallentsorgung und
Tierfabriken:
Der Artikel betr. Holzfeuerungen in M.P. 12/97 zeigt auf, wo die
Probleme bei den heutigen Holzfeuerungen liegen (starke Geruchs- und
Staubimmissionen). Es geht gar nicht "gegen das Holz", sondern darum,
wie man das Immissionsproblem optimal löst. Es handelt sich hier
um eine echte Marktlücke. Gratulation dem findigen Unternehmer,
der eine geruchsneutrale und staublose Holzfeuerung entwickelt und
auf den Markt bringt! Das wäre ein positiver Beitrag zum
Umweltschutz und für die Wirtschaft.
Man soll aber heute aufhören, die alten Holzfeuerungen als
"umweltfreundlich" anzupreisen. Es sind nun einmal Dreckschleudern
(sehr schlechte Verbrennung), daran ändern alle Boykotte etc.
nichts. Passt eine Steinzeitheizung ins Computerzeitalter? Innovation
ist gefragt!
Wenn die Mythen-Post das Problem der Luftverschmutzung durch
Abfälle aus Garten, Landwirtschaft und Forst nach Jahren immer
noch bringen muss, dann sind nicht wir daran "schuld", sondern die
Rückständigen, die nach wie vor Abfälle unter grossem
Gestank verbrennen. Wenn Landwirte, Gartenbesitzer und Forstleute
Grünabfälle häckseln und kompostieren oder andere
Möglichkeiten der umweltfreundlichen Entsorgung genutzt werden,
ist der Fall erledigt.
Analoges bei der Tierhaltung: Gute Schweinehaltung - Fall
erledigt.
Ich begreife nicht, welche Empörung in Bauernkreisen jeweils das
Aufdecken von Missständen auslöst. Es gibt gute und
schlechte Bauern, gute und schlechte Handwerker, gute und schlechte
Ärzte, gute und schlechte Lehrer, gute und schlechte
Journalisten, gute und schlechte Hausfrauen - kein Bauer, der seine
Tiere anständig hält, muss sich betroffen fühlen. Und:
Es geht um Schweinemäster und nicht um Bauern!
Betr. Erwin Kessler und den Klöstern Fahr und Einsiedeln:
Entsprechen ein dauernd angeketteter Muni, Kälber in
Einzelboxen, Muttersauen in Kastenständen und ein elektrischer
Kuhtrainer christlichem Geist? War es da nicht nötig, auf diese
Unchristlichkeit aufmerksam zu machen?
Die Mythen-Post setzt sich für eine tier- und umweltfreundliche
einheimische Landwirtschaft ein. So, wie wir uns für das kleine
und mittlere Gewerbe engagieren, so liegen uns die Interessen der
kleinen und mittleren Bauern (vgl. VKMB) am Herzen.
Betr. dem Mythen-Post-Papier haben Sie recht. Wir werden ab einer der
nächsten Ausgaben auf ein umweltfreundlicheres Papier umstellen.
(Anmerkung der Redaktion: Diese Zusicherung wurde von der
Mythen-Post darauffolgend auch in die Tat umgesetzt.)
Haben Sie bitte noch etwas Geduld. Es gibt in Zukunft viele neue
interessante Themen!
Mit freundlichen Grüssen
Urs Beeler
E-Mail an: Mythen-Post