An den
Gesamtbundesrat
Bundeshaus
3003 Bern
Betr. Durchsetzung eines Verbots
für KMFs
Schwyz, den 1. Juni 2001
Sehr geehrter Herr Bundespräsident,
sehr geehrte Damen und Herren Bundesräte
Sie kennen die Thematik problematischer Abfälle und
gefährlicher Altlasten: Asbest, PCB, Dioxin etc. Bis anhin ist
es praktisch immer so gewesen, dass die jeweilige Problematik zwar
seit Jahren (wenn nicht Jahrzehnten) bekannt war, man jedoch immer
erst dann zu handeln begann, wenn es bereits zu spät war.
Nachträglich geht jeweils ein Riesenaufschrei durch die Medien,
Betroffenheit wird zelebriert, der Ruf nach Aufarbeitung,
Untersuchungskommissionen etc. wird laut. Dies alles - wohlgemerkt -
immer erst im nachhinein!
Zwangsläufig stellt sich die Frage: Warum müssen
eigentlich immer 20, 30 oder 50 Jahre vergehen, bis reagiert
wird?
Genauso wie früher werden auch heute noch im grossen Stil
Produkte hergestellt, die gesundheitlich problematisch sind und die
verboten gehören. Ich bringe hier als Beispiel die
berüchtigten KMFs (künstliche Mineralfasern), die
heutzutage im grossen Stil zu Isolationszwecken eingesetzt werden.
Ich gelange mit diesem Schreiben explizit an den Bundesrat, nicht,
dass irgendwer in 10 oder 20 Jahren kommen und sagen kann, man habe
ja von alledem "damals" gar nichts gewusst.
Im folgenden werde ich Ihnen ausführlich die Problematik dieser
Produkte schildern. Zusätzliche Informationen zum Thema erhalten
Sie im Internet unter www.mythen-post.ch.
Glas- und Steinwolleindustrie - Parallelen zur
Asbestindustrie
In den USA existiert das "Fiberglass Information Network", kurz
FIN. Über die KMF-Industrie schreibt das FIN: "The fiberglass
manufacturing industry includes many of the same corporations which
created the asbestos tragedy, except now these corporations are
larger and operate in many countries. (...) Their long fingers reach
into universities and medical centers, where their money pays for
'research' on the safety of their products. This 'research' may sound
scientific, but always determines the product cannot be proven
hazardous."
Dass Mediziner auch in Europa von der KMF-Lobby bezahlt werden,
um die angebliche "gesundheitliche Unbedenklichkeit" von Glas- und
Steinwolle zu bestätigen, ist bekannt.

|
Objekt an der Herrengasse, Schwyz.
Aufnahme Ende März 2001. Oben neben den beiden Personen
liegen Steinwolle-Matten zur Verarbeitung bereit. |

|
Links vom roten Transporter zu erkennen: Die noch verpackten Steinwolle-Matten. |
Warum hört man in der Schweizer Presse und
von Umweltschutzorganisationen nichts betr. der KMF-Problematik?
Ganz einfach: Die milliardenschwere KMF-Lobby droht sofort mit
Anwälten und Prozessen, wenn irgend etwas Kritisches über
Glas- und Steinwolle geschrieben wird. Und wie sagte doch Tucholsky:
"In der Schweiz gibt es keine Zensur, aber sie funktioniert."
Werbeeinnahmen von der Isolationslobby entgegenzunehmen ist
einfacher als gegen diese journalistisch vorzugehen!
Ein Schweizer Steinwollehersteller tritt als Sponsor des WWF in
Erscheinung. Dass dann von dieser kommerziellen
Umweltschutzorganisation nichts Kritisches über KMFs berichtet
wird, liegt auf der Hand. Gutgläubige WWF-Mitglieder werden von
der irreführenden Steinwolle-Werbung zusätzlich an der Nase
herumgeführt.
Die Heuchelei der KMF-Industrie geht weiter: Ein Schweizer Hersteller
von Glaswolle preist sein Produkt damit an, dass 50 Rappen an
Bedürftige gingen. Wenn diese 50jährige Fabrik wirklich
etwas für die Umwelt und die Mitmenschen tun will und es
tatsächlich ernst meinen würde, dann müsste sie mit
der Produktion und dem Vertrieb ihrer problematischen
umweltbelastenden Bau- und Isolationsprodukte
aufhören!
|
Glas- und Steinwolle werden trotz ihrer gravierenden Nachteile noch immer im Bau eingesetzt. Bild: Auch die Aussenfassade des Mythen-Centers, Ibach/Schwyz, wurde auf diese Art isoliert. |
Neuste Informationen über Asbest und KMFs
aus den USA
Wie Ihnen vermutlich bekannt sein dürfte, wurde Asbest erst
im Jahre 1990 verboten, obwohl dessen Problematik bereits vor
über 60 Jahren (!) bekannt war! Zuerst müssen offenbar
immer gewisse Kreise Millionen verdienen, bis ein Fehler eingesehen
und entsprechend gehandelt wird.
Einem Pressebeitrag von Bloomberg ist zu entnehmen: "In all,
health experts calculate, more than 400'000 Americans will die of
diseases related to asbestos fibers they inhaled."
Das sind die Asbestopfer. Wie aber sieht es mit den KMF-Opfern
aus? In einem Brief (vom 3. Juni 2000) an Smart Money schreibt
Richard Munson, ein ehemaliger Manager der KMF-Industrie und heute
bekanntester Gegner der Glas- und Steinwolleindustrie in den USA:
"The asbestos bogeyman is only the beginning of Owens Corning's
financial nightmares. Fiberglass ist nothing less than man-made
cloned asbestos and that is also a deadly fraud made by the same
greed-driven KILLERS that manufactured asbestos. In fact I have no
doubt that one day fiberglass insulation will be revealed to be one
of the top ten manufacturing BLUNDERS of the past century."
Und Ted Estey, Besitzer und Manager von Polar Insulation in
Crestview, Florida sagt: "We are sitting of a powder keg ready to
explode."
Estey an anderer Stelle zum Thema KMF-Haftung: "The jury
ordered builders of Dina Melamed's homes to pay her $ 55'850 because
she suffers permanent, asthma-like breathing problems because she
inhaled fiberglass."
Weiter ist zu lesen: "The Branstetter family settled for $
125'000 in an out-of-court agreement. The jury was going to award
them over $ 1'000'000 but the Branstetters couldn't afford to fight
any longer. They had to get out of their home. There is nothing worse
than finding out that your home ist making you sick. And on top of
that, $ 125'000 will never replace their daughter's health!"
Zum enormen von der Glas- und Steinwolleindustrie erzeugten
volkswirtschaftlichen Schaden sagt Richard Munson: "Builders are
waking up to the fact that fiberglass is a deadly fraud that has cost
Americans astronomical sums in wasted energy, financial resources,
and human lives."
Eine grosse Hoffnung besteht darin, dass in den USA bald
Sammelklagen in Milliardenhöhe gegen die Glas- und
Steinwollehersteller eingereicht werden. Vielleicht bewegt sich dann
auch endlich etwas in Europa bzw. der Schweiz.
Gefahr bekannt - aber es geschieht nichts!
Bereits im Jahre 1970 stellte Dr. Mearl F. Stanton vom National
Cancer Institute fest, "that glass fibers less then 3 micrometers
in diameter and greater than 20 micrometers in length are 'potent
carcinogens'."
Und was man in Amerika bereits vor Jahren erkannte:
"Fiberglass - a material that nature does not make - is now
measurabe everywhere in the air. The air in cities, rural areas and
remote mountain tops now contains measurable concentrations ob
fiberglass."
Die Ärzte für den Umweltschutz warnen seit Jahren von
der zunehmenden Feinstaubkonzentration in der Schweiz. Warum zieht
man daraus nicht endlich auch praktische Konsequenzen? Warum nicht
schon längst ein Verbot für Glas- und Steinwolle?
Naturkost.de schreibt in einer Meldung vom 25.8.1997 mit dem Titel
"Gifte in Schulen und anderen öffentlichen Gebäuden":
"Die Innenraum-Belastung vieler Schulen und sonstiger
öffentlicher Gebäude ist katastrophal hoch. Die
Behörden tun so gut wie nichts mehr." Im Beitrag wird von
mehreren Krebsfällen sowie einer an MCS (multiple chemical
sensivity) erkrankten Lehrerin berichtet, welche das Kasseler
Wilhelmsgymnasium verlassen musste. Naturkost.de weiter: "In einer
anderen Schule wurden die künstlichen Mineralfasern (Glaswolle
mit PCB, Pentachlorphenol- und Lindan-Belastung) mit offenem Zugang
zu den Innenräumen bei laufendem Unterricht entfernt.
Anschliessend wurden künstliche Mineralfaser-Platten
(Steinwolle) wieder eingebaut mit der zusätzlichen Belastung
durch neurotoxische Substanzen wie z.B. Alkane." Fazit: Man hat
einen Giftstoff einfach durch einen anderen ausgetauscht mit der
Folge, dass Kinder weiterhin gesundheitlichen Belastungen mit
ungewissem Ausgang ausgesetzt sind und demnächst wieder eine
kostspielige Sanierung ansteht. (Auf derart schizophrene Weise wird
heute vielerorts die Bauwirtschaft künstlich in Schwung
gehalten. Man führt eine Sanierung durch und anschliessend muss
die Sanierung saniert werden...)
Naturkost.de schreibt im Beitrag "Warnung vor Mineralfasern in
Dämmstoffen" am 25.5.98: "Wärmedämmende
Mineralfasern sind gesundheitsschädlich. Zu diesem
Schluss kommt eine Studie des Frauhofer-Instituts. - Berlin, 25. Mai.
Dämmstoffe zur energiesparenden Isolierung von
Häusern sind alles andere als unbedenklich. Dies betrifft vor
allem Glas- und Steinwolle, aber auch Schaumstoffe, wie
Wissenschaftler des Frauhofer-Institus für Bauphysik
feststellten. Ihre Studie entstand im Auftrag des Umweltbundesamts
und der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin.
Intensiv untersucht wurden Faserstäube, die vor allem bei der
Verarbeitung von Mineralfasermatten, -platten oder -formteilen
entstehen. Bei bestimmten Fasern wiesen die Forscher
krebserregende Eigenschaften nach.
Faserstäube künstlicher Mineralfasern werden bereits seit
1980 wegen ihres krebserzeugenden Potentials kritisch betrachtet.
(...) Fasern mit hoher Biobeständigkeit verbleiben,
einmal eingeatmet, sehr lange in der Lunge und können so Krebs
verursachen." (Quelle: Altmut Bruschke-Reimer,
Umweltbundesamt, Deutschland)
Trotzdem gehören Glas- und Steinwolle noch immer zu den
bevorzugten Isoliermaterialien von Schweizer Zimmerleuten und
Dachdeckern. Vermutlich würden besagte Kreise auch noch mit
Asbest arbeiten. Aber der wurde ja 1990 verboten.
Die ungeschminkte Wahrheit über KMFs
schreibt ein deutscher Ingenieur
Dipl. Ingenieur Bernd Wagner (Adresse: Postfach 800 142, D-45501
Hattingen) zum Thema Glasfasermatten:
Gesundheitliche und wirtschaftliche Nachteile sind vorprogrammiert:
Dies alles seien Einschränkungen in die
Persönlichkeit der Betroffenen, die nicht hingenommen werden
könnten. Wagner weiter: "Es kann nicht angehen, dass mit
unzutreffenden Sicherheitsversprechungen die Gesundheit und
Volkswirtschaft so nachhaltig geschädigt werden darf!"
Eine Kernaussage Wagners: "Das Krebsforschungszentrum
Heidelberg sagt, dass die erste Stelle der Lungenkrebserkrankungen
als Todesursache bald zurückgedrängt sein wird durch
Asbest-Krebs. Das befürchte ich ebenso in Folge von
Steinwolle, Glasfaser und anderen Mineralfasern."

|
So werden die "strengen" Vorschriften
in der Praxis eingehalten... |
In seinem aufschlussreichen Artikel schreibt
Wagner weiter: "Ich finde es nicht richtig, die Erkrankungen an
Krebs durch Asbest zu beschränken auf nachweislich 25
Faser-Jahre Umgang damit. Das hilft hier nur den Politikern, sich
frei zu halten von Schuld, da sie ja in ihren Kommunalbetrieben der
Wärme- und Energieversorgung die Kollegen nicht geschützt
haben gegen diese Gefahr, die seit 1937 öffentlich bekannt
war.
Wenn jetzt mindestens 25 Faser-Jahre Arbeit in solchen belasteten
Bereichen und die Exposition vom Arbeiter nachträglich zu
beweisen sind, wird der Erkrankte jedesmal der Dumme sein. Ihm
entgegen stehen die Gewerbeaufsichtsämter und Technischen
Aufsichtsbeamten der Berufsgenossenschaft (BG), die mit Nichtwissen
argumentieren. Mit ihnen wehren sich die Verantwortlichen der
Betriebe und verneinen möglichen Kontakt mit dem Schadstoff und
geben Beweise zu den Schadstoffen nicht heraus. Sie haben ein
Interesse, ihr verantwortungsloses Handeln nicht offenzulegen."
Wagner weiter: "Asbest wird jetzt überall herausgerissen.
Im Austausch dafür kommen andere Mineralfasern an die gleiche
Stelle. Von den Mineralfasern weiss man aber seit
mindestens 1972, dass sie u.a. Mesotheliom erzeugen können wie
Asbest. Wir haben gesehen, dass die Arbeiter bei den
Sanierungsfirmen mit Mundschutz arbeiten, von dem wir aus den
DIN-Blättern wissen, dass sie 25% und mehr an ungefilterter
Umgebungsluft in die Lungen lassen.
Ich betrachte den ganzen Austausch und Neueinbau solcher
Mineralfasern als Arbeitsbeschaffungsmassnahmen bei denen die
Arbeiter ihre Gesundheit verlieren und die Industrie sich eine
'goldene Nase' verdient!"
Der deutsche Diplomingenieur zum Thema Formaldehyd in
Glaswollematten: "Besonders das Formaldehyd, mit dem die
Glasfasern in Matten zusammengeklebt sind, wirkt reizend auf die
Atmungsorgane und wirkt allergisierend. (In der Umgebung werden also
Allergiker erzeugt.)
Es ist wasserlöslich. Wird also mit der
Luftfeuchtigkeit das Formaldehyd gelöst und dampft es anhaftend
an den Wassernebeln mit aus, kommt es bei Menschen in der Umgebung
womöglich zu Reizungen der Schleimhäute, Atemwege und
Atmungsorgane.
Die so entzündeten Zellen sind dann leichter von den Fasern
durchdringbar. Das gilt auch für gleichzeitiges Auftreten
anderer Reizstoffe in der Umgebungsluft. Ist dann der Klebstoff in
der Glasfasermatte nicht mehr wirksam, haben die Glasfasern freien
Flug. Die ehemals dichten Fugen sind dann kein Hindernis mehr!"
Bernd Wagner bringt in seinem Beitrag die ganze KMF-Problematik
auf den Punkt. In der Schweiz darf dies jedoch niemand erfahren,
weil sonst das Bombengeschäft der KMF-Industrie platzen
könnte!

|
Ein Dämmstoff - im Bild Glaswolle
am Mythen-Center, Ibach - ist nicht schon allein dadurch
"umweltfreundlich", weil er der Dämmung dient. |

|
Als Minimalschutz eine Schutzbrille. |
Der Ibächler Zimmermann Felix von Rickenbach weigerte sich, Glaswollematten an einem warmen Sommertag aus einem Estrich zu nehmen, weil das Material auf der Haut stark jucke. Zehntausende von Häusern sind mit diesen juckenden Isolationsmaterialien isoliert! Welche riesigen Mengen an potentiell krebsauslösenden Feinstäuben hier eines Tages bei der Sanierung freigesetzt werden, lässt sich nur erahnen!
Riesige Altlast
Die Altlast, welche die KMF-Industrie in den vergangenen
Jahrzehnten mit ihren untauglichen Produkten erzeugt hat, ist
gewaltig. Dass sich diese Problematik auf die Dauer (trotz allen
diesbezüglichen Bemühungen) langfristig gar nicht
verschweigen lässt, liegt auf der Hand.
Ein besorgter Mieter schreibt am 20.11.00 an "Umwelt und Gesundheit",
Deutschland: "Im Dachgiebel über unserer gemieteten Wohnung
liegen riesige Mengen Glaswolle unisoliert. Die Glaswolle ist auch in
den Kniestockkammern zu finden. Zwischen Giebel und Kniestock gibt es
Verbindungen. Aus den Kammern zieht es ins Wohnzimmer und ins
Kinderzimmer. Werden wir hier mit Glasfaserstaub gefährdend
belastet? Können wir die Kammern überhaupt nutzen? Die
Wolle stammt aus den 70er Jahren. Was können wir tun, um eine
Kontamination der Raumluft festzustellen?"
Derartige Anfragen werden demnächst auch zu Tausenden in der
Schweiz kommen. Was werden dann die zuständigen Behörden
sagen? Dass man - wie z.B. beim Asbest und PCP - Jahrzehnte
verschlafen hat und die Gewinne der KMF-Industrie Vorrang
hatten?
Der Kampf gegen die KMF-Industrie hat
begonnen
In den USA haben sich die Opfer der KMF-Industrie zu
Selbsthilfe-Organisationen zusammengeschlossen. Mit Vorträgen,
Leserbriefen, Interviews im Fernsehen wird auf die
Gesundheitsgefährdung durch Glas- und Steinwolle
aufmerksam gemacht. Auch in Deutschland ist man diesbezüglich
aktiv. So existiert dort die Interessengemeinschaft der
Mineralfasergeschädigten Deutschland, c/o Susanne Falkenhain,
Sonnenbergweg 7, D-69493 Hirschberg-Leutershausen. In der Schweiz
informiert die Mythen-Post über die KMF-Problematik.
An der Tagesordnung: Konsumententäuschende
Aussagen von konventionellen Baumateriallieferanten
Global News schreibt in der Ausgabe 4/99: "Üblicherweise
werden zum Dämmen meist bedenkliche Materialien verwendet -
Chemieprodukte wie Mineralwolle oder Styroporplatten, die
äusserst energieintensiv hergestellt werden. Hinzu kommen noch
gesundheitliche Minuspunkte. Während Mineral- oder
Glaswolle die Bronchien und Lungen enorm belastet, gibt
Styropor während der gesamten Lebensdauer schädliche
Dämpfe ab. Bei der Verbrennung entstehen hochgiftige Gase."
Als ich im Jahre 1998 Recherchen betr. KMFs anstellte, sagte mir
der Filialleiter einer Baumaterialfirma in Brunnen: "Wir verkaufen
drei Isolationsmaterialien: Glas- und Steinwolle sowie Styropor."
(Jedes dieser drei Materialien mit spezieller Problematik, siehe
oben!) Von Zellulose, Holzfaserdämmplatten etc. schien man dort
noch nie etwas gehört zu haben. Verhältnisse wie im
ehemaligen Ostblock!

|
Ein VERBOT solcher Produkte bringt
mehr als billige Alibi-Warnhinweise auf der Verpackung!
Anmerkung: Aus juristischen
Gründen müssen die
Firmen-Signete abgedeckt sein. |
Ein Arbeiter dieser Firma gestand mir, dass er immer stark juckende Bläschen an den Händen bekomme, wenn er mit Glaswolle zu tun habe. Anders sein Chef: Glas- und Steinwolle würden über "sehr gute Wärmedämmeigenschaften verfügen". Ausserdem seien sie "umweltfreundlich". Nachforschungen (auf sie komme ich gleich zu sprechen) ergaben genau das Gegenteil!!!
Die angebliche "Umweltfreundlichkeit" und
"Unbedenklichkeit" von KMFs - pure Heuchelei!
Bei Glaswolle und Steinwolle wird eine "gute Durchlüftung
(Fenster und Türen)" empfohlen. Das heisst konkret: Die
problematischen Partikel werden dann einfach an die Umgebungsluft
abgegeben!
Der Arbeitsschutz umfasst: Handschuhe, geschlossene
Arbeitskleidung, Staubmaske P1 oder P2, Schutzbrille. Wie kann ein
Produkt angeblich "umweltfreundlich" sein, wenn ein derartiger
Schutzaufwand vorgeschrieben ist? Ist das verwendete Bindemittel -
allergieauslösendes Phenol-Formaldehydharz - umweltfreundlich
oder gar besonders hautfreundlich? Wie lange geht es noch, bis der
Staat endlich gegen diese skrupellosen Konsumententäuschungen
vorgeht? Sollen gutgläubige Bauherren und Eigenheimbesitzer
weiter angelogen und an der Nase herumgeführt werden
können?
Nicht einmal die Behauptung der "sehr guten
Wärmedämmeigenschaften" des zitierten Filialleiters stimmt.
Die Entfeuchtungsfähigkeit ist schlecht (nicht
kapillarleitfähig) und der sommerliche Wärmeschutz wird von
Fachleuten als "ungünstig" bezeichnet. Sagen wir doch,
wie es ist: Die Propagierung von Glas- und Steinwolle als
"umweltfreundliches, gutes Isolationsprodukt" ist in Wirklichkeit
nichts anderes als ein gigantischer Betrug am
Bauherrn!
Die Praxis
Dass derart untaugliche Produkte wie Glas- und Steinwolle z.B. im
Kanton Schwyz noch immer die "Marktführerschaft" besitzen,
heisst nichts anderes, als dass beim verantwortlichen Gewerbe
(Zimmerleute, Dachdecker etc.) offenbar überhaupt nichts
studiert wird und der Begriff Verantwortung ein Fremdwort ist. Dabei
gäbe es ja genügend Alternativen, so z.B.
Holzfaserdämmplatten (nachwachsender Rohstoff, kompostierbar,
wiederverwertbar, guter Schallschutz) mit sehr guter
Entfeuchtungsfähigkeit und sehr gutem sommerlichen
Wärmeschutz. Oder Zellulosedämmstoff-Platten
(Recyclingprodukt, wiederverwertbar, deponiefähig) mit guter
Entfeuchtungsfähigkeit und sehr gutem sommerlichen
Wärmeschutz. (Quellnachweis: AgV: Wärmedämmung vom
Keller bis zum Dach, Schulungsunterlage zum Energieberater des LIV +
ZDS Niedersachsen)
Glas- und Steinwolle im direkten Vergleich mit
anderen Isolationsprodukten
Zellulose z.B. ist 38% effizienter als Glaswolle, dämpft den
Schall besser und ist nicht giftig.
Zum Thema Zellulose schreibt Global 2000, Österreich:
"Ausgangsmaterial ist sortiertes Altpapier, das zu Fasern
zerrissen und zermahlen wird. Die Umweltbelastung bei der Herstellung
ist äusserst gering. Zellulosedämmstoff eignet sich
besonders zur Dämmung von Hohlräumen zwischen Sparren im
Dachbereich, Balkendecken und Holzständerwänden. Die
Dämmeigenschaften sind hervorragend."
Von "www.surfmed.at" in Österreich wurden alle
Dämmstoffe einem Vergleich unterzogen. Punkto
Umweltbelastung sieht das Ergebnis dort so aus: Glas- und
Steinwolle schneiden schlechter ab als: Blähperlit,
Blähglimmer, Hüttenleichtsplitt (-bims), Zellulose, Kork,
Holzwolle, Kokosfaser, Stroh, Schilf, Schafwolle und Flachs. Punkto
Gesundheitsbelastung sieht das Ergebnis noch ausgeprägter
aus, hier sind Glas- und Steinwolle nämlich deutlich
schlechter als Blähperlit, Blähglimmer,
Hüttenleichtsplitt (-bims), Zellulose, Kork, Holzwolle,
Kokosfaser, Stroh, Schilf, Schafwolle und Flachs. Mit dem
schlechtestmöglichen Wert schneiden Glas- und Steinwolle
im Bereich Anwendung ab!
Der österreichischen Quelle ist zu entnehmen: "Zur
Stabilisierung werden die Fasern mit dem Bindemittel
Phenolformadehydharz versetzt, was die typische Gelbfärbung
verursacht. Phenole und Formaldehyd können bei ungenügender
Abgasreinigung entweichen. (...) Bei Glaswolle beträgt der
Gehalt an gesundheitsgefährdendem Formaldehyd drei bis zehn
Prozent, bei Steinwolle ein bis drei Prozent. (...) Das grösste
Gesundheitsrisiko sind feine Fasern, die bei der Verarbeitung, aber
auch danach über die Atemwege in die Lunge gelangen können.
Ein Teil dieser Mineralfasern mit bestimmten Abmessungen
kann das Lungengewebe durchstossen und wirkt so krebserregend. (...)
Derzeit ist Mineralwolle als krebsverdächtig
eingestuft."

|
Eine typische isolationstechnische Katastrophe: Glaswolle-Isolation beim Felchlin-Fabrikationsgebäude an der Gotthardstrasse in Ibach/Schwyz. Tausende von Fabrikationsgebäuden sind heutzutage mit diesen unsinnigen Isolationsprodukten versehen. Eine gigantische Altlast! |

|
Praktisch ebenso unklug: Steinwolle-Isolation an zwei neuen Gebäuden der Celfa an der Bahnhofstrasse in Seewen/Schwyz. |
Der Plastiksackeffekt von Glaswolle
Ein weiterer interessanter Aspekt wird von www.jugendumwelt.de
angesprochen. Die Autoren schreiben: "In den meisten Räumen
im Wohn- und Arbeitsbereich ist die Luft innen schlechter als die
Aussenluft. (...) Die Atmung der Wände wird
insbesondere durch die Dämmung mit Kunststoffschaum oder durch
Glaswolle mit Alufolie eingeschränkt." (sog.
Plastiksackeffekt)
Wie konnte das KMF-Debakel überhaupt
entstehen?
Wie sagt doch der bekannte Schweizer Autor Hans A. Pestalozzi:
"Die Wirtschaft hat sich in der Praxis immer als stärker
erwiesen als die Politik."
Die riesige europäische KMF-Industrie hat sich europaweit
unter der Bezeichnung EURIMA (European Insulation Manufacturers
Association) zusammengeschlossen, verfügt heute über
Ableger in Österreich, Belgien, Dänemark, Finnland,
Frankreich, Deutschland, Irland, Italien, Holland, Norwegen, Spanien,
Schweden, Türkei, Grossbritannien und natürlich der
Schweiz. Der Hauptsitz der EURIMA befindet sich - wie könnte es
auch anders sein - in Brüssel. Was hier europaweit
dahintersteckt, würde Alt-Nationalrat Jean Ziegler wohl treffend
als "international tätige Isolationsma..." bezeichnen.
Tatsächlich zieht sich das Vertriebsnetz der KMF-Industrie wie
ein riesiger unheimlicher Krebs über Europa.
Katastrophale Informationspolitik: Schweizer
Bauherren werden über die gravierenden Nachteile von Glas- und
Steinwolle in der Regel gar nicht informiert!
Bauherren und Hausbesitzer werden heutzutage in der Schweiz nur
ungenügend oder gar nicht über die gravierenden Nachteile
von KMFs informiert. Dies ist ein Skandal, denn
"Fiberglass insulation products on the market today are:
Was soll der Bundesrat tun?
Die ganze KMF-Problematik lässt sich lösen, indem man die
Herstellung, den Vertrieb und die Anwendung dieser untauglichen und
gesundheitsgefährdenden Produkte in der Schweiz verbietet und
mit der Altlastsanierung beginnt. Die Behebung des Schadens, den
die KMF-Industrie mit ihren Produkten in den vergangenen Jahrzehnten
verursacht hat, wird Unsummen verschlingen, d.h. Gesamtkosten in
Milliardenhöhe (!) verursachen. Hierbei ist es erforderlich,
dass die Kosten auf die Verursacher (Glas- und Steinwolleindustrie
und ausführende Betriebe inkl. Architekten!) abgewälzt
werden können. Mit dem Schonen von skrupellosen Produzenten und
ihren Handlangern muss ein- für allemal Schluss sein! Ebenso mit
Kniefällen der Justiz vor der mächtigen Industrie! (wie
z.B. damals im Fall Contergan in Deutschland, wo nicht einmal ein
Schuldspruch erfolgte!)
Die Schweiz muss hier mutig den positiven
Alleingang gehen!
Batterie-Haltung von Hühnern ist heute in der Schweiz
verboten. Das war nicht immer so. Vorbildlich hat hier unser Land
einen Alleingang umgesetzt. Ein solcher positiver Alleingang ist im
Interesse der Öffentlichkeit und muss zum Schutz von Bauherren,
Hauseigentümern und Mietern jetzt auch in Bezug auf KMF's
realisiert werden.
Aus all den dargelegten Gründen ersuche ich den Bundesrat,
dringend ein GENERELLES VERBOT für die Produktion, den
Import, Verkauf, Handel und die Anwendung von KMFs in der Schweiz zu
erlassen. Die Altlast, die heute in zehntausenden von Estrichen,
Kellern und Fassaden von Schweizer Gebäuden (Ein- und
Mehrfamilienhäuser, Schulen, Einkaufszentren etc.) hängt,
genügt. Jeder Tag, an dem mit Glas- und Steinwolle weiter
isoliert wird, ist ein Tag zuviel!
Mit freundlichen Grüssen
Urs Beeler, Mythen-Post
E-Mail an: Mythen-Post