Im "Bote" vom 22, März 1993 steht auf der
Titelseite "Lichterloh brannte Mittefastenfeuer in Gersau - Dem
Winter den Garaus gemacht":
sc "Schtüür, stüür, stüür, zumene
Mittifaschtefüür", dem Aufruf wurde letzte Woche in Gersau
zahlreich Folge geleistet. Estriche und Keller wurden entrümpelt
und die alte Ware zu einem riesigen Holzstoss im Dorfbach im Oberdorf
aufgeschichtet. Wahrscheinlich hat viele auch die Sackgebühr,
die nun auch in Gersau seit anfangs Jahr gilt, und den Abfallberg
sogleich um einen Drittel schrumpfen liess, zu einem Beitrag
verleitet. Nach der Abendmesse von gestern Sonntag brannte der
Holzstoss lichterloh unter der Obhut der Feuerwehr, die dafür
sorgte, dass die Flammen nicht zu weit um sich griffen. (...)"
Anm.: Was soll das Verbrennen von Abfall mit Fasten (Einkehr!) zu
tun haben? Wieso hat in Gersau niemand den Mut, gegen derart
unsinniges Treiben aufzutreten? Und hört die
Luftreinhalte-Verordnung beim Brauchtum plötzlich auf?
PS: Wenn's und Publicity für rückständiges Brauchtum
geht, belegt der unkritische "Bote der Urschweiz" seit Jahren in
Innerschwyz den Platz 1...
|
Die Kehrseite der
Sackgebühr |
Im "Bote" vom 23. April 1993 erscheint
folgender Text unter dem Titel "Feuer und Flamme sein":
ia. "In der Pfarrei Ibach wird auch dieses Jahr wieder drei Tage
lang ein Feuer brennen. Das Pfingstfeuer ist ein Symbol für die
innere Entflammung, 'Feuer und Flamme' sein für den Glauben.
Damit dieses Feuer vor der Kirche nicht ausgeht (...), braucht es
für jede Stunde eine(n) Hauptverantwortliche(n). Zu diesem Zweck
wird an den nächsten vier Wochenenden in der Kirche ein Plakat
hängen, wo man sich eintragen kann, um an Pfingsten für
eine Stunde das Feuer zu hüten. Dies soll aber nicht heissen,
dass nur diejenigen am Feuer verweilen dürfen, die sich
eingetragen haben. Im Gegenteil: Schöner ist es doch, wenn immer
wieder Leute kommen und gehen, einander begegnen, sich unterhalten
oder zusammen schweigen. So kann das Pfingstfeuer auch zu einem Ort
der Begegnung werden."
Anm.: In der Praxis sah es dann so aus, dass der Qualm dieses
Ibächler Pfingstfeuers quer über die Strasse zog. Soll mit
sinnloser Luftverschmutzung der christliche Glaube bezeugt werden?
Die Luft unnötig zu verpesten ist sicher nicht im Sinne
Gottes!
"Feueralarme hielten Polizei und Feuerwehr auf
Trab", hiess die Schlagzeile auf Rückseite des "Boten" vom 26.
April 1993. Im folgenden werden einige Text-Passagen aus dem Artikel
wiedergegeben:
"In Vorderthal musste am Samstag, 24. April, die Feuerwehr um
14.15 Uhr aufgeboten werden, weil ein Bauernhaus in Brand geraten
war. Trotz des aufkommenden Windes wurde an einer offenen Feuerstelle
in Hausnähe Holzabfall verbrannt. Durch Funkenwurf geriet die
Hausfassade in Brand. Die Löschversuche des Hausbewohners
misslangen. Die mit 30 Mann ausgerückte Feuerwehr konnte den
Totalschaden nicht mehr verhindern." Weiter heisst es: "Am gleichen
Abend musste auch noch die Feuerwehr Küssnacht zur Schindelweid
in Haltikon aufgeboten werden. Sie hatte (...) einen Waldbrand zu
bekämpfen, der offensichtlich durch einen Motthaufen -
während des Tages wurde Reisig verbrannt - ausgelöst worden
ist."
Anm.: Gab es dazu je eine Stellungnahme des Amtes für
Umweltschutz? Nein, es scheint das Amt für Umweltschutz des
Kantons Schwyz überhaupt nicht zu stören, wenn solche
Vorfälle Jahr für Jahr passieren.
Unter dem Titel "'Waldbrand' im Rigiwald"
berichtet der "Bote" am 10. Mai 1993:
"Am vergangenen Wochenende mussten Feuerwehrleute der Gemeinde
Arth notfallmässig ausrücken. Am späten
Samstagnachmittag breitete sich an der Riginordlehne, hoch über
Arth, ein Feuer aus, nachdem ein Waldarbeiter bei Arbeiten Äste
verbrannt hatte. Dank dem schnellen Einsatz der Feuerwehrleute konnte
ein weiteres Ausbreiten verhindert werden. Das steile Gelände
forderte von den Männern einiges ab, galt es doch zuerst einen
nahen Bach zu stauen, um überhaupt Wasser an den weiter oben
gelegenen Brandherd zu bringen."
Anm.: Hat man aus diesem Vorfall etwas gelernt? Nein. Es werden
weiter im Rigiwald Äste verbrannt - bis zum nächsten
(vielleicht grösseren) Waldbrand.
In der Ausgabe vom 17. Mai 1993 berichtet der
"Bote" unter dem Titel "Güsel in Silo verbrannt - Feuer ausser
Kontrolle" von einem superschlauen Bauer:
"Ein Landwirt wollte Abfälle entsorgen und zündete
diese im zur Zeit leeren Kunststoffsilo an. Schliesslich wurde er den
Flammen nicht mehr Herr. Die alarmierte Feuerwehr konnte den Schaden
auch nicht mehr verhindern."
Anm.: Es ist zu hoffen, dass der betreffende Bauer im nachhinein
wenigstens etwas gelernt hat...
Am 24. Mai 1993 steht im "Boten" auf der Rückseite unter dem
Titel "'Grillplausch': 600 m2 Schilf und 2 Boote
verbrannt" folgender Text: "Durch ungenügende
Sicherheitsvorkehrungen beim Grillieren im Freien, entstand in
Willerzell ein Flächenbrand, welcher nur noch durch die
Feuerwehr gelöscht werden konnte. 500-600 m2 Schilf
wurden vernichtet und 2 Boote brannten total aus. Arbeit hatte die
Feuerwehr auch im 'Forenmoos' bei Haltikon. Sie musste einen
entfachten Waldbrand löschen und unter Kontrolle bringen."
Dies sind nur einige wenige Beispiele. Trotz dieser Vorfälle,
die immer wieder passieren, halten es die zuständigen Schwyzer
Behörden bis heute nicht für nötig, das Verbrennen von
Abfällen im Freien - wie die eidgenössische LRV es
eigentlich vorsieht - zu verbieten!
E-Mail an: Mythen-Post