(BezGe) Eingebettet in einer grünen Mulde, vom See umfangen, von Gebirgsstöcken überhöht, liegt Gersau.
Sehenswürdigkeiten
Zu den baulichen Sehenswürdigkeiten von Gersau gehört
die klassizistische Marzelluskirche mit dem markanten Zwiebelturm,
dem weitgespannten Innenraum und den schmucken Altären. Bruder
Jakob Nater, ein Vorarlberger, der in Einsiedeln als
Benediktinerbruder tätig war, hat sie unter Zuzug von
Künstlern aus der Zeit und einheimischen Handwerkern in den
Jahren 1806-1812 erbaut.
In Gersau finden sich auch verschiedene alte Holzbauten vom Typus
Gotthardhaus. Tätschhäuser, die zum Teil auf das 16.
Jahrhundert zurückgehen, sind das Schlosserhaus, die Schmiede am
Tanzplatz und das Restaurant Schiff; Hochgiebelbauten sind die Gerbi
in der Wehri und das Tübli am Rathausplatz.
Besondere Lage und mildes Klima - Tourismus
Die besondere Lage an der Rigi-Sonnenseite beschenkte Gersau
bereits schon um 1850 mit einem regen Tourismusverkehr. Damals waren
gar der grosse Musiker Brahms, Königin Wilhelmine aus Holland
und andere Persönlichkeiten in Gersau zu Gast.
Im Jahre 1875 gab es in Gersau über dreissig Hotels,
Gasthäuser, Restaurants und Pensionen. Seit 1840 besteht die
Hotel-Pension Scheidegg, seit 1863 das Hotel Müller (vormals
Gasthaus Drei Kronen). Weitere waren Hof, Sonne, Ilge, Beau Rivage,
Schwert, Hirschen, Schäfli, Rose, Krone, Taube, Traube,
Frohsinn, Kreuz, Franzen, Schöchlihaus, Adler, Engel,
Wehri-Müller, Felsenegg, Farbhaus, Biregg, Gschwend, Maria Hilf
(Kindli), Schützenhaus, Auf der Maur, Schlosser, Wiget,
Studhaus, Restonis und Frau Thaddey.
Gersau kann sich eines sehr milden Klimas erfreuen. War dies in
früheren Zeiten ein Grund, die Ferien über längere
Zeit in Gersau zu verbringen, so ist nicht zu vergessen, dass die
internationalen Gäste eine lange, oft beschwerliche Anreise
hinter sich hatten. Darum dauerte früher ein Ferienaufenthalt
meist mehrere Wochen.
Heute überwiegen die Kurzaufenthalte. Über 800 Betten
stehen den Gästen in den Gersauer Hotels zur Verfügung: von
der Jugendherberge oder Pension über den einfachen Landgasthof
bis zum Mehr-Stern-Hotel.
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Neue Quai-Anlage |
Landwirtschaft
Die gesamte Landfläche von Gersau ohne Alpen umfasst rund
470 Hektaren. Diese Landfläche ist aufgeteilt in Wiesland,
Streuland und Dauerweide. Rund die Hälfte der über 40
Betriebe leben hauptberuflich von der Landwirtschaft, die restlichen
sind auf einen Nebenerwerb angewiesen. Die Landfläche der
Vollerwerbsbetriebe beträgt durchschnittlich etwas mehr als zehn
Hektaren, jene, die auf einen Nebenerwerb angewiesen sind, sind etwas
kleiner. Eigenen Wald besitzen nur wenige. Während der
Winterzeit sind viele Bauern im Baugewerbe oder in der Holzwirtschaft
tätig.
Einige Heimetli sind so klein, dass sie auf die Alp als
Nebenverdienst angewiesen sind. Über 10 Betriebe nutzen eine Alp
und die meisten Bauern bringen ihr Jungvieh zur Alp.
Die Bauern im Berggebiet sind besonders auf ihre Frauen angewiesen.
Rund 3/4 der Frauen helfen im Stall oder machen die Stallarbeit auch
selbst. Besonders im Sommer ist ihre tatkräftige Mitarbeit
gefragt.
Rathaus in der Villa Flora
Seit dem Jahre 1964 befindet sich die Liegenschaft Villa Flora im
Dienste der Öffentlichkeit. Im Rathaus ist die gesamte
Bezirksverwaltung, das Notariat- und Grundbuchamt sowie der
Polizeiposten untergebracht.
Der Bezirk konnte seinerseits das Wohnhaus Villa Flora und die
gesamten Park- und Gartenanlagen see- und bergseits der
Kantonsstrasse erwerben mit der verbindlichen Auflage, dass die
Parkanlagen der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt
werden und die Liegenschaft als Ganzes erhalten, nicht parzelliert
und nicht überbaut werden darf.
Barocke Bürgerhäuser
Sehenswert in Gersau sind vor allem auch die barocken
Bürgerhäuser mit den markanten Mansardendächern und
dem interessanten Innenausbau. Es sind Privatbauten, von den
frühen Seidenherren im 18. Jahrhundert erstellt und zum Teil bis
heute im Familienbesitz geblieben.
Das alte Rathaus, grosszügig restauriert, ist heute das
Heimatmuseum. Das Haus erinnert an die alte Republik. Es wurde 1745
erbaut und zeigt noch den ursprünglichen Rats- und Gerichtssaal
mit Ölgemälden von Josef Martin Obersteg. Im "Chefi", dem
alten Gersauer Gefängnis, sind die wertvollen
Stradivari-Instrumente der Habisreutinger-Stiftung
aufbewahrt.
Gersau - einst kleinste Republik der Welt
Bis zur französischen Revolution war Gersau eine Republik.
Nach einem Einfall der Franzosen und nach Leerung der Staatskasse
wurde Gersau dem Kanton Waldstätten zugeteilt. Nach dem Abzug
der Franzosen kam es zu jahrelangen Streitigkeiten zwischen Schwyz,
das Gersau für sich beanspruchte und den Gersauern, die den
alten Zustand wieder herstellen wollten. Der Streit wurde bis vor die
Tagsatzung (1817) getragen. Als die Gersauer Abgesandten am 22. Juli
in Bern eintrafen, wurde ihnen eröffnet, dass das Geschäft
schon am Vortage - zugunsten von Schwyz - entschieden worden war. (Es
wurde damals schon in der Politik viel manipuliert...)
Ein kleines Zückerchen blieb den Gersauern: die einstige
Republik wurde zum zweiten Bezirk des Kantons Schwyz
erklärt.
Viele Vereine - VC Gersau seit 1895
(VCGe) Gersau verfügt über rund 40 verschiedene
Vereine. Einer davon ist der Velo-Club Gersau, gegründet 1895.
Er ist einer der ältesten Radsportvereine der Innerschweiz und
im SRB. Die Mitgliederliste zählt heute über 100 Namen. Vom
April bis Oktober werden zweimal wöchentlich gemütliche
Abend-Touren unternommen. Nebst diesen gemütlichen Ausfahrten
wird im Club aber auch der Sport gross geschrieben. So gibt es eine
gut geführte Renngruppe für alle Altersstufen.
In der kälteren Jahreszeit wird ein gezieltes Wintertraining mit
Bergwanderungen, Skilanglauf und Hallentraining geboten. Seit
über 50 Jahren zeichnet der VC Gersau auch als Organisator des
traditionellen Strassenrennens "Rund um die Rigi", das heute allen
lizensierten Kategorien offen steht.
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