Von Dipl.-Ing. und Architekt Paul Bossert, Dietikon
Der MINERGIE-Standard soll nach Meinung einiger
"Energiefachexperten", Wärmedämmstoff-Fabrikanten und
Hersteller von Klima- und Lüftungsgeräten (...) zum
Standard erhoben werden. Siehe http://www.minergie.ch/
Der MINERGIE-Standard wurde ursprünglich vom Amt für
Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) des Kantons Zürich in
die Welt gesetzt. Dieser Standard basiert hauptsächlich auf rein
theoretischen Annahmen, die bis heute wissenschaftlich nicht
gesichert sind. Der MINERGIE-Standard orientiert sich an der fiktiven
und fixen Behauptung, dass massgebliche Energieeinsparungen im
Wesentlichen nur durch die Verminderung der Wärmeleitung -
sogenannter U-Wert (früher k-Wert) - bei der
Gebüdehülle erzielbar seien.
Das schweizerische Bundesamt für Energie (BfE) übernimmt
diesen Standard ungeprüft als Nachfolgeprogramm für zu Ende
gehende Energieeinsparprogramm Energie 2000, dem in der Vergangenheit
betreffend Energieeffizienz kein Erfolg beschieden war. Das BfE setzt
sich dafür ein, dass der MINERGIE-Standard gesamtschweizerisch
zur Anwendung gelangt, in die eidgenössischen und kantonalen
Energiegesetze einfliesst und schlussendlich dem Volk aufgezwungen
wird.
Die heutige Lehrmeinung, in der Schweiz vornehmlich
repräsentiert durch die Eidgenössische Technische
Hochschule (ETH) in Zürich und Lausanne behauptet
federführend, dass nur der U-Wert die dominante
Wärmeenergie-Einspargrösse darstellt. Dass die
U-Wert-Theorie mit der Realität nicht übereinstimmt, wird
von den hehren Physik-Professoren an der ETH - die noch nie in ihrem
Leben neben einem Backstein geschlafen haben - seit Jahrzehnten
verdrängt.
Nebst der Tatsache, dass die behaupteten Energieeinsparungen bei
der Anwendung des MINERGIE-Standards im allgemeinen nicht erzielt
werden können, führt das Bauen nach dem MINERGIE-Standard
zu einer totalen Verluderung der anerkannten Regeln der Baukunst.
Baumaterialien und Konstruktionen werden favorisiert, welche für
Bauzwecke absolut ungeeignet sind. Dadurch wird die
Gebrauchstauglichkeit und die Zeitstandsfestigkeit der
Gebäudehülle von Hochbauten drastisch vermindert und das
Geld in den Sand gesetzt. Gleichzeitig wird unbedarft auch ein
erhöhtes Brandrisiko und Schallrisiko in Neubauten wie auch bei
Sanierungen in Kauf genommen.
Da auch die materialtechnischen Probleme der
Wärmedämmstoffe beim MINERGIE-Standard nicht gelöst
sind, weil die Wände nicht mehr "atmen" können und deshalb
die Wohnungen zu feucht werden, wird mittels kontrollierter
Lüftung versucht, diesen Mangel auszugleichen. Für dieses
Szenario fehlen aber die wissenschaftlichen Untersuchungen, die einen
flächendeckenden Einsatz dieser Ventilatoren-Methode zulassen
würden. Zu hohe Raumfeuchtigkeit und kontrollierte Lüftung
bilden Krankheitsherde und deshalb ein unverantwortliches
Gesundheitsrisiko.
Der MINERGIE-Standard verursacht auch viel zu hohe Baukosten, die
sich nicht auszahlen bzw. niemals amortisieren lassen, er treibt den
Energieverbrauch in die Höhe und bewirkt infolge ungesunder
Wohnungen permanent steigende Gesundheitskosten.
Im Artikel über Energiesparen im schweizerischen Limmattaler
Tagblatt vom 15. 10. 1999 wird ein theoretischer zulässiger
MINERGIE-Verbrauchswert von 45 Kilowattstunden pro Quadratmeter
Gebäudefläche und Jahr (45 kWh/m2a) genannt.
Dieser Wert entspricht einem Energieverbrauch von 16 Kilowattstunden
Energie bzw. 1.6 Liter Heizöl pro beheiztem
Gebäude-Kubikmeter im Jahr (kWh/m3a). Bei
MINERGIE-Bauten liegt der effektive Verbrauch zwischen 30 und 40
kWh/m3a, wobei er für nichtwärmegedämmte
Altbauten der Jahrgänge 1900 bis 1940 - die dem heutigen
Dämmstandard nicht entsprechen 96 im Mittel lediglich 20
kWh/m3a beträgt!
Fazit: Architekten und Ingenieure sollten anstatt dem
MINERGIE-Standard zu huldigen, das richtige Bauen wiedererlernen!
[Anmerkung der Redaktion: Wichtige Text-Stellen wurden von
der Mythen-Post fett hervorgehoben.]
Original-Text nachzulesen unter http://www.universe-architecture.com/ch/Minergie.html
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