(si) Die ständige Zunahme an elektrischen Anlagen und Geräten hat zu einer Erhöhung des elektromagnetischen Strahlungspegels und zur Prägung des Begriffs "Elektrosmog" geführt. Man vermutet heute, dass elektromagnetische Felder diverse gesundheitliche Störungen wie Depressionen oder gar Krebs auslösen können.
Unterschiedliche biologische Wirkungen
Im Hinblick auf eine biologische Wirkung lässt sich das
Spektrum elektromagnetischer Wellen grundsätzlich in drei
Bereiche unterteilen: Ionisierende Strahlen (mehr als
1016 Hz) wie Röntgenstrahlen sind bekanntlich so
energiereich, dass sie auf biologische Strukturen wie das Erbmaterial
einen unmittelbaren Einfluss haben. Eine mutagene oder
krebsauslösende Wirkung dieser Strahlungsart ist
unumstritten.
Grundsätzlich wird zwischen hoch- und niederfrequenten
EM-Feldern unterschieden. Bei hochfrequenten Feldern (mehr als
100 MHz), wie sie z.B. bei der Radiokommunikation oder bei den
Mikrowellen eingesetzt werden, steht die damit verbundene
Wärmewirkung im Vordergrund. Gerade in schlecht durchbluteten
Körperteilen, wo die Wärmeabfuhr erschwert ist, kann durch
starke Feldintensitäten Schaden angerichtet werden. Denkbar sind
z.B. Linsentrübungen auf Grund der fehlenden Durchblutung der
Augenlinse.
Bei niederfrequenten magnetischen Feldern nimmt man heute an,
dass sie die Erregbarkeit von Zellmembranen verändern
können.
Epidemiologische Studien
Eine der ersten Studien, die sich mit den physiologischen
Wirkungen elektromagnetischer Felder auf den Menschen befasste, ist
eine von sowjetischen Wissenschaftern publizierte Arbeit aus dem
Jahre 1966. Die Untersuchung zeigte, dass Männer, die in
Hochspannungsanlagen beschäftigt waren, im Vergleich zu
Kontrollgruppen vermehrt unter Kopfschmerzen, Müdigkeit sowie
sexuellen Störungen litten.
Mit einer Studie aus Colorado im Jahre 1979 wurde erstmals eine
Zusammenhang zwischen niederfrequenten Feldern im 50- und
60-Hz-Bereich und Krebs hergestellt. Dieser Bericht stellte für
Kinder, die in der Nähe von Hochspannungsleitungen aufwuchsen,
ein erhöhtes Risiko an Leukämie zu erkranken
fest.
Hochspannungsleitungen
Seit der Prägung des Begriffs "Elektrosmog" ist der Preis
für ein in der Nähe von Hochspannungsleitungen gelegenes
Grundstück in den USA zwischen 10-50% gesunken. Ähnlich
sieht die Situation in der Schweiz aus.
Trotz Wissen um die Problematik von EM-Feldern tut sich bei der
Ursachenbehebung noch viel zu wenig.
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