Von Robert Hug und Urs Beeler
Tierschützer Erwin Kessler kritisiert seit Jahren mit scharfen Worten die orthodox-jüdische Tradition des "Schächten" genannten rituellen Schlachtens ohne vorherige Betäubung. Wegen angeblichen Verstössen gegen das Antirassismus-Gesetz wurde er höchstinstanzlich zu einer unbedingten Gefängnisstrafe von 45 Tagen verurteilt.

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Weder die jüdische Beschneidung von Knaben (schmerzhaftes Entfernen der Vorhaut.)... |

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...noch das tierquälerische
Schächten passen in eine zivilisierte, moderne
Gesellschaft. |
Der Schächtvorgang
Der bekannte deutsche Chirurg und Tierschützer Dr. Hartinger
beschreibt den Schächtvorgang wie folgt:
"Wenn die Schächtung am gefesselten und niedergeworfenen Tier,
entsprechend den Vorschriften, durch einen Schnitt mit einem scharfen
Messer vorgenommen wird, durchtrennt man zunächst die vordere
Halshaut. Dann folgen die vorderen Halsmuskeln, die Luftröhre
und die Speiseröhre. Jeder Mediziner oder Anästhesist mit
operativer Erfahrung weiss, wie schmerzempfindlich Luftröhre und
Speiseröhre sind, besonders aber der betroffene Kehlkopf, deren
Verletzung selbst bei tiefer Narkose noch zu schweren reflektorischen
Atemstörungen und Kreislaufreaktionen führt. Danach werden
die darunter und seitlich liegenden, mit spezifischer
Sensitivität ausgestatteten beiden Halsschlagadern
durchschnitten, die eine relevante Gesamtreaktion auf Blutdruck und
Kreislauf haben... Daneben werden auch die Nervi accessorii und der
Vagus sowie das gesamte Sympathische Nervensystem und die das
Zwerchfell motorisch versorgenden Nervi phrenici durchtrennt.
Hierdurch kommt es zu einem immobilen Zwerchfellhochstand mit
stärkster Beeinträchtigung der Lungenatmung, so dass das
Tier neben seinen unerträglichen Schnittschmerzen auch noch
zusätzliche Todesangst durch Atemnot erleidet. Diese Atemnot
versucht es durch Hyperventilierung des knöchernen Thorax
vergeblich zu kompensieren, was weitere Schmerzen verursacht und zu
den schmerzhaft-angstvoll aufgerissenen Augen führt.
Durch die angst- und atemnotbedingten verstärkten Atemreaktionen
wird das Blut und der aus der Speiseröhre austretende
Mageninhalt in die Lungen aspiriert, was zu zusätzlichen
schweren Erstickungsanfällen führt. Während des
langsamen Ausblutens thrombosieren und verstopfen vielfach die
Gefässenden der vorderen Halsarterien, so dass regelmässig
nachgeschnitten werden muss.

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Obwohl grösstenteils ausgeblutet, bäumt die geschächtete Kuh den Kopf noch einmal hoch. |
Und das alles bei vollem Bewusstsein des Tieres,
weil beim Schächtschnitt die grossen, das Gehirn versorgenden
Arterien innerhalb der Halswirbelsäule ebenso wie das
Rückenmark und die 12 Hirnnerven nicht durchtrennt sind und
wegen der knöchernen Ummantelung auch nicht durchtrennt werden
können. Diese noch intakten Gefässe versorgen über den
an der Basis des Gehirns liegenden Circulus arteriosus weiterhin das
ganze Gehirn noch ausreichend, so dass keine Bewusstlosigkeit
eintritt.
Hängt man dann entsprechend den 'Vorschriften' das Tier noch an
den Hinterbeinen auf, so bleibt es infolge der noch ausreichenden
Blutversorgung des Gehirns, des orthostatisch verstärkten
Blutdruckes und des allgemein bekannten lebensrettenden
physiologischen Phänomens, dass der blutende Organismus seine
periphere Durchblutung zugunsten von Gehirn, Herz und Nieren bis auf
Null reduziert, praktisch bis zum Auslaufen der letzten Blutstropfen
bei vollem Bewusstsein. Der Beweis hierfür wurde vielfach
erbracht, indem man das Tier nach dem Ausbluten entfesselte. Mit der
entsetzlich klaffenden Halswunde strebte es meistens voll orientiert
bewegungsfähig und angstvoll dem Ausgang des Schlachtraums zu
und musste durch den Bolzenschussapparat endgültig getötet
werden."
Im Zentrum des Rassismusverfahrens gegen Kessler stand bzw. steht
dessen Äusserung, Juden die schächten, seien um nichts
besser als ihre früheren Nazi-Henker. Damals seien Nicht-Arier
(Juden) auf bestialische Weise behandelt worden, heute würden
die Schächtjuden Ähnliches mit Nicht-Menschen (Tieren)
machen. Der "Robin Hood der Tiere", wie Kessler auch genannt wird,
betonte immer wieder, dass er lieber ins Gefängnis gehen werde
als seine Kritik einzustellen. Irgend jemand müsse den Mut
haben, öffentlich zu sagen, was gesagt werden müsse. Dazu
zu schweigen wäre unerträglicher als
Gefängnis.

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Wegen seiner Kritik am Schächten muss Tierschützer Erwin Kessler für 45 Tage ins Gefängnis. |
Die Auswirkungen des Antirassismus-Gesetzes
Seit Inkrafttreten des Antirassismus-Strafartikels (ARG) ist in
der Schweiz noch kaum ein wirklich gravierender Fall von Rassismus
zur Beurteilung gekommen, für den sich die Schaffung dieses
Gesetzes gelohnt hätte. Dafür wird die Justiz mit Anzeigen
von Antirassismus-Neurotikern beschäftigt, und der zum Teil
latent vorhandene Antisemitismus wird - was negativ ist - im
Gegenteil geschürt. Dass es bei diesem Rassismus-Artikel auch um
Sonderrechte der Juden geht, zeigt das Tabu-Thema "Schächten".
Rechtsanwalt Feigel von der Israelitischen Cultusgemeinde hat in
einem Interview den Vorhalt, der Rassismus-Artikel beschlage markant
jüdische Interessen, damit beantwortet, die Juden hätten
schliesslich auch den grössten Teil des Abstimmungskampfes
finanziert.
Kessler's Argumente
Erwin Kessler betont immer wieder, das auch der ultraorthodoxeste
Jude von seiner Religion nicht gezwungen werde, überhaupt
Fleisch zu essen und eine vegetarische Ernährung in
vollständigem Einklang mit dem jüdischen Glaube stehe. Die
bei der heutigen Auswahl an köstlichen vegetarischen Gerichten
wirklich sehr geringe Einschränkung der Essgewohnheiten
müsse für Menschen, die sich angeblich einer
religiösen Lebensweise verschrieben hätten, zumutbar
sein.
Den Vorwurf, er könnte seine Kritik am Schächten auch
weniger verletzend vorbringen, weist Kessler mit dem Hinweis
zurück, ohne zu schockieren und ohne Betroffenheit
auszulösen, liessen sich traditionelle Gewohnheiten nicht
ändern.
Auch FDP-Nationalrat Franz Steinegger ist gegen
eine "Diktatur der Sprache"
Wie sagte doch FDP-Präsident Franz Steinegger im Fernsehen vor
Jahren treffend: "Wenn es so weitergeht, werden wir eine Diktatur der
Sprache aufrichten, die uns vorschreibt, was wir sagen dürfen
und was nicht."
Dies vorausschauend, hat Erwin Kessler das seiner Meinung nach zu
schwammig formulierte Antirassismusgesetz von Anfang an bekämpft
und damit die Feindschaft linker Journalisten und bestimmter Medien
(insbesondere des Ringier-Verlages) auf sich gezogen. Trotz massiven
Anfeindungen, gerichtlicher Verfolgung und Gefängnisstrafe,
wolle er fortfahren, das Schächten zu bekämpfen, wie er
alle anderen Tierquälereien bekämpfe: mit grösster
Entschiedenheit und mit einer Sprache, welche das ungeheure
Massenverbrechen an den Tieren ungeschminkt und ohne falsche
Rücksichtnahme auf die Täter im Klartext beschreibt sowie
genügend provokativ ist, um überhaupt gehört zu
werden.
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Import von Schächtfleisch in
die Schweiz |
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