Das Stei-Mandli freut sich. Endlich: Der
architektonische Prachtsbau in Ibach steht. Weihrauch und Myrrhe
über die mutigen und weitsichtigen Unternehmer, die dieses Werk
vollbracht haben. Dank dem EWS Schwyz für die grossartige orange
Natriumdampfbeleuchtung. (Solch tolles Licht wünscht sich manch
einer in seine gute Stube!). Speziellen Dank der Illgauer Firma
Betschart für die grandiose Mineralfaser-Isolation. Jetzt muss
niemand mehr frieren. Die tolle Raumluftqualität im
Mythen-Center bringt so manchen Besucher ins Schwitzen. Gut so. So
können Heizkosten gespart werden!
Sicher wird das Mythen-Center der Region einen wirtschaftlichen und
kulturellen Impuls geben. Die meisten Leute wissen ja ohnehin nichts
Vernünftiges in ihrer Freizeit anzufangen. Im Center können
sie konsumieren.
Dank nicht zuletzt auch dem "Boten" für seinen Einsatz fürs
Mythen-Center.
Doch auch ein paar kritische Anmerkungen: Genügt das Angebot?
Hätte man nicht etwas grosszügiger planen sollen?
Tatsächlich frage ich mich, ob die Center-Erweiterung nicht zu
bescheiden geraten ist. Könnten nicht Kunden nach Uri, Zug,
Luzern oder Zürich abwandern?
Fährt man auf der Schmiedgasse in Richtung Schwyz, sieht man den
Prachtsbau ja fast kaum. Es fehlt die nötige Signalisation. Ich
könnte mir vorstellen, dass so manch ein Auswärtiger sich
auf der Suche nach dem Mythen-Center im Talkessel verirrt. So gehen
dem Center wertvolle Kunden verloren. Arbeitsplätze sind
gefährdet. - Wurde das auch schon von der MC-Mietervereinigung
diskutiert?
Ich mache mir echt Sorgen. Jetzt haben sich das MC und der (alte)
Gemeinderat soviel Mühe gegeben, dieses tolle Projekt zu
realisieren. Was, wenn nun keiner mehr hingeht und wieder bei den
Detaillisten einkauft? Haben Sie sich das auch schon überlegt?
Ein zartes, gebrechliches Gebilde wie das Mythen-Center müsste
viel besser geschützt werden. (Durch Sonn- und Feiertage zum
Beispiel gehen dem Center bereits jährlich Millionen Umsatz
verloren! Wer kommt für diese Einbussen auf?)
Der Schwyzer Gewerbeverein und Gemeinderat (wo bleiben die mutigen
Architekten und Ingenieure, die ihre eigenen Interessen vertreten!)
sollten sich viel stärker für das Mythen-Center einsetzen.
Wie wär's z.B. mit der Verteilung von obligatorischen
Lebensmittel- und Kleidermarken an die Bevölkerung?
Es braucht neue Konzepte. Sonst könnte mit den Centern eines
Tages dasselbe passieren, wie mit den Dinosauriern. Sie könnten
aussterben.
Was, wenn eines Tages ein Meteorit im Mythen-Center einschlägt?
Das würde das Schwyzer Volk nicht überleben. Ein Leben ohne
Migros, Vögele und Manor - unvorstellbar!
Der Gewerbeverein und die Gemeinde Schwyz sollten sich in Zukunft
viel stärker für die wirtschaftlichen Interessen
engagieren. Seien wir mutig und bauen wir doch ein zweites
MythenForum im 16ni (Kultur neben dem Sportareal!). Machen wir doch
aus dem Talkessel eine grosse Hofmatt - eine einzige Stätte der
Begegnung!
Vergrössern wir die Celfa in Seewen! Isolieren wir meterdick mit
Glas- und Steinwolle alle Neubauten! Egal, wen's juckt. Wenn die
Wirtschaft floriert, geht's allen gut.
Lasst uns doch bauen: mehr Mythen-Centers, mehr Hofmatts, mehr
Herrengasse-Neubauten, mehr Steistegs, mehr
Mittelpunkt-Schulhäuser, mehr Kollegis, mehr Strassen! Lasst den
ganzen Talkessel unter hellem orangen Natriumdampf-Licht in der Nacht
erstrahlen!
Kauft nicht 1 Crème, sondern 10 Crèmen, damit Euer
Antlitz im Lichte glänze. Kauft nicht Parfüms und
Rasierwasser, die bloss auf 10 m duften, sondern die auf 100 m
riechen. Und wenn all dieser Fortschritt zu wenig schnell geht, lasst
Euch klonen!
Macht den Talkessel zu einem einzigen grossen Mythen-Center oder
MythenForum! So haben alle Arbeit und alle sind glücklich!
Wozu sorgt Ihr Euch? Die Architekten, Ingenieure, Treuhänder und
Manager wissen, was gut für Euch ist.
Je mehr Ihr baut, produziert und konsumiert, desto glücklicher
werden Ihr eines Tages sein. Am Ende der Strasse erwartet Euch das
Paradies auf Erden! Was wollt Ihr mehr?
Heinz Specht
PS: Man muss das Leben positiv sehen und nicht immer kritisieren!
E-Mail an: Mythen-Post