(vo/td) Die Mythen-Post besuchte kürzlich LVP-Nationalrat Toni Dettling in seinem Rechtsanwaltsbüro in Schwyz und befragte ihn zum Thema "F/A-18" und zur "Waffenplatz-Initiative".
Als bürgerlicher Nationalrat haben Sie
sicher eine beachtliche militärische Karriere hinter sich und
befürworten deshalb die beiden Abstimmungsvorlagen vom 6.
Juni...
Toni Dettling: Nein, eben gerade nicht! Ich habe zwar
meinen Militärdienst zunächst als Infanteriefunker und
später als Fouriergehilfe geleistet und es dabei zum Gefreiten
gebracht. Im kommenden Dezember werde ich als 50jähriger
Wehrmann aus dem Militärdienst entlassen. Trotz dieser
bescheidenen militärischen Laufbahn setze ich mich mit Vehemenz
für die beiden Vorlagen ein.
Erfolgt Ihre Zustimmung aus Begeisterung zum
Militär oder aus innerer Überzeugung?
Toni Dettling: Ich bin kein Fan, sondern betrachte das
Militär oder die Landesverteidigung vielmehr als notweniges
Übel oder - wenn Sie so wollen - als ein Instrument, eine
möglich eintretende "Not zu wenden". Indessen bin ich
überzeugt, dass wir eine schlagkräftige und gutausgebildete
moderne Armee heute mehr denn je notwendig haben. Ein Blick auf die
täglichen Nachrichten und Informationen macht deutlich, dass die
Lage in Europa, ja in der ganzen Welt seit dem 2. Weltkrieg nie mehr
so "brenzlig" war. Eine gute Flugstunde von uns entfernt findet ein
grausamer Bürgerkrieg im einstigen Jugoslawien statt, die ganze
ehemalige Sowjetunion bildet ein einziges Pulverfass an Kriegswirren
und Leiden, um nur zwei Konfliktgebiete zu nennen. Der eiserne
Vorhang ist zwar gefallen, doch die kleineren Konfliktherde sind
heute ebenso gefährlich. Nur mit einer glaubwürdigen
Landesverteidigung können wir uns wirksam schützen und
unsere Unabhängigkeit bewahren.
Worin sehen Sie dann die besonderen Gefahren
beider Initiativen?
Toni Dettling: Beide Initiativen entstammen der gleichen
politischen Grundrichtung: Sie bilden eine Fortsetzung der vom
Schweizer Souverän 1989 klar verworfenen
Armee-Abschaffungs-Initiative. Wenn diesmal die Mittel auch weniger
radikal sind: Das Ziel bleibt das gleiche. Man kann es drehen wie man
will - beide Initiativen wollen die Armeeabschaffung in Raten. Dies
wird ganz besonders dann deutlich, wenn man die beiden Volksbegehren
in den Zusammenhang mit den weiteren in Vorbereitung befindlichen
Aktionen der "Gruppe Schweiz ohne Armee" (GSoA) stellt. Vorerst soll
mit der F/A-18-Initiative ein bis zum Jahre 2000 dauerndes Moratorium
in der Flugzeugbeschaffung festgelegt und damit unsere Armee ihres
wichtigen Schutzschildes - der Flugwaffe - beraubt werden. Mit der
Waffenplatz-Initiative will man die Ausbildung und damit die
Schlagkraft der Landesverteidigung markant schwächen. Beides
also wirkungsvolle Etappen auf dem Weg zur Abschaffung der
Armee.
Aber ist es denn wirklich unerlässlich,
dass wir bei den ohnehin leeren öffentlichen Kassen 3,5
Milliarden Franken für die Flugzeugbeschaffung ausgeben?
Könnte man dieses Geld nicht sinnvoller einsetzen?
Toni Dettling: Zugegeben: 3,5 Milliarden Franken sind eine
stolze Summe. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass sich diese
Ausgabe über mindestens sieben Jahre erstreckt und im
langfristigen Finanzhaushalt ohnehin bereits berücksichtigt ist.
Als Kompensation werden nämlich die übrigen
Rüstungsausgaben in anderen Bereichen merklich abgespeckt, so
dass keine zusätzliche Mittelbeschaffung notwendig sein wird.
Insgesamt kostet uns das Flugzeug pro Jahr und Einwohner lediglich
rund 25 Franken oder 4 Promille des Bundesbudgets, eine
Sicherheitsprämie die - so meine ich - mehr als gerechtfertigt
ist. Ohne ein finanzielles Engagement lässt sich nun einmal eine
glaubwürdige Landesverteidigung nicht aufrechterhalten. Fehl
geht aber auch die Annahme, dieses Geld könnte etwa kurzerhand
für andere - beispielsweise soziale - Zwecke eingesetzt werden.
Abgesehen davon, dass der Betrag pro AHV-Rentner auf die Lebensdauer
der Flugzeuge (20 Jahre) verteilt ganze 7 Franken pro Monat ausmachen
würde, wäre dies eine typische Giesskannensubvention, die
überhaupt keine Wirkung entfalten würde. Zudem dürfen
aber gerade in der gegenwärtigen Rezessionsphase die mit dem
F/A-18 verbundenen Gegengeschäfte für die Schweizer
Wirtschaft nicht vergessen werden. Diese machen über die
7jährige Beschaffungszeit total rund 2,5 Milliarden aus und
sichern damit Tausende von Arbeitsplätzen.
Wie schätzen Sie den Ausgang der
Abstimmung ein?
Toni Dettling: Ich bin überzeugt, dass die
Bevölkerung den wahren Hintergrund dieser beiden
Armeeabschaffungsinitiativen erkennt und sie wie 1989 bachab schickt.
Darum am 6. Juni 2 x NEIN!
Besten Dank für dieses Gespräch!
E-Mail an: Mythen-Post