(bk) Passivrauchen ist für Neugeborene ein
Risikofaktor für eingeschränkte Lungenfunktion, Asthma,
verschiedene neurologische Schäden und plötzlichen
Kindstot. Es genügt aber nicht, wenn eine Mutter nur in
Anwesenheit des Babys auf das Rauchen verzichtet. Mit der Muttermilch
nimmt ein Säugling rund zehnmal soviel Nikotin auf wie mit der
Atemluft.
Stillen ist für Raucherinnen schwieriger als für
Nichtraucherinnen. Denn Nikotin hemmt die Milchproduktion über
das Hormon Prolaktin. Die Milch schmeckt ausserdem leicht bitter
anstatt süss, so dass Babys oft Ersatzmilch bevorzugen.
Dass eine schwangere Frau nicht rauchen soll, ist heute allgemein
bekannt. Denn das sich entwickelnde Hirn wird von Nikotin und anderen
Schadstoffen im Zigarettenrauch empfindlich gestört. Nikotin
nimmt im Hirn den Platz von Acetylcholin ein, einem wichtigen
Neurotransmitter.
Im sich entwickelnden Hirn wird Acetylcholin normalerweise genau
dosiert und zeitlich abgestimmt freigesetzt, damit die richtigen
Nervenverbindungen geknüpft werden. Nikotin stimuliert die
Zellrezeptoren aber zur falschen Zeit, so dass das Hirn falsch
"verdrahtet" wird. Nikotin kann Hirnzellen auch direkt
zerstören, indem es den sogenannten "programmierten Zelltod"
einleitet.
Auch ein Neugeborenes reagiert empfindlich auf Nikotin. Das Hirn ist
noch nicht ausgereift; vielmehr müssen wichtige
Nervenverbindungen erst noch richtig geknüpft werden.
Es gibt heute starke Hinweise dafür, dass Nikotin indirekt
für einen grossen Teil der Fälle von plötzlichem
Kindstod verantwortlich ist.
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