(sh) Lärm kann auf drei Arten bekämpft werden: Einmal durch verbesserte Konstruktion lärmiger Systeme an der Quelle, andererseits durch akustische Isolation. Die dritte Möglichkeit besteht in der aktiven Lärmkompensation. Dieses Konzept wurde bereits im Jahre 1934 patentiert, jedoch erst mit der Mikroelektronik liess es sich für den praktischen Einsatz verwirklichen. Es ermöglicht die Unterdrückung von Störgeräuschen zwischen 50-75%.
Schall wird "gelöscht"
Wie jede Art von Schall besteht Lärm aus periodischen und
aperiodischen Schwankungen des atmosphärischen Drucks, die sich
in der Form von Wellen von der Quelle zum Ohr fortpflanzen. Sie sind
durch ihre Wellenlänge (oder Frequenz), ihre Amplitude und ihre
Phase definiert. Erzeugt man aus einem gegebenen Signal eine Welle
derselben Frequenz und Amplitude, aber mit einer um 180°
verschobenen Phase, so annullieren sich die beiden Wellenzüge.
Ein positiver Schalldruck wird also zu jedem Zeitpunkt mit einem
identischen, aber negativen Schalldruck überlagert: dies hat zur
Folge, dass beide Signale ausgelöscht werden.
Praktischer Einsatz
Erste Anwendung fand die aktive Lärmkompensation bei
Klimaanlagen, deren Luftkanäle durch den Ventilator häufig
zu Schwingungen im Bereich von 100 bis 500 Hz angeregt werden. Die
Einspeisung identischer, aber in der Phase umgekehrter Schwingungen
über einen Lautsprecher bringt eine Dämpfung von 30-40
Dezibel.
Lärmkompensierende Kopfhörer
Mit Hilfe der Ausrüstung der Piloten in der zivilen und
militärischen Luftfahrt mit lärmkompensierenden
Kopfhörern hofft man, die bei dieser Berufskategorie häufig
auftretenden Gehörschädigungen künftig zu verhindern.
Dazu kommt, dass Lärm ermüdet und zu
Konzentrationsproblemen führt. Im Cockpit eines Jets herrscht
ein Lärmpegel von 75 dBA; weil auch ständig der Sprechfunk
abgehört wird, muss dieser noch um 10-15 dBA lauter sein. Der
Pilot ist also ständig einem Schallpegel von 85-90 dBA
ausgesetzt, was einem lärmigen Arbeitsplatz entspricht. Bei der
aktiven Lärmkompensation wird zudem die
Sprachverständlichkeit verbessert.
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