(mb) Die Alzheimersche Krankheit besteht in einem
Gehirnabbau, der zur Demenz führt. Unter Demenz versteht man
eine umfassende Störung der geistigen Leistungsfähigkeit,
die weit über eine blosse Gedächtnisstörung
hinausgeht. Sie betrifft auch die Orientierung in Raum und Zeit, die
Auffassungs-, Denk- und Urteilsfähigkeit, die Lernfähigkeit
und häufig auch die Sprache. Das Gefühlsleben kann flacher
oder unkontrollierbar werden; Motivation und Initiative nehmen ab.
Körperpflege braucht Hilfe, und schliesslich wird im Endstadium
die Kommunikation mit der Welt unmöglich.
Demenz bricht in der Regel erst im Alter, selten schon in mittleren
Jahren aus. Sie kann viele Ursachen haben. Deshalb bedarf jede
Diagnose einer Demenz einer sorgfältigen
Abklärung.
Blick unter das Mikroskop
Die Alzheimersche Krankheit unterscheidet sich von anderen
Demenzen durch eine typische Form des Abbaus des Gehirns: bestimmte
Zellen lagern Eiweiss ein, sterben in grosser Zahl ab und werden als
scheibenförmige ("Plaques") und faserförmige Gebilde
("Tangles") im Mikroskop sichtbar.
Normales Altern und leichte Demenz
Wenn die Alzheimersche Krankheit erst im höheren Alter
auftritt (und das ist die Regel), stellt sich die nicht leicht zu
beantwortende Frage, wie man eine beginnende Demenz von den normalen
psychischen Altersveränderungen abgrenzen kann. Personen mit
beginnender Demenz zeigen Lücken im Gedächtnis für
wichtige und unwichtige Ereignisse, die vor kurzem stattgefunden
haben, und sie werden in ihren täglichen Aktivitäten immer
wieder durch diese Lücken beeinträchtigt. Sie haben
anhaltende Schwierigkeiten, Vergangenes und Zukünftiges im
Zeitschema einzuordnen. Weil die Fähigkeit zum zielgerichteten
Handeln schwindet, können sie nach einiger Zeit nicht mehr ohne
Unterstützung einkaufen, in ihrem Beruf tätig sein, ein
Vermögen verwalten usw. Komplizierte Haushaltarbeiten werden
allmählich aufgegeben.
Auch das normale Altern bringt eine gewisse Abnahme des
Gedächtnisses mit sich. Wie unterscheidet sich diese von der
beginnenden Demenz? Bei normalen Altern werden wichtige Ereignisse
und Fakten mühelos erinnert. Der Alternde bleibt handlungs- und
urteilsfähig. Gedächtnisstörungen betreffen
Zufälliges und Episoden wie Namen, Adressen, Telefonnummern. Die
fortschreitende Demenz hingegen zerstört allmählich den
Speicher.
Die Krankheitsentwicklung bei Alzheimer
Ob sie in mittleren Jahren oder im Alter beginnt: die
Alzheimersche Krankheit schreitet unaufhaltsam von der leichten zur
mittelschweren und schweren Demenz fort. Sie setzt die
Lebenserwartung deutlich herab. Die durchschnittliche Dauer der
Krankheit beträgt nach Langzeituntersuchungen in der
Gesamtbevölkerung von der Feststellung der ersten Symptome an
gerechnet im Mittel 5-8 Jahre.
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Ist Alzheimer erblich bedingt? |
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