Von Dr. Erwin Kessler
Gemäss Lexikon ist die "Mafia" eine im 18. Jahrhundert in
Sizilien entstandene Gruppenbildung zur illegalen Bereicherung, aus
der sich später eigentliche Verbrecherorganisationen
entwickelten. Voraussetzung war unter anderem eine schwache
Staatsgewalt. Die Mitglieder der Mafia übten dank der durch die
Abhängigkeit einer Klientel gegebenen Beziehungen unter
Gewaltandrohung gegenüber der Bevölkerung und
erpresserischem Druck auf Verwaltung, Polizei und Justiz eine
parastaatliche Gegengewalt aus, die sie örtlich zum
Herrschaftsträger machte.
In diesem Sinn gibt es in der Schweiz keine Mafia: es werden nicht
dauernd Leute auf offener Strasse mit Maschinenpistolen umgelegt.
Andererseits zeigen die Methoden des Schweizer Politfilzes -
gewissermassen in einer verfeinerten, zivilisierteren Form -
erschreckende Ähnlichkeiten. Die "Klientel" sind Profiteure, die
der Polit-Mafia die nötige "Wirtschaftsfreiheit" für ihr
illegales (Agro-) Business oder einen einträglichen Posten als
Chef-Beamter, Bezirksstatthalter, Staatsanwalt, Kantonstierarzt,
Regierung- oder Bundesrat verdanken. Dass dieser Politfilz hinter der
Bühne der öffentlichen, theatralisch-folkloristischen
Parlamentssitzungen Druck auf Verwaltung und Justiz ausübt und
als eigentlicher Herrschaftsträger gelegentlich den Vollzug von
demokratischen Gesetzen verhindert oder nach eigenem Gutdünken
steuert, ist kein Geheimnis. Weniger bekannt ist vielleicht das
Ausmass. Im Bereich des Tierschutzgesetzes ist das Ausmass dieser
parastaatlichen Gegengewalt überwältigend. Die hierzulande
geläufigeren Begriffe Vetternwirtschaft oder Politfilz sind mir
beide zu schwach für das, was ich im Bereich Tierschutz erlebt
habe. Es bleibt auch hier wiederum dem Leser überlassen zu
beurteilen, ob solches nur im Bereich Tierschutz vorkommt oder ob das
vielleicht symptomatisch ist für unseren politischen Alltag. Es
bleibt auch dem Leser überlassen, sich damit zu trösten, in
anderen Ländern sei es oft noch schlimmer, was tatsächlich
kaum bestritten werden kann. Nur: wenn wir uns mit diesem Trost
zufrieden geben, wird er vielleicht eines Tages nicht mehr
Realität sein.
Die Wirkung der Polit-Mafia tritt unauffällig in der
Tagespolitik in Erscheinung, suggestiv mit gezielter
Falschinformation, nicht mit Maschinenpistolen. Die Wirkung dieser
Methode sollte nicht unterschätzt werden, denn viele, allzu
viele Bürger glauben, Bundesräte, Regierungsräte,
Chefbeamte dürften nicht lügen, könnten sich grobe
Unwahrheiten gar nicht leisten; offiziellen Verlautbarungen
könnte - wenigstens in der Schweiz, Gott sei Dank -
grundsätzlich Glauben geschenkt werden...
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Die Tierschutz-Feinde heissen: FDP,
SVP und CVP!
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