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Beelers Lieblingspisten: "schittere",
geflickte Aphaltstrassen. Dort kommt das hervorragende
"Franzosen-Fahrwerk" des damaligen Renault 5 GT Turbo (mit
Bereifung Michelin MXV 195/55-13) bei Trockenheit voll zum
Tragen. Der 5er GT Turbo verfügte über eine sehr
präsise Lenkung und vermittelte einen hervorragenden
Strassenkontakt!
Das höchste Drehmoment des 1,4-Liter-Turbomotors lag
bereits bei 2'500 U/min. an. Eine Freude war das
Ansprechverhalten des Garrett T2-Turboladers, der bei diesem
Auto nicht kontinuierlich und sanft einsetzte, sondern mit
Verzögerung - dann aber mit Schub! Da kam Begeisterung
auf!
Überholvorhänge auf Passstrassen (wie z.B. dem
Flüela) waren mit diesem Auto eine kleine Sensation!
Leicht, handlich, Super-Lenkung, Top-Beschleunigung -
ausser, wenn der Motor etwas zu warm bekommen hatte und zu
Dampfblasenbildung neigte.... Dieses Problem wurde beim
späteren Modelljahrgang (Jg. 86) bereits behoben.
Der Renault 5 GT Turbo war ein tolles Auto. Aber
Renault-typisch anfänglich mit unzähligen
Mängeln behaftet: Zündmodul ausgestiegen, zwei
hintere Stossdämpfer leck, an 2 (!) Stellen das Lenkrad
nicht richtig befestigt (!!!), klapperndes Hitzeschild im
Motorraum, Benzinpumpe leck, Ladedruck nicht korrekt
eingestellt etc. Diese Mängel wurden jedoch von Renault
resp. meinem früheren Automechaniker Willy Merle,
damals Werkstattchef bei der Garage Gwerder, Ibach,
anstandslos behoben.
Für die Einstellung des CO-Wertes musste die
Motorentemperatur genau stimmen und ein Unterdruckschlauch
mit einem speziellen Werkzeug unterbrochen werden. Ohne
dieses Insider-Wissen lief der GT Turbo nur noch wie ein
1600er Corolla GT oder Peugeot 205 GTI. Optimal eingestellt
war der Renault 5 GT Turbo damals am Berg praktisch
unschlagbar.
Für Autobahnen war der R 5 GT Turbo aufgrund des kurzen
Radstandes und der verhältnismässig breiten Reifen
weniger geeignet. Obwohl damals die offizielle
Höchstgeschwindigkeit mit 193 km/h angegeben wurde. Auf
dem Tacho in Deutschland waren mal 210 km/h drauf, aber das
ist dann wirklich schon fast lebensgefährlich (die
damalige Cup-Version mit weichen Michelins lief jedoch auch
bei hohen Geschwindigkeiten erstaunlich spurtreu) .
Mit dem Renault 5 GT Turbo machten Urs Beeler und Bert
Engelbrecht im Jahre 1986 eine Reise bis nach Römö
(Dänemark). Zum Glück ohne Panne.
Aufgemotzte Mantas hatten gegen den flinken 5er GT Turbo bei
der Beschleunigung nicht den Hauch einer Chance, ebenso
wurde der Peugeot 205 GTI "stehen gelassen".
Weil die Garage Gwerder Ferien hatte, wurden im Sommer 1986
ein grosser Service und der Einbau von
Cup-Stossdämpfern bei einer bekannten Renault Alpine
Vertretung in Kriens vorgenommen (Diese hatte zuvor als weit
und breit einzige Garage noch einen Ersatz-Kamai-Spoiler
für den R 14 TL Spécial an Lager gehabt und
Beeler wollte sich mit einem Auftrag dafür bedanken).
Obwohl diese Werkstatt zuvor genau befragt wurde, ob sie
diese Arbeit zuverlässig durchführen könne,
sie dies bejahte und alle auszuführenden Arbeiten inkl.
Material (Bestellnummern) schriftlich genaustens
festgehalten worden sind, gab es ein Fiasko und im Anschluss
daran auch noch einen Gerichtsfall. Bremsdruck
(Verhältnis hinten/vorne) und CO wurden falsch
eingestellt und die montierten Cup-Dämpfer harmonierten
nicht mit den Original-Federn. Nach der absolut
stümperhaften "Arbeit" dieser Renault Alpine Vertretung
in Kriens und dem dadurch entstandenen völlig
unnötigen Ärger gab es im Spätsommer 1986
noch ein kräftiges Hagelgewitter, welches die
Karosserie des 5er GT Turbos in Mitleidenschaft zog. Vor
Gericht gab es für den Pfusch durch die Garage Wild
später eine Kostenreduktion. Auch der Hagelschaden
wurde von der Versicherung anstandslos bezahlt. Doch nach
30'000 km schien das Kapitel "Renault 5 GT Turbo" irgendwie
abgeschlossen zu sein und das Fahrzeug mit den beiden Buben
von Willy Merle als moralische Begleitung, bei der FRANZ AG,
Zürich, welche das Ganze äusserst fair und
professionell abwickelte, verkauft.
Es waren zwei schöne, erlebnisreiche Jahre (abgesehen
mal vom Autogarage-Ärger) mit diesem Auto und vor allem
den erlebten Ferien.
Der Renault 5 GT Turbo war wirklich eine "Rakete" (deshalb
damals auch ausgerüstet mit einem Radarwarner!): Schwyz
- Einsiedeln in rund 15 Minuten. Schwyz - Zürich in
25/30 Minuten. Einmal sogar mit Blaulichicht angehalten von
der Zürcher Autobahnpolizei mit einem BMW 528i vor der
Ausfahrt Samstagern... Mit Riesenglück!
Heute fährt Beeler ganz anders: gemütlich und
vorsichtig. Beeler hat Angst vor dem "viel zu starken
(Gegen)Verkehr", überhängenden Passstrassen,
Brücken etc. Gotte Margrit Betschart meint, dass Beeler
heute das pure Gegenteil von früher sei - "das andere
Extrem"-
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