(nm) Frankreich, eines der nikotinsüchtigsten Länder der EU erhielt die schärfsten Vorkehrungen gegen das Rauchen in allgemein zugänglichen Räumen. Die entsprechenden gesetzlichen Ausführungsbestimmungen traten am 1. Dezember 1992 in Kraft.
Sieg über die Tabaklobby
Nachdem Ärzte, Minister, Wirte, die Industrie und die
Tabaklobby einen erbitterten Kampf ausgetragen haben, gilt zum Schutz
der Nichtraucher seither, dass in kollektiven Räumen, in
öffentlichen Verkehrsmitteln, am Arbeitsplatz und in
Gaststätten sowie in Schulen nicht mehr geraucht werden darf -
ausser in besonders gekennzeichneten Räumen mit Belüftung
oder Klimaanlage bzw. (für das Gastgewerbe)
Raumteilen.
Verbreitete Nikotinsucht
Im Jahre 1992 zählte Frankreich bei einer
Gesamtbevölkerung von 58 Millionen 15 Millionen Raucher mit
einem erschreckenden Anteil von Jungrauchern (Mädchen ebenso wie
Knaben), nämlich etwa zwei Drittel der Achtzehnjährigen.
54'000 Todesfälle wurden jährlich auf den Tabakkonsum
zurückgeführt (Verkehrstote: 10'000).
Frankreich gab in den Neunzigerjahren pro Jahr 13 Mio. Francs
für Kampagnen gegen den Tabakmissbrauch aus und nahm 27 Mrd. an
Tabaksteuern ein.
Rauchfreie Inlandflüge
Auf Inlandflügen ist das Rauchen verboten und soll es
generell bleiben, sofern der Flug weniger als zwei Stunden dauert,
was praktisch alle Inlandflüge mit einschliesst. Fehlbare
Raucher riskieren Bussen zwischen 300 und 600 Francs, Verstösse
gegen Ventilationsnorm und Signalisationsvorschrift werden mit bis zu
3'000 Francs geahndet. In einem früheren Entwurf waren sogar
Gefängnisstrafen vorgesehen.
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