(vo) Warum kann die CVP noch heute Wahlerfolge
verbuchen?
Ist es das "C" für christlich, wo dann die Wähler glauben,
sie würden, wenn sie diese Partei wählen, etwas Gutes
(Christliches) tun? Ist es das "V" für Volkspartei, wo die
Wähler glauben, es würde Politik für das Volk
betrieben?
Tatsache ist, dass sich immer mehr echt religiöse Menschen von
der CVP abwenden, weil diese Partei gar nicht christlich politisiert.
Wäre die CVP nämlich eine wirklich christliche Partei,
würde sie entschieden gegen die Gentechnologie auftreten, sie
würde für den Schutz der Natur (Gottes Schöpfung) und
für den Tierschutz kämpfen. All dies tut diese Partei
jedoch nicht. Beim Genschutz sind ihr wirtschaftliche Vorteile
wichtiger als die Ethik. "Umweltschutz ohne Perfektionismus" schreibt
sie wörtlich in einer Wahlwerbung. Wie CVP-Leute in vielen
Kantonen gewerbsmässige Tierquäler decken und sich gegen
einen effizienten Vollzug des Tierschutzgesetzes stellen, ist
skandalös. Das sind nicht böse Unterstellungen, sondern
Fakten, die sich hieb- und stichfest belegen lassen.
Die CVP und die Ethik
Die Tierversuchsinitiative vom 16. Februar 1992 lehnte die CVP
ab. Wäre es nicht christliche Pflicht gewesen, sich für ein
Verbot von Tierversuchen einzusetzen? Der CVP scheint es egal zu
sein, wenn alljährlich in der Schweiz zehntausende von
Versuchstieren für pseudowissenschaftliche Versuche zu Tode
gequält werden. Wo bleibt bloss die Ethik dieser Partei?
Der CVP scheint es weiter egal zu sein, wenn hunderttausende von
Nutztieren (z.B. Schweine) in der Schweiz unter erbärmlichen
Bedingungen (Vollspaltenböden, Kastenstände usw.) ihr
Dasein bis zur Schlachtung fristen müssen. Oder hat sich die CVP
jemals (wie es für eine echt-christliche Partei
selbstverständlich sein müsste) konsequent für den
Tierschutz engagiert? Wäre es nicht dringend nötig, dass
sich diese Partei einmal ernsthaft damit befasst, was das "C" in
ihrer Parteibezeichnung bedeutet?
Die schweizerische Vereinigung zum Schutze der kleinen und mittleren
Bauern (VKMB), der Bio-Weinbauverein, die Berner Bio-Bauern, die
Stiftung für Konsumentenschutz, der Tierschutzbund - sie alle
lehnten seinerzeit die drei Landwirtschaftsartikel aus gutem Grund
ab. Mit 3x Ja zu den Landwirtschaftsvorlagen versuchte die CVP im
Gegensatz dazu eine grössere Umstellung in der Schweiz auf
Bio-Landwirtschaft zu verhindern. CVP-Nationalrat Jakob Bürgi
schrieb im "Bote der Urschweiz" vom 4.3.95: "Es wäre sinnlos, in
der Schweiz nur noch Bio-Produkte herzustellen..."
In der Landwirtschaftspolitik vertritt die CVP meist das Gegenteil
von einem christlichen Standpunkt. Würde die CVP das "C" ernst
nehmen, würde sie sich vehement für kleine und mittlere
tierfreundliche Bauernbetriebe engagieren. Gleichzeitig würde
sie den Tierfabriken in der Schweiz den Kampf ansagen. Das wäre
christliche Politik!
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